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Eilenburg Angel-Kurse: Wurde in Eilenburg Geld abgefischt?
Region Eilenburg Angel-Kurse: Wurde in Eilenburg Geld abgefischt?
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13:53 19.05.2015

Die Begründung: 150 Euro zahlte jeder Teilnehmer der Schulung zur Fischereischeinprüfung, für die im Namen des Vereins geworben wurde. Im letzten Jahr wollten 42 Männer und Frauen Angler werden. Illig, der auch Mitglied im Petri-Heil-Vorstand war, hatte als Dozent mitgewirkt, war auch Ansprechpartner für die Anmeldungen. Für ihn brachten mehrere Stunden Lehrtätigkeit bei den jeweils dreitägigen Kursen Einnahmen in Höhe von 420  Euro. Aber insgesamt kamen 6300 rein und nach Abzug der Kosten für Miete und Dozenten müssten 5060 Euro bleiben, so Illigs Rechnung. Und diese hatte er auch auf die Website des Vereins gestellt, zudem einen E-Mail-Text, aus dem trotz Schwärzungen gut ersichtlich war, dass er sich an Wagner richtete: Überschüsse seien weder an den Verein noch an den Dachverband abgeführt und dem Anschein nach hinterzogen worden.

Nachfrage bei René Wagner: "Die Vorwürfe sind haltlos." Doch auch er sei davon überrascht, dass das Geld weder der Angler-Verband oder die Fischereiaufsichtsbehörde wollte. "Bei anderen Vorgängen wie Prüfungen und Verlängerungen stellen sie Rechnungen." Er habe die Lehrgänge 2014 zum ersten Mal geleitet, nachdem der vorige Leiter unerwartet verstorben war. "Und ich habe wohl selbst die Fehler gemacht, nicht zu fragen, wo das Geld hingeht. Und dass ich das Geld dann einfach in der Kasse gelassen hatte und nicht selbst nachgefragt habe, wo es hin muss." Für sich als Lehrgangsleiter habe er 20 Euro pro Teilnehmer einbehalten. Doch es hätte wohl mehr sein dürfen: "Die Einnahmen verbleiben üblicherweise beim Leiter", ist aus der Behörde zu erfahren. Dieser müsse daraus aber auch sämtliche Kosten bestreiten. Nicht allein für Miete und weitere Dozenten. Er muss einen eigenen Stoffverteilungsplan erstellen, muss sich um die Technikbereitstellung, aber auch um die Formalien für die Lehrgangsteilnehmer kümmern. Das reiche bis zum Scannen der Passfotos und Eingeben der Personaldaten, berichtet Wagner. Die Berechtigung, die Schulungen zu leiten, vergebe die Fischereiaufsicht nach entsprechendem Lehrgang und Prüfungen, es seien Erfahrungen nicht allein im Angeln, sondern auch in der Vereins-Organisation nachzuweisen.

Wagner übereignete das Geld schließlich kurzerhand dem Verein. Doch die Auseinandersetzungen gingen weiter, wurden auch in den Mitgliederversammlungen ausgetragen, bei denen Illig seinen Austritt ankündigte und Wagner die Vertrauensfrage stellte. Er wurde im Amt bestätigt. "In der Versammlung am 31. Januar haben Revisionskommission und Mitglieder nun auch bestätigt, dass wir keine Fehlbeträge in der Kasse haben", so der Petri-Heil-Chef. Entgegen Gerüchten, die in Umlauf gesetzt worden seien, gebe es bei Petri Heil keine Abbrüche, sondern Mitgliederzuwachs.

Die E-Mail mit den Beschuldigungen waren bis vor einigen Tagen die einzige Information, die derjenige erhielt, der die Adresse www.petri-heil.info anklickte. Die Website sei letztlich sein Eigentum, er sei Eigner der Adresse, erklärte Illig auf Nachfrage. Mittlerweile steht nun dort: "Aufgrund einer Abmahnung des 1. Vorsitzenden des SFV "Petri-Heil" Eilenburg e.V. wird die HomePage vorerst nicht weiter betrieben." Kontakt zu ihm sei nun möglich über www.angeln-eilenburg.de. Das ist die Website des Angelvereins Eilenburg-Nord.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2015
Von Heike Liesaus

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