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Anwalt des Mörders der kleinen Corinna legt Revision gegen Urteil ein

Anwalt des Mörders der kleinen Corinna legt Revision gegen Urteil ein

Der Anwalt des in der vergangenen Woche wegen Mordes an der kleinen Corinna aus Eilenburg verurteilten Lutz-Peter S. wird noch am Mittwoch vor dem Bundesgerichtshof Revision gegen das Urteil einlegen.

Leipzig. Stefan Costabel bestätigte entsprechende Medienberichte auf Anfrage von LVZ-Online. Demnach richtet sich sein Antrag nicht gegen die vor dem Landgericht Leipzig verhängte lebenslange Freiheitsstrafe, sondern die vom Vorsitzenden Richter Hans Jagenlauf festgestellte besondere Schwere der Schuld. „Die ist aus meiner Sicht ungerechtfertigt", sagte Costabel. Sie sei laut Gesetz nur dann gegeben, wenn der Mord über das normal Negative hinausgeht. „Das ist in diesem Fall nicht gegeben. Gutachter Hans-Ludwig Kröber hat die Tat als Gelegenheitstat charakterisiert, die sich erst nach dem Tod des Mädchens verselbständigt hat." Genau damit hatte Jagenlauf allerdings sein Urteil begründet. Die besondere Schwere der Schuld ergebe sich "durch die vollkommen unverständliche Brutalität, die Sie dem Kind, als es bereits tot war, noch angetan haben", sagte der Vorsitzende Richter während der Urteilsverkündung in Richtung des Täters und erinnerte daran, dass am ersten Verhandlungstag ein erfahrener Beamter der Mordkommission im Zeugenstand in Tränen ausbrach, als er die Bilder des verstümmelten Mädchens sah. Auch im Nachgang habe S. eine außerordentliche Kaltblütigkeit an den Tag gelegt. Etwa als er die Leiche des Mädchens, in einen Müllsack verpackt, in einen Nebenarm der Mulde warf und sich anschließend in der Öffentlichkeit "vollkommen natürlich" verhielt. Stefan Costabel selbst schätzt die Chancen auf einen Erfolg des Revisionsantrags als nicht sehr hoch ein. „Der Bundesgerichtshof stellt hohe Anforderungen an eine Revision. Als Anwalt bin ich meinem Mandaten gegenüber aber verpflichtet, alles zu versuchen." Er könne verstehen, dass sein Handeln bei den Angehörigen von Corinna auf Unverständnis stoße. Allerdings werde der Prozess auch bei einem Erfolg seines Antrags nicht zwangsweise neu aufgerollt. „Es beginnt nicht automatisch alles von vorn. Anhand der bestehenden Gutachten und Zeugenaussagen wird geprüft, ob ausreichend Grund für die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld vorliegt." Bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe kann nach 15 Jahren das erste Mal geprüft werden, ob der Täter noch eine Gefährdung für die Öffentlichkeit darstellt und eine Entlassung möglich ist. Wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt, ist eine erste Prüfung erst später möglich.

ahr

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