Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Anwohner ärgert sich über Mückenplage am Mühlgraben in Eilenburg

Zuviel Schilf Anwohner ärgert sich über Mückenplage am Mühlgraben in Eilenburg

Zu viele Mücken und ein Hochwasser-Stauproblem: Im westlichen Teil des Eilenburger Mühlgrabens sind grüne Inseln gewachsen. Die würde Anwohner Joachim Schulze gern weggeräumt, oder zu mindest regelmäßig gemäht sehen. Aber ......

In dieser Perspektive ist fast kein Wasser mehr zu sehen: Für Joachim Schulze ist es zu grün im Mühlgraben

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Für Joachim Schulze ist es zu grün im Mühlgraben. Der westliche Arm fließt direkt unter dem Haus vorbei, in dem er wohnt. Ihn stört vor allem, dass sich in Schilf und Wasserpflanzen Mücken und Fliegen wohlfühlen. Die unternehmen, besonders wenn sich die weiße Hauswand an warmen Tagen aufheizt, gern Landausflüge, besuchen und piesacken die Anwohner. Deshalb faszinierte den 78-Jährigen ein Bild, das neulich in der LVZ zu sehen war: Ein spezielles Wasserfahrzeug war zur Entkrautung des Delitzscher Lober im Einsatz. Könnte das nicht gleich sofort an den Mühlgraben umziehen und dort geordnete Verhältnisse schaffen? Denn mittlerweile wachsen dort die Schilf- und Wassergrasinseln so, dass es aussieht „wie in den Everglades“, stellt der Anwohner fest. Das sehr grüne und tropische Marschland im Süden des US-Bundesstaates Florida soll sehr reizvoll sein. Die Eilenburger Everglades reizen Joachim Schulze auch, allerdings nicht im positivem Sinne. Er muss nicht nur Gaze vor die Fenster setzen, sondern diese immer wieder austauschen, weil sich die Insekten derart gierig in die Maschen drängen, dass sie dort verenden. Dabei war der Mühlgraben nicht immer so grün und insektenreich, erzählt der Eilenburger. An dieser Stelle strömte es früher so, dass selbst Wildwasserkanuten hier trainierten und Meisterschaften ausgetragen wurden.

Sedimente und Rückstau

Ein Wehr wurde bei der Umgestaltung im Rahmen der Hochwasserschutzbauten, abgetragen und stattdessen eine sogenannte Raue Rampe eingebaut. Diese schräge Ebene aus großen und kleineren Steinen soll Fischen die Wanderung flussaufwärts erleichtern. Dieses Bauwerk, das noch aufwärts des Mühlgrabens steht, könnte ebenfalls schon zur Verminderung der Fließgeschwindigkeit beigetragen haben. „Vor allem ist der Mühlgraben, als die Schutzmauer gebaut wurde, viel breiter geworden“, zeigt Joachim Schulze. Das gebe dem Wasser zusätzlich Raum, um zur Ruhe zu kommen und Sedimente abzulagern. „Unter der Röhrenbrücke liegen sie meterdick, was ebenfalls zu Stau führt“, hat Joachim Schulze beobachtet: „Hier wird immer davon gesprochen, dass die Brücke angehoben werden soll, damit sich im Hochwasserfall nichts anstaut. Ich sage: Der Durchlass müsste eher verbreitert werden.“ Im Hochwasserfall sei außerdem zu erwarten, dass das Schilf und all der Unrat, der sich darin verfangen hat, in Richtung Brücke gespült werden, was dann noch zu größeren Stauerscheinungen führen könnte.

Natürliche Entwicklung

„Wir haben als Wasserwehr die Flussläufe ständig mit Kontrollgängen und -fahrten im Blick“, erklärt der dagegen Chef der Eilenburger Feuerwehr, André Zimmermann. „Falls sich etwas Gefährliches anbahnen sollte, würden wir für die Beseitigung sorgen.“ Das könnte zum Beispiel ein großer Baumstamm sein, der sich quer vor die Röhrenbrücke legt. Dass sich die grünen Inseln im Mühlgrabenarm bei Hochwasser in Bewegung setzen und geballt vor der Brücke landen, sei nicht zu erwarten. Die am Grunde des Gewässers verwurzelten Pflanzen werden vom Hochwasser einfach überflossen.

Auch die Angler als Pächter des Gewässers sehen keinen Handlungsbedarf, im Gegenteil: „Wir sind verpflichtet, den Fischbestand zu erhalten, Natur und Umwelt zu schützen. Das Entnehmen von Pflanzen ist streng verboten“, sagt René Wagner, Vorsitzender des SV Petri Heil. Es sei damit zu rechnen, dass sich auch die Naturschutzbehörde gegen einen solchen Eingriff stellt. Und auch Flussmeister Peter Ott vom der Landestalsperrenverwaltung hält ein Abtragen der grünen Inseln für sehr unwahrscheinlich: „Das Röhricht hat sich als natürlicher Bewuchs auf den Steinhegern entwickelt. Und das steht wohl auch im Einklang mit der Wasserrahmenrichtlinie.“ Es stehe Anliegern frei, sich mit einer Beschwerde direkt an die Landestalsperrenverwaltung zu wenden, aber wegen des Hochwasserschutzes sehe er keinen Handlungsbedarf. Trotz der Sedimente und der grünen Inseln: „Die hydraulische Leistungsfähigkeit des Mühlgrabens ist gewährleistet.“ Die Eilenburger Everglades werden wohl erhalten bleiben.

Von Heike Liesaus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Eilenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

Fußball in Nordsachsen
  • Fußball in Nordsachsen
14.09.2017 - 07:19 Uhr

Landesklasse: Fußballerinnen schenken ihrem Coach zum Geburtstag einen Sieg.

mehr
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr