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Anwohner in Pehritzsch sauer: „Nun sieht’s aus wie in der Stadt“

Baumfällungen Anwohner in Pehritzsch sauer: „Nun sieht’s aus wie in der Stadt“

Statt ins Grüne schaut Holger Ahnicke nun von seiner Wohnung aus auf die Wand einer Scheune. Am Silvestertag hatte eine Grünpflegefirma am Mietshaus im Jesewitzer Ortsteil Pehritzsch Kahlschlag veranstaltet.

Ende eines grünen Riesen: Der Stamm der Weide maß im Durchmesser immerhin zirka 70 Zentimeter. Aber das Fällen von Baumweiden ist genehmigungslos erlaubt.

Quelle: Heike Liesaus

Pehritzsch. Die Weiden sind weg. Nur noch ein paar Baumstümpfe zeugen vom Vorhandensein der grünen Riesen am Wohnhaus in der Hauptstraße 23 in Pehritzsch. Noch am Silvestertag ereilte sie ihr Schicksal. Eine Grünpflegefirma rückte an. Einige Nadelbäume fielen der rigorosen Pflegemaßnahme ebenso zum Opfer. Auch die mehr als zwei Meter hohe Hecke, die grüne Grenze zum Nachbargrundstück, ist nun auf Kniehöhe gekappt.

„Ich werde mir Gardinen anschaffen müssen“, nimmt es Holger Ahnicke mit einem Fünkchen Humor, was ihn ansonsten eher entsetzt: Denn da wird nun kein Vogelzwitschern mehr sein. In den Bäumen gab es jede Menge Nistmöglichkeiten. Das Blätterrauschen wird er nicht mehr hören, das Wechselspiel von mildem Licht und Schatten im Sommer vermissen. „Nun sieht’s aus wie in der Stadt“, bedauert er.

Ahnicke hat mit dem Vermieter gesprochen, der in Wachau bei Dresden ansässig ist: Die Mehrheit der Mieter sei dafür gewesen, habe er von ihm gehört. Tatsächlich: Die Nachbarin, die gerade mit ihrem Hund um die Ecke biegt, wusste im Vorfeld von der Fällaktion. Und sie habe nichts dagegen gehabt. Allerdings hatte sie sich die Grünpflege auch nicht so rigoros vorgestellt. Möglicherweise aber sei der Schatten in der unteren Wohnung auch zu dunkel geworden, vermutet sie. Die Hecke wird wohl wieder wachsen.

Das Fällen von Nadelbäumen erfordert laut Jesewitzer Baumschutzsatzung keine extra Erlaubnis. Sie werden als ökologisch weniger wertvoll angesehen. Und für die Weiden? Der Stamm der einen neigte sich, wie jetzt noch zu sehen ist, beträchtlich. Auch der Nachbar könnte sich an überstehenden Ästen gestört haben.

Weiden und Birken sind nicht geschützt, ist aus dem Ordnungsamt des Verwaltungsverbandes zu erfahren: „Das steht so im Sächsischen Naturschutzgesetz, dem auch die Baumschutzsatzung der Gemeinde Jesewitz folgt.“ Auf mit Wohnhäusern bebauten Grundstücken ist selbst das Fällen anderer Arten, zum Beispiel Linden, bis zu einem Stammumfang von einem Meter erlaubt. Die Idee des Gesetzgebers: Grundstückseigentümer sollten prinzipiell nicht davon abgehalten werden, ihre Areale mit Bäumen zu bepflanzen, weil sie diese nicht fällen dürfen, wenn sie ihnen zu groß werden, was bei Weiden und Birken relativ schnell der Fall ist.

Von Heike Liesaus

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