Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Audienz beim Apfelkönig in Wöllmen
Region Eilenburg Audienz beim Apfelkönig in Wöllmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 12.09.2010
Anzeige

.

Bereits am Samstagmorgen waren rund um Wöllmen Hunderte Menschen auf den Beinen. Die Blechkarawane parkte auf den vorbereiteten Stoppelfeldern. Alle hatten das gleiche Ziel: den Obsthof von Apfelbauer Dieter Dottermusch. Der war die vergangenen Wochen im Dauerstress. „Die Apfelernte verzögert sich in diesem Jahr. Schuld ist das kühle Wetter in den vergangenen Wochen. Uns fehlen noch ein paar warme Sonnentage, die für die Süße der Äpfel wichtig sind. Deswegen haben wir für das Hoffest nur in Maßen Äpfel von den Plantagen gepflückt", sagte Dottermusch.

Wöllmen. Wie viel Apfelsorten gibt es? Wie groß werden Kürbisse? Wie lange brauchen Bienen für ein Glas Honig? Gibt es die heimische Landwirtschaft noch? Auf solche und andere Fragen gab es am Wochenende auf dem 13. Hoffest in Wöllmen Antworten.

Den Besuchern schmeckten die knackigen Früchte jedenfalls. Nur mühsam kamen der Apfelbauer und sein Team nach, die leeren Holzkisten aufzufüllen. „Wir sind extra aus Dahlen gekommen, um uns einen Vorrat mitzunehmen", sagte Ilona Wilsdorf. Alle Hände voll zu tun hatte Sylke Roßberg am Probierstand. Mit zahlreichen Helfern schnitt die junge Frau Äpfel auf, um sie von den Besuchern probieren zu lassen. „Wer nicht weiß, welche Äpfel er kaufen soll, kann hier die Sorten Gala, Rubinette, Elstar, Alkmene und Summered ausprobieren. Hat er die richtige Sorte gefunden, stehen die vollen Kisten gleich nebenan", erzählte Sylke Roßberg.

Eine besondere Aufgabe hatte Ralph Frankenstein vom Pomologischen Verein Sachsen-Anhalt. Der Apfelkenner bestimmte anhand der von den Besuchern mitgebrachten Äpfel die Sorte. „Viele haben in ihren Gärten unbekannte Sorten. Ich bestimme nach genauer Untersuchung, um was für eine es sich handelt", so Frankenstein. Als Beispiel hatte der Experte gleich

75 verschiedene mitgebracht. Die älteste stammt aus dem Jahr 1830 aus England mit dem Namen Cox Orange.

Wer vom vielen Bummeln Hunger bekam, konnte sich bei Kerstin Dottermusch die frischgekochte Holundersuppe schmecken lassen. „Die ist wirklich vorzüglich. Mit den getrockneten Pflaumen hat sie ein tolles Aroma", lobte Maxima Marx aus Leipzig die fruchtige Kost. Fast 60 Liter davon hatte Dottermusch an beiden Tagen zubereitet. Viel blieb davon nicht übrig. „Die Suppe wird jedes Jahr bis auf den Topfboden alle", freut sich die junge Frau über den Appetit der Gäste.

Auf der großen Wiese waren zahlreiche Stände von Handwerkern wie dem Eisen- und Kunstschmied Roger Widdermann aus Hohenprießnitz oder der Falkenhainer Kräuterhexe Grit Nitzsche zu finden In der Mitte tobten die kleinen Hoffestbesucher auf der großen Hopseburg aus Strohballen, während sich Mutti und Vati ein Stück Kuchen oder Deftiges aus der Gulaschkanone schmecken ließen. Auch am Stand des Landeschaftspflegerbandes Nordwestsachsen schlenderten zahlreiche Besucher vorbei. Hier hatte Heike Weidt mit ihren Helfern 180 verschiedene Kürbissorten ausgelegt. Der Kleinste hatte gerade mal einen Durchmesser von fünf, der größte von 50 Zentimetern.

Zufrieden blickte Dottermusch über sein Gelände. „Der Wettergott muss ein Apfelliebhaber sein. Das 13. Mal haben wir nun schon schönes Wetter. Was wollen wir mehr ...", sagte er.

Steffen Brost

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:phpcwjz3N20100910181956.jpg]
Eilenburg. Der demografische Wandel war auch beim jüngsten Forum der Ortsgruppe der Eilenburger Linkspartei zu beobachten: Etwa 80 Prozent der Teilnehmenden dürften das 65. Lebensjahr überschritten haben.

10.09.2010

Der Mörder der damals neunjährigen Corinna aus Eilenburg bleibt lebenslang hinter Gittern. Das erklärte die Anwältin von Corinnas Mutter, Ina Alexandra Tust, gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Wochenend-Ausgabe).

10.09.2010

Im Fall des getöteten Lion aus Eilenburg hat der Strafverteidiger des in U-Haft sitzenden Benjamin C. der Staatsanwaltschaft Leipzig vorgeworfen, dass die Öffentlichkeit von der Staatsanwaltschaft Leipzig „offensichtlich falsch informiert wird.

09.09.2010
Anzeige