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Auf dem Eilenburger Burgberg kommt ein Stück Schlossgeschichte ans Licht

Auf dem Eilenburger Burgberg kommt ein Stück Schlossgeschichte ans Licht

Teile des ehemaligen Eilenburger Schlosses sind dieser Tage wieder ans Tageslicht geholt worden. Samt historisch interessanter Mauer-, Gruben- und Fußboden-Teile, Keramik- und Glasscherben aus verschiedenen Epochen sowie Tierknochen, vermutlich aus Speise- und Schlachtresten.

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Fachleute präsentieren auf dem Burgberg Reste von Schlossmauern und historischer Pflasterung, die mit einem digitalen Raster dokumentiert werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Seit Anfang Oktober nutzen Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie die günstige Gelegenheit, um das städtische Bauprojekt "Pension im ehemaligen Gefängnis auf dem Schlossberg" mit ihren Untersuchungen zu begleiten. Am Montag wurden erste Grabungsergebnisse vorgestellt. "Die an einem für die sächsische Landesgeschichte bedeutenden Ort stattfinden", betonte Christoph Heiermann, Referatsleiter des Landesamtes. Vom bereits 961 nach Christus als "civitas" erstmals schriftlich erwähnten Burgberg, "dessen Ursprünge wesentlich weiter zurückreichen", so Heiermann, wies sein Kollege Thomas Westphalen über die Muldeaue in Richtung Hohburger Berge. Dieses Ensemble, zu dem neben der Eilenburger Burganlage auch der Kapellenberg Groitzsch zählt, nannte er "eine der archäologischen Perlen Sachsens". Auf dem seit dem Mittelalter wehrhaften Burg- oder Schlossberg-Areal, das mit der Übertragung der Mark Meißen an Heinrich I. von Eilenburg aus dem Haus Wettin im Jahr 1089 als Geburtsstätte des wettinischen Territorialstaates und damit Sachsens gilt, konnten nunmehr Strukturen unterschiedlicher Ausbauphasen der Burg sowie archäologische Funde dokumentiert werden.

Als erste Ergebnisse präsentierte Grabungstechniker Matthias Rummer mittelalterliche bis neuzeitliche Keramikfragmente, ein etwa ein Meter breites Ziegelmauerfundament auf 25 Meter Länge, das parallel zur heutigen Gebäudewand des ehemaligen Gefängnisses freigelegt wurde und sehr wahrscheinlich Reste des früheren Schlossgebäudes darstellt. Ein abknickender Mauerzug zeugt schließlich sehr wahrscheinlich vom ehemaligen Seitenflügel. Darüber hinaus sind Reste von Ziegel- und Estrichfußböden zu sehen sowie im Süden eine treppenartige Struktur, wohl ein früherer Kellereingang zum Schloss.

Die Grabungen auf dem zirka 30 mal 6 Meter großen Baufeld mit dem Freilegen von Mauern werden voraussichtlich in dieser Woche abgeschlossen. Rummer konnte genaue Datierungen der Fundstücke noch nicht nennen. Petra Zimmermann, Leiterin des Bereiches Bau im Eilenburger Rathaus, schloss zudem nicht aus, dass der Bau von Versorgungsleitungen für die neue Pension, die bis Ende kommenden Jahres fertiggestellt werden soll, im Frühjahr noch einmal Ansatzpunkte für Archäologen bietet. "Wir arbeiten weiterhin eng mit der Stadtverwaltung zusammen", so die Fachleute.

Für den örtlichen Geschichts- und Museumsverein und die Stadtverwaltung begaben sich Hans Manhardt und Wolfgang Stein auf Spurensuche zum einstigen Aussehen des Eilenburger Schlossgeländes. Ansichten von 1516, 1650 und 1741 zeigen verschiedene Anbauten und Seitenflügel, die in der frühen Neuzeit zum Gefängnis umgebaut wurden. "Dazu ist uns schon vieles bekannt." Stein hatte beim Ortstermin einen dicken Ordner dabei. Auch mit LVZ-Beiträgen, die erst jüngst auf der Heimat-Seite veröffentlicht wurden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.11.2014
Von Karin Rieck

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