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Eilenburg Auf dem Eilenburger Kiessee könnten bald Hausboote schwimmen
Region Eilenburg Auf dem Eilenburger Kiessee könnten bald Hausboote schwimmen
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18:57 06.12.2017
Auf dem Goitzsche-See schwimmen sie schon: Hausboote. Sie sind beliebte Wochenend-Domizile. Quelle: Regina Katzer
Eilenburg

Könnten künftig Hausboote am Eilenburger Kiessee ankern und auch Bungalows gebaut werden? Zukunftsmusik. Derzeit ist das Freizeit- und Erholungszentrum am Eilenburger Kiessee in Winterruhe. Doch planerisch sollen in den kommenden Monaten Weichen für die Zukunft gestellt werden. Im Stadtrat fielen jetzt Beschlüsse, Bebauungspläne zu erstellen beziehungsweise zu ändern.

Planungs-Finanzierung

Das von der Betreibergesellschaft FEZ gepachtete Gelände, auf dem bisher gecampt und gebadet wird, liegt zum großen Teil auf Eilenburger Terrain und zum kleinen auf Doberschützer Grund. Die Stadt ist Eigentümerin der gesamten Flächen. Um für den Doberschützer Teil, den Südstrand, Baurecht vorzubereiten, soll jetzt ein Bebauungsplan erstellt werden, der festlegt, was wo erlaubt ist. Um den Einfluss der Stadt zu sichern, wird ein sogenannter städtebaulicher Vertrag geschlossen. Heißt: Eilenburg übernimmt die Planungsleistungen. Die Finanzierung aber übernimmt die FEZ-Betreibergesellschaft. Das tut sie ebenfalls für den großen Teil des Eilenburger Geländes, für den der B-Plan geändert werden soll.

Trubel im Vorfeld

Zum Jahresanfang hatte genau dieser städtebauliche Vertrag erheblichen Trubel ausgelöst. Denn im Zuge der Diskussion wurde klar, dass Bungalows, die auf dem Gelände bereits standen, keine Genehmigung hatten. Sie sind inzwischen zurückgebaut worden.

Damals war die Idee aufgekommen, dass sich eine extra Arbeitsgruppe aus Stadträten näher mit dem Projekt befasst. Diese wird es nicht geben. „So groß ist die Fläche gar nicht“, stellte Jürgen Prochnow (Die Linke) mit Blick auf den Südstrand fest. „Und die Ziele sind klar definiert: Es soll überplant werden. Es soll weiter öffentlich zugänglich bleiben. Wir sollten es nicht so kompliziert machen. Es geht darum, die Attraktivität zu erhöhen – und wenn es mit Hausbooten ist.“

Entwicklungs-Perspektive

Im Sinne der perspektivischen Entwicklung des Kiessee-Geländes zur allgemeinen Freizeit- und Erholungsnutzung ist, laut Aufgabenstellung für den Bebauungsplan, der Ausbau als Wochenendplatz und/oder zum Bootshafengelände mit Hausbooten denkbar. Denn dauerhaftes oder saisonales Wohnen auf dem Wasser, ohne dass ein Grundstück in Anspruch genommen, aber ein Bootssteg genutzt wird, sei derzeit auf vielen Gewässern angesagt. Immerhin seien die umsetzbaren Häuser auch eine flexible Geldanlage.

Die Straße zum Südstrand soll als öffentliche Straße mit Wendemöglichkeit ausgebaut werden. Das Regatta-Gelände des Rudervereins bleibt von den Planungen unberührt.

„Über die Lage des geplanten öffentlichen Rad- und Gehweges entlang des Sees muss noch diskutiert werden“, heißt es weiter. So lange das Freibad, dessen Gäste Eintrittsgeld zahlen müssen, existiert, kann ein öffentlicher Weg nur um den Campingplatz herumgeführt werden. Die Gesamtheit der Kiesgrube planerisch in den Blick zu nehmen, ist bisher nicht möglich, denn das Kieswerk arbeitet noch.

Kleine Wochenendhäuser

Für den größeren Teil des FEZ auf Eilenburger Gebiet muss der Bebauungsplan indessen nur geändert werden, weil er bereits existiert. Es soll nun eine Fläche als Sondergebiet „Wochenendplatz“ ausgewiesen werden. So deklariert dürfen dann die sogenannten Mobilheime, das sind Bungalows auf Rädern, auf Campingplätzen aufgestellt werden. Ebenso sind in diesen Sondergebieten auch „Kleinwochenendhäuser“ bis zu 40 Quadratmeter Grundfläche zuzüglich 10 Quadratmeter Freisitz möglich. Mit dem Plan soll auch die Anordnung der Parkplätze geklärt werden. Es wird davon ausgegangen, dass es eine zentrale Stellfläche geben wird. Auch die Art der Einfriedung und Energieversorgung könnten im Zuge dieses Verfahrens geregelt werden.

Von Heike Liesaus

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