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Auf der Spur eines Eilenburger Mörders

Bank-Tour Auf der Spur eines Eilenburger Mörders

Um für mehr Sitzmöglichkeiten in Eilenburg zu werben, hat sich der Stadtseniorenrat auch bei kühlen Temperaturen nicht von einer Bank-Tour abhalten lassen. Dabei gab es einen symbolischen Dank für Spenden, mit denen weitere Bänke angeschafft werden sollen.

Am Fuße des Eilenburger Burgberges hat Stadtführerin Birgit Rabe (rechts) auf der Bank-Tour ebenfalls viel Interessantes zu erzählen.

Quelle: Karin Rieck

Eilenburg. Die wohl letzte Hinrichtung des Mörders Johann Friedrich Dietrich in Eilenburg am 24. September 1841und was Stadtführerin Birgit Rabe darüber zu erzählen wusste – das machte die Bank-Tour des Stadtseniorenrates zum Schluss noch einmal spannend. In dieser Woche ließen sich durchschnittlich zehn Neugierige pro Station trotz frostiger Temperaturen nicht davon abhalten, auf den Spuren der Stadtgeschichte rings um Bank-Standorte links und rechts der Mulde zu wandeln. „Wir haben viel Interessantes und selbst als langjährige Eilenburger noch viel Neues erfahren“, fasste Marianne Aster, die Vorsitzende des Stadtseniorenrates, zusammen. Die Anfangsiebzigerin hätte sich zwar noch mehr Interesse für die immerhin kostenlose Stadtführung gewünscht. Weshalb es im nächsten Jahr bei gemütlicherem Wetter eine Neuauflage dieser Runde geben soll. Denn am Ziel, ideenreich weitere Mittel für neue Sitzmöbel in der Muldestadt zu einzuwerben, hält nicht nur der rührige Seniorenrat mit seinen Aktiven fest.

Dankeschön für 500 Euro

Diesmal nutzte das ehrenamtliche Gremium die aktuelle Eilenburger Adventskalender-Aktion in der Vorweihnachtszeit, lud zur Wanderung von Bank zu Bank ein. Und sagte zugleich bisherigen Sponsoren Dankeschön, die das Anliegen unterstützt haben. So gingen kleine Präsente im Bereich des Kreisverkehrs unterhalb des Burgberges zwischen Marianne Aster und Kathleen Krieg von Hand zu Hand. Die Geschäftsführerin der Seniorenresidenz Am Stadtpark konnte erst jüngst 500 Euro für eine neue Bank locker machen. Auch darüber hinaus sind das Unternehmen und der Seniorenrat bei verschiedenen Gelegenheiten gute Partner. „Die traditionelle Lesung mit Musikalischem und Literarischem ist zum Jahresende im liebevoll geschmückten Restaurant der Residenz immer eine schöne Einstimmung auf die Festtage“, nannte Aster ein Beispiel.

Auch Birgit Rabe verzichtete aufs Honorar für die vierstündige Bank-Runde und animierte wie die Gastgeber immerhin eine spontane Anzahl von Mitläufern zu kleinen finanziellen Gaben in Höhe von insgesamt 40 Euro. Die sind nunmehr ein Grundstein für weitere Spendenaktionen im nächsten Jahr. Wie berichtet, gelang es Stück für Stück in den vergangenen Monaten, die Finanzen für zehn neue Sitzmöbel im Stadtgebiet zusammenzubringen.

Ein Ständchen von Viertklässlern

Zwischen dem Startpunkt an der Grundschule Eilenburg-Ost – wo Viertklässler nicht nur selbst sangen, sondern auch zum Mitsingen animierten – ging es unter anderem über die Muldebrücke zum Rinckart-Haus am Külz-Ring, den Torbogen in der Leipziger Straße und, nach einer Aufwärm-Mittagspause im Haus der Volkssolidarität, über den Butzbacher Platz auf den Burgberg, zur Marienkirche und zum Ehrenfriedhof. Abschließend war es wohl nicht der Frost, sondern das Schicksal des Mörders Johann Friedrich Dietrich, das erschaudern ließ. Dieser sei in Mockrehna zur Schule gegangen, erzählte die Stadtführerin, habe dort Geld gestohlen und sei in Eilenburg aufgegriffen worden. Auch auf die kurze Schneiderlehre in Torgau folgten „Ungebührlichkeiten“ und dafür Peitschenhiebe. Bis er bei der Witwe Ziegner in Doberschütz für kleine Dienste mit Leinen oder Geld entlohnt wurde. Als man diese erdrosselt auffand, war der Mörder zunächst unklar. Es fiel aber auf, dass Johann immer wieder Leinen zum Kauf anbot. Bauer Pesdorf überraschte ihn schließlich beim Einpacken von Diebesgut. Mit großem Aufwand wurde er auf der damaligen Eilenburger Pfingstwiese geköpft.

Von Karin Rieck

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