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Eilenburg Aus altem Schulgebäude in Eilenburg wird ein Kinderheim
Region Eilenburg Aus altem Schulgebäude in Eilenburg wird ein Kinderheim
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00:18 12.06.2018
Die ehemalige Schule auf dem Berg soll Kinderheim werden. Quelle: Kathrin Kabelitz
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Eilenburg

Wie weiter mit dem Gebäude der Förderschule „Karl Neumann“ in Eilenburg? Mittlerweile ist klar, dass in dem Haus in der Halleschen Straße künftig ein Kinderheim untergebracht werden soll. Noch bis Mitte Juli läuft das mit einer Ausschreibung zu vergleichende Interessensbekundungs-Verfahren, „in dem wir anerkannte Träger der Jugendförderung auffordern, sich zu beteiligen und ein Konzept für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen vorzulegen“, so Nordsachsens Sozialdezernentin Heike Schmidt. Bei der Entscheidung, die der Jugendhilfeausschuss im August trifft, sei die inhaltliche Ausrichtung entscheidend. Der Fokus liege dabei auf Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 12 Jahre, die im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht werden müssen.

Bedarf an Plätzen ist gestiegen

Der Bedarf, so Heike Schmidt, sei auf jeden Fall da. Bisher sei es so, dass etwa die Hälfte der rund 250 betroffenen Kinder und Jugendliche außerhalb des Landkreises untergebracht werden müssten. Deshalb werde diese Möglichkeit genutzt, um dem steigenden Bedarf an Plätzen gerecht zu werden.

Noch bis Jahresende laufen Sanierungsarbeiten. 2015 hatte eine Wasser-Havarie dem Gebäude arg zugesetzt. Eine Kostenerhöhung von ursprünglich 560 000 auf 1,6 Millionen Euro führte beim Schulträger des Landkreises dazu, Alternativ-Varianten zum künftigen Standort der Förderschule zu finden. Die gibt es mittlerweile, die Schule ist seit geraumer Zeit am Standort in der Dr.-Belian-Straße untergebracht. Dass die bisher finanziell nicht zu stemmende Sanierung nun doch möglich ist, hat mit unterschiedlichen Fördermöglichkeiten zu tun. Eine Förderschule unterliege nicht der Verantwortung der Kinder- und Jugendhilfe. Zwischenzeitlich sei angedacht gewesen, an diesem Ort unbegleitete minderjährige Asylbewerber (UmA) unterzubringen. Der nicht mehr bestehende Bedarf ermögliche es nun dem Landkreis, mit Hilfe von Fördermitteln des Freistaates „das Gebäude, das bis dahin aufgrund der finanziellen Lage nicht saniert werden konnte, doch noch zu nutzen“. Der Landkreis, so Heike Schmidt, wolle entsprechend zu reagieren, sollte sich die Situation bezüglich der UmA ändern. Denkbar sei dann auch eine gemischte Unterkunft, in anderen Landkreisen oder Bundesländern werde dies auch schon so gehandhabt.

Villa wurde 1848 gebaut

1848 ließ die Familie des Arztes Leonhardi das Gebäude in der Halleschen Straße errichten, das ab 2006 weitere wechselnde Besitzer aus dem örtlichen Unternehmertum hatte. Im Zweiten Weltkrieg wurde es Kinderheim, danach für kurze Zeit sowjetische Kommandantur. Ab 1946 diente die Villa wiederum als Kinderheim. Die Förderschule für geistig Behinderte zog in ein komplett saniertes Gebäude mit einem Anbau 1994 ein.

Von Kathrin Kabelitz

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