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Ausstellung im Eilenburger Mauerturm: Ina Hantschmann präsentiert Quilts

Kunst Ausstellung im Eilenburger Mauerturm: Ina Hantschmann präsentiert Quilts

Abstrakte Formen, bunte Tiere oder Werke, die an Gemälde erinnern: Die Eilenburgerin Ina Hantschmann fertigt sogenannte Quilts. Die aufwendig genähten Steppdecken sind derzeit bei der Adventsausstellung im Eilenburger Mauerturm zu sehen – und erfüllen neben künstlerischem Anspruch auch noch ganz praktische Zwecke.

Bunte Farben, abstrakte Formen: Gudrun Woiczikowski und Sonja Kockel bewundern die Arbeiten von Ina Hantschmann im Eilenburger Mauerturm.

Quelle: Thomas Jentzsch

Eilenburg. Es ist gute Tradition zur Weihnachtszeit: An den Adventssonntagen lockt der Eilenburger Mauerturm alljährlich mit einer eigenen Kunstausstellung. Neben der aktuellen Weihnachtskugel präsentiert der Burgverein auch stets Arbeiten lokaler Künstler.

Quilts im Mauerturm

In diesem Jahr fiel die Wahl auf Werke der Eilenburgerin Ina Hantschmann, die seit Jahren kunstvolle Quilts – bestickte Steppdecken, die aus drei Lagen zusammengefügt werden – entwirft. Eine Entscheidung, die ganz natürlich fiel, wie sie betont. „Kunst und Handwerk waren in unserer Familie schon immer stark ausgeprägt, meine Mutter war Kunstlehrerin, meine Großmutter Schneiderin – die Nähmaschine war Grundausstattung“, erinnert sie sich.

Ihre erste Quilt-Arbeit entstand dennoch eher aus Zufall. „Ich habe mir für meine erste eigene Wohnung ein Kissen genäht, bei dem allerdings die Rückseite fehlte“, so Hantschmann. „Also habe ich die einfach aus Stoffresten zusammengenäht.“ Inzwischen hat sich das Hobby zur künstlerischen Ausdrucksform entwickelt. Wo zu Beginn noch geometrische Formen im Vordergrund standen, zieren nun auch Tiere oder an Gemälde erinnernde Muster ihre Werke.

Viele neue Ideen

An Ideen mangelt es Hantschmann dabei nicht. „Ich trage ständig etwas im Kopf herum, das will einfach raus“, schmunzelt die 54-Jährige, die im Hauptberuf an der Friedrich-Tschanter-Oberschule unterrichtet. Viele Werke entstehen aus Zeichnungen, die sie so oft zu Papier bringt, bis sie jeden Strich verinnerlicht hat. „Am Ende zeichne ich die Vorlage dann quasi mit der Nähmaschine nach.“

Kunstwerke dauern ihre Zeit

Gestalterische Vielfalt entsteht zusätzlich aus verschiedenen Techniken: Mal werden Stoffe ge- oder entfärbt, mal zusätzlich Perlen aufgebracht, teils auch von der Nähmaschine ganz traditionell zur Handarbeit gewechselt. Das schlägt sich auch in der Arbeitszeit wieder: Bis zu einem Jahr kann, je nach Aufwand und Größe, für ein Werk anfallen. „Die Handquilt-Technik habe ich mir extra von Esther Miller, einer Amish, die inzwischen in Berlin lebt, beibringen lassen“, erklärt sie. Einsatz und Aufwand haben sich gelohnt. Zahlreiche Ausstellungen, unter anderem auf der Leipziger Messe oder der Dresdener Kunsthofpassage, sowie einige Preise dokumentieren Hantschmanns Stellung innerhalb der Quilter-Szene.

Die Arbeit an neuen Stücken ist für Ina Hantschmann dabei Herausforderung und Entspannung zugleich, mit immer neuen Variationen wird Langeweile vermieden. Es ist auch nach all den Jahren immer noch die Technik, die die Eilenburgerin begeistert. „Bei jedem Werk ist immer der Weg das Ziel“, betont sie. Das allerwichtigste, unterstreicht sie, sei letztlich aber der praktische Nutzen ihrer Werke. „Natürlich steht vor allem der künstlerische Ausdruck im Vordergrund – jede Arbeit soll aber am Ende auch benutzt werden können.“ Entsprechend finden ihre Kunstwerke schon mal als kuschelige Tagesdecke Verwendung – und vielleicht nach der Ausstellung auch ihren Weg unter den ein oder anderen Weihnachtsbaum. Denn viele von Ina Hantschmanns Werken können vor Ort direkt erworben werden. Adventsausstellung im Mauerturm Eilenburg am Sonntag von 14 bis 17 Uhr, Eintritt frei.

Von Bastian Fischer

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