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Auto-Sperren bremsen Radler in Eilenburg aus

Radweg Eilenburg-Wölpern Auto-Sperren bremsen Radler in Eilenburg aus

Wie können Autofahrer davon abgehalten werden, die mittlerweile zum Radweg umgestaltete ehemalige B 87 zwischen Eilenburg und Wölpern zu nutzen? Die dort installierten Bügel sind zwar gut zu sehen, aber sie bremsen die Radler aus.

Rot-weiße Absperr-Bügel an der Brücke über die Bahn sollen Autofahrer abhalten und für Radler besser zu sehen sein.

Quelle: privat

Eilenburg. Rot-weiß gestreifte Bügel stoppen seit einigen Tagen die Zufahrt zur Brücke auf dem Radweg zwischen Eilenburg und Wölpern, zu dem die ehemalige B 87 seit einigen Jahren geworden ist. Und Thomas Sigismund, passionierter Radfahrer aus Behlitz, ist mehr als erstaunt: „Das soll wieder weg“, so seine Reaktion. Denn früher hatte es einfach Poller gegeben, die an der Überfahrt der Brücke über die Bahnstrecke Autos abhalten sollten. Die sollten bitteschön wieder her. Denn es sind Barrieren, die nun errichtet wurden. Die Radfahrer müssen je nach Geschick stoppen oder gar absteigen, um ihr Gefährt zwischen den Bügeln hindurch zu fädeln.

Aber die Eilenburger Stadtverwaltung hat diese neue Sperre nicht grundlos aufgebaut. Anfang Dezember wurde in der LVZ über die Poller als Gefahrenquelle berichtet. So lag ein Wölperner vier Monate lang im Koma, war acht Monate im Krankenhaus, kann seinen Beruf in der Kfz-Fertigung nicht mehr nachgehen. Er war einen Moment unaufmerksam und gegen einen der Pfähle gefahren. Bei einem Fahrradausflug hatte er sich nach hinten umgesehen, weil er gerufen wurde.

Der Wölperner Frank Reinhard prallte mit dem Rad gegen einen der damals noch installierten Poller und erlitt ein Schädelhirntrauma

Der Wölperner Frank Reinhard prallte mit dem Rad gegen einen der damals noch installierten Poller und erlitt ein Schädelhirntrauma.

Quelle: Heike Liesaus

An die Zeitung hatte er sich aber erst gewendet, als er gesehen hatte, dass der Poller noch gefährlicher geworden war. Denn ein Auto war offenbar mit derartiger Wucht dagegen und darüber gefahren, dass der Pfahl schräg stand. Und offenbar hatte es an dieser Stelle noch mehr Unfälle gegeben. Ein Bekannter von ihm sei dort ebenfalls zu Fall gekommen. Von dem Totalschaden am Rad eines anderen hörte er in der Werkstatt. Des Weiteren kursieren Berichte über einen Mopedfahrer, der sich schwerste Verletzungen zuzog, weil sich seine Gruppe, allerdings in unerlaubter Weise, auf der Strecke bewegte: Wegen der vor ihm Fahrenden sah er das Hindernis zu spät und prallte dagegen.

Als die Stadtverwaltung von den Vorfällen erfuhr, reagierte sie umgehend, ließ die Pfeiler demontieren und kündigte an, Bügel zu bestellen und zu installieren. Das ist nun passiert. Die rot-weißen Bügel sollen besser sichtbar und somit weniger gefährlich für die Radler sein. Denn ohne Absperrung wird es nicht gehen. Auch die Poller waren nicht umsonst installiert worden. Das Dilemma: Die Brücke auf der Bahn-Strecke Halle-Guben gibt es seit dem Sommer 2012.

Verbotsschilder werden ignoriert

Sie wurde im Zuge der Fortführung der Eilenburger B-87-Umgehung, die seit mehr als fünf Jahren in Betrieb ist, für Fußgänger und Radler gebaut. Doch regelmäßig verirren sich Autofahrer auf den Weg, der für den Kraftverkehr gesperrt ist. Die Verbotsschilder werden ignoriert. „Es haben sogar schon Lkw versucht, dort über die Brücke zu kommen“, berichtet der Jesewitzer Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV). In seiner Gemeinde liegt das andere Ende des Weges. Auch ihn macht das Verhalten der Kraftfahrer ratlos.

Dabei geht es offenbar meist nicht darum, eine Abkürzung zu nutzen. Viele folgen eisern der Linie, die ihnen ihr Navigationsgerät vorgibt. Dort ist die aktuelle B 87 oft noch nicht programmiert. Stimmen virtuelle Vorgaben nicht mit der Realität überein, ist die Orientierung weg. „Ich habe mal einen Lkw-Fahrer angehalten, der unbedingt durch eine gesperrte Baustelle wollte“, berichtet Tauchnitz. „Ich habe ihn gefragt, warum er sich nicht an Umleitungsschilder hält und er genau dort durch muss. Er meinte, weil sein Navi das sagt.“

Von Heike Liesaus

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