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B-87-Fortführung: Bau hat begonnen

B-87-Fortführung: Bau hat begonnen

Das wollte sich Rolf Aster nicht nehmen lassen: Ein Termin auf der Baustelle, auf der derzeit die Vollendung der Eilenburger B87-Ortsumgehung im Zuge der Bahnübergangsbeseitigung vollendet wird.

Eilenburg. Projektleiter Steffen Sonnekalb ging gern mit ihm die Strecke, die bereits von der B107 aus zu sehen ist, ab. Dort haben die Baumaschinen etwa einen Kilometer für die sogenannte Dammaufstandsfläche abgegraben und den Untergrund verdichtet.

Nach dem ersten Spatenstich, der schon Ende August gesetzt wurde, war augenscheinlich außer den Untersuchungen der Archäologen nichts passiert. Die Bauvorbereitungen liefen im Hintergrund. Jedoch war auch Sonnekalb im Jahr 2004 bei der Freigabe der B-87-Ortsumgehung davon überzeugt gewesen, dass der Baubeginn für den Rest nicht lange auf sich warten lassen würde. Doch dann hatten Planfeststellungsbehörden und Naturschutz erst einmal einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Und wer aus Richtung Leipzig auf die Umgehung will, fährt seitdem etwa reichlich drei Kilometer Zick-Zack-Umweg. Und Rolf Aster, der Mann der mit seinen Mitstreitern jahrelang Druck für die Umgehungsstraße gemacht hat, wurde bei seinen Gängen durch die Stadt in den vergangenen Wochen oft gefragt: „Was ist denn nun?“ Oder er hört von absoluten Pessimisten gar: „Das kommt ja doch nicht.“ Das trifft den 75-Jährigen, der schon mal als Mister Ortsumgehung tituliert wird, schwer.

Angefangen hat die Initiative 1995 mit einem Flugblatt, mit dem gegen das Eilenburger Verkehrschaos protestiert und der sofortigen Baubeginn der Ortsumgehung B87 gefordert wurde. 9000 Eilenburger unterschrieben. Aster steht seitdem an der Spitze der Bürgerinitiative, die für die Ortsumgehung und ihre Weiterführung kämpft. Und noch immer telefoniert er regelmäßig zum Stand mit Bernd Rohde, dem Abteilungsleiter Verkehr im sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, hält Verbindung zu Politik und natürlich auch zum Straßenbauamt. Und er wollte bei seiner Baustellenbesichtigung unbedingt dahin, wo die Bagger ganz oben am Feldweg schaufeln. Kein Problem, dass er gerade einen Krankenhausaufenthalt wegen einer Rücken-OP hinter sich hat. „Hier wird ein Traum wahr“, sagte er als er oben angelangt war. Und er bedauerte erneut, dass Werner Viehweg, der Mitbegründer der BI das alles nicht mehr mit erleben konnte.

„An dieser Stelle wird dann der Hügel etwas durchschnitten“, zeigte Steffen Sonnekalb den weiteren Verlauf. „Viele mögen sich an den Kopf gegriffen haben: Warum machen die das nach den archäologischen Untersuchungen wieder zu“, vermutete der Projektleiter. Aber ungeschützter Baugrund würde sonst über den Winter vernässen. Da sei kein Risiko einzugehen. „Das ist sonst nicht mehr herauszubekommen.“ Sonnekalb findet so eine Stelle, die auf natürliche Weise entstanden ist. Der Boden wippt unter seinen Schuhen elastisch wie fester Pudding. „Das muss ausgetauscht werden“, stellte er fest.

Nach der Vorbereitung des Dammaufstandsfläche werde der Erdkörper aufgebaut, dann das sogenannte Straßenplanum vorbereitet. Darauf werde dann die Trasse mit gebundenen und ungebundenen Schichten aufgetragen. „Die bauen den Schotter ein, sagt man“, erklärte er. Schließlich kommen noch drei Lagen Asphalt drauf, dann könnten diejenigen ran, die alles noch mit weißen Markierungen versehen, die Schutzplanken und die Beschilderung aufstellen. Ende November soll die Straße komplett sein.

Einige Details an der 3,5 Kilometer langen und 3,5 Millionen Euro teuren Strecke: Am Knotenpunkt mit der B107, an dem auf die B87 aufgefahren wird, ist die vorhandene Lichtsignalanlage auf die neue Situation einzustellen und eine weitere aufzubauen. „Diese wird vor allem deshalb nötig, weil die Sicht nicht gewährleistet ist“, erklärte Sonnekalb. Er breitete noch die Baupläne aus und erläuterte die Einbindung für den Jesewitzer Ortsteil Wölpern. Die vorhandene Trasse wird vor dem Dorf bis auf einen Radweg zurückgebaut. Und die Wölperner bekommen eine extra Auffahrt aus ihrer Richtung auf die neue B 87. Selbst zwei Durchlässe für Kleintiere wie Kaninchen weist der Plan aus.

Heike Liesaus

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