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Eilenburg B 87 neu: "Große Enttäuschung"
Region Eilenburg B 87 neu: "Große Enttäuschung"
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13:37 27.08.2011
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Eilenburg

Nach Informationen dieser Zeitung stehen hinter dem geplanten vierstreifigen Ausbau weit mehr Fragezeichen, als bislang vermutet.

Hauptgrund ist offenbar die zu erwartende Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung in der Region, die den Wünschen einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Das Autobahnamt Sachsen, das sich derzeit intensiv mit der B 87 n beschäftigt, hat vom sächsischen Verkehrsministerium den Auftrag bekommen, für die Planungen die Wirtschafts- und Bevölkerungsprognose bis 2025 heranzuziehen. Diese sei "maßgeblich für alle Planungsvorhaben", betont Burkhard Zscheischler, Sprecher des sächsischen Autobahnamtes. Demnach sei der "bisher geplante vierstreifige Querschnitt der B 87 n zu überprüfen". Die endgültigen Ergebnisse sollen im Herbst feststehen. Doch schon jetzt zeichnet sich ab: Der Verkehr wird sich bis 2025 "nicht mehr so dynamisch entwickeln wie beispielsweise in den Jahren nach der Wiedervereinigung", sagt Zscheischler.

Für den Ausbau der B 87 n hat das weitreichende Folgen. Laut Autobahnamt, das dem FDP-geführten sächsischen Wirtschaftsministerium unterstellt ist, müsse der Ausbau "regional differenziert" erfolgen. Zscheischler: "Von der A 14 bis Eilenburg ist die Begründung für den vierstreifigen Querschnitt nach wie vor gegeben. Im weiteren Verlauf bis über die Elbe dagegen können die prognostizierten Verkehrsmengen auch mit einem dreistreifigen Querschnitt bewältigt werden."

Der "B-87n-Gipfelstürmer" und Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe (CDU), der das Treffen für Montag arrangiert hat, sagt dazu: "Ich bin überrascht und ziemlich enttäuscht. Es geht um die Erschließung einer ganzen Region." Kolbe will weiter für den vierspurigen Ausbau kämpfen. Auch der nordsächsische Landrat Michael Czupalla (CDU) erwartet jetzt "eindeutige Bekenntnisse" in Sachen Vierspurigkeit. Alles andere wäre "eine große Enttäuschung".

Anders sieht es der Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen), Sprecher für Verkehrspolitik im Osten: "Ich sehe die Notwendigkeit weder für einen drei- noch für einen vierspurigen Ausbau." Seiner Auffassung nach würde sich die wirtschaftliche Entwicklung mit solchen Straßen nicht verbessern. "Es wäre sinnvoller, an geeigneten Stellen Ortsumfahrungen zu bauen, um die Bürger zu entlasten. Ansonsten klaffen hier Wunsch und Realität auseinander", sagt er mit Blick auf die Kosten, die der Bund derzeit ohnehin nicht stemmen könne. Das sieht das sächsische Autobahnamt offenbar ähnlich. "Wenn wir auf der Vierstreifigkeit beharren, wird der Bund das Nutzen-Kosten-Verhältnis dafür ansehen und höchstwahrscheinlich sagen: Das finanzieren wir nicht. Bei einem dreistreifigen Ausbau sieht der Nutzen-Kosten-Rahmen dagegen sehr gut aus und die Straße bleibt bauwürdig", gibt der Sprecher des Autobahnamtes zu bedenken.

Die sächsische Behörde ist jedenfalls gewillt, mit ihrer neuen Untersuchung zu belegen, dass sich ein dreispuriger Ausbau von Eilenburg bis Torgau sehr wohl rechnet. "Wir sehen eine sachliche Begründung dafür. Und die werden wir auch vertreten. Ob der Bund unsere Untersuchung bestätigt und die erforderlichen Finanzmittel bereitstellt, wird zu besprechen sein", so Zscheischler.

Die Mittelstandsvereinigungen CDU Nordsachsen und Elbe-Elster stehen derweil hinter der vierspurigen Trasse. Sie fordern die zuständigen Behörden auf, "mit dem Vorhaben baldmöglichst in Torgau" zu beginnen. "Eine schnelle Anbindung an Leipzig ist für den gesamten Mittelstand im Torgauer Raum unverzichtbar", erklärt Vorstandsmitglied Albert Pfeilsticker. "Es handelt sich bei der Trasse nicht nur um eine regionale Straße, es geht um die Anbindung der gesamten Region an die Verbindung Leipzig-Polen", ergänzt Thomas Lehmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag Elbe-Elster.

Nico Fliegner

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