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Eilenburg Bad Dübener Bundespolizei übt im einstigen Chemiewerk in Eilenburg
Region Eilenburg Bad Dübener Bundespolizei übt im einstigen Chemiewerk in Eilenburg
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18:00 07.06.2018
Eine zugemauerte Tür muss von den Einsatzkräften durchbrochen werden. Im Gebäude haben sich ein oder zwei Täter verschanzt, weitere unbeteiligte, verletzte Personen sind im Objekt, Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Wissen Sie, was da los ist? – Dass die Scheiben am Eingang des ECW-Gebäudes an der Ziegelstraße in Eilenburg seit langem kaputt sind, hat die junge Frau, die sich am Donnerstagmorgen in der Redaktion meldet, noch gar nicht bewusst wahrgenommen. Diesmal fällt ihr das zerborstene Glas auf, weil rot-weißes Flatterband den Bereich zur Straße absperrt, Mannschaftswagen der Polizei und Rettungswagen zum Wasserturm rasen.

Dübens Bundespolizei probt in Eilenburg lebensbedrohliche Einsatzlage

Schnell ist klar: All das ist eine Übung der 4. Hundertschaft der Bundespolizeiabteilung Bad Düben. Fußballfanbegleitung und lebensbedrohliche Einsatzlagen stehen im Fokus mehrerer Ausbildungstage, die mit dieser Übung enden. „Polizeikräfte müssen sich auf wechselnde Lagen einstellen und diese lösen. Was die Kollegen erwartet, wissen sie nicht – von den Örtlichkeiten angefangen bis hin zu den gespielten Lagen“, sagt Bundespolizei-Sprecher Michael Marx.

Schüsse im ECW-Gebäude – Bundespolizisten aus Bad Düben und Bereitschaftspolizisten aus Leipzig führten am Donnerstag in Eilenburg eine Übung durch.

Erst randalierende Fußballfans, dann Schüsse im einstigen ECW-Gebäude

Los geht es am frühen Morgen am Bahnhof Ost. Eine Gruppe Fußballfans hat unplanmäßig den Zug verlassen, es gibt verbale Auseinandersetzungen, einzelne Rangeleien. Die Beamten sind dabei, die Lage zu beruhigen, da folgt der nächste Einsatzbefehl: Ein oder zwei Personen haben im Chemiewerk um sich geschossen. Die Lage ist unübersichtlich, es gibt Verletzte. Anfahrt, Einnahme der äußeren Sicherung, Suche nach/Stellen des Täters/der Täter, Bergung von Verletzten aus dem Gefahrenbereich durch Einsatzkräfte und polizeiärztlichen Dienst, Übergabe an zivile Rettungsdienste, einschließlich des Transportes in Kliniken, so sieht das von Vize-Hundertschaftsführer Polizeihauptkommissar Falko Potratz entworfene Szenario aus. Theoretisch ist alles klar.

Kurz vor Mittag nimmt Einsatzleiter Udo Gruner die Führungskräfte zusammen. Mit dem Annähern an das Areal, das erstmals die Kulisse für solch eine Übung bietet, ist der Erste Polizeihauptkommissar zufrieden, mit dem weiteren Vorgehen nicht. Neue Anweisungen folgen. Die Polizisten, die kauernd, stehend oder liegend lange hinter Mauern und Gebüsch gewartet haben, nähern sich mit Waffen im Anschlag dem Gebäude. Mit einer Ramme muss die zugemauerte Tür geöffnet werden. Später sind Schüsse und Rufe zu hören. Laute Rufe ertönen: „Nehmen Sie die Hände hoch!“ Menschen, teilweise verletzt, laufen hinaus, die Suche nach dem Täter beginnt. Schüsse fallen, Rufe zu hören. Verletzte sind aus dem Gefahrenbereich zu bringen und an den zivilen Rettungsdienst zu übergeben.

Bereitschaftspolizei und DRK sind bei Übung in Eilenburg dabei

Die Übung dauert Stunden an, bei den Temperaturen kein Kinderspiel. Auch wenn Einsätze dieser Art im wahren Bundespolizei-Leben Ausnahme sind – zur Ausbildung gehören sie dazu. Neben einem Zug der Bereitschaftspolizei Leipzig sind vier RTW-Besatzungen mit angehenden Notfallsanitätern vom Bildungswerk des DRK aus Delitzsch, eigene Rettungsfahrzeuge sowie Nordsachsens Leitende Notärztin Ellen Mack vor Ort. Das Besondere an dieser Übung ist, dass rund 20 Leicht- und Schwerverletzte zu versorgen sind. Da komme es umso mehr auf die Kommunikation aller Kräfte, aber auch aller Einheiten an, so Marx.

Von Kathrin Kabelitz

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