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Bäckereien in Eilenburg und Bad Düben wollen mit eigenen Kreationen punkten

Traditionsbetriebe bedroht Bäckereien in Eilenburg und Bad Düben wollen mit eigenen Kreationen punkten

Es ist ein hartumkämpfter Markt für Unternehmen: Wie optimistisch Betriebe des Bäckerhandwerks, die noch richtig selbst backen und nicht nur Fertiges in den Ofen schieben, in Eilenburg und Bad Düben in die Zukunft blicken, hat nun eine kleine Umfrage in beiden Städten ergeben.

Michael Ziehe von Eilback in Eilenburg bereitet jeden Tag den Sauerteig traditionell zu – mit Wasser und Mehl.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg/Bad Düben. Mit dem Aus der Bäckerei Holz in Eilenburg im Frühjahr erlebte das Traditionshandwerk in der Region einen herben Rückschlag. Die Nachfolgersuche steht auch in dieser Woche im Terminkalender des Eilenburger Oberbürgermeisters Ralf Scheler (parteilos). Wie das Treffen mit einem potenziellen Interessenten ausgeht, darüber will das Stadtoberhaupt demnächst informieren. Wie sieht es bei den anderen Bäckereien aus?

Mit 18 Mitarbeitern und einem Azubi ist Eilback mit der Zentrale in der Eilenburger Puschkinstraße in der örtlichen Branche die größte Bäckerei, in der seit 1992 auf traditionelle Art Brot, Brötchen sowie Feinbackwaren hergestellt werden. Bekannt ist das Unternehmen auch für sein kreatives Torten-Angebot. Geschäftsführer Michael Ziehe verweist außerdem auf Herzhaftes wie belegte  Brötchen und Kanapees. „Wir kämpfen uns durch. Der Umsatz könnte zwar besser sein. Aber gute Fachleute sind bei uns als Helfer immer willkommen“, sagt der Chef und zeigt sich mit den Dienstleistungen, „die wir in diesem Umfang noch als letzter Betrieb in Eilenburg anbieten“, zufrieden. Neben den beiden Filialen in der Puschkin- und der Halleschen Straße gehören zu Eilback außerdem in Delitzsch die Produktionsstätte mit Verkauf in der Bismarck- sowie das Geschäft in der Breitscheid-Straße.

Im Eilenburger Ortsteil Kospa will Dietmar Einhorn mit seinen fünf Mitarbeitern „durchhalten bis zum Umfallen“. Der Meister führt den elterlichen Betrieb seit 1978. An Rente könne er noch nicht denken, so der 62-Jährige. Seine Bäckerei gilt dank der Qualität der Waren als eine Art Geheimtipp, kann sich über Zuspruch nicht beschweren. Vor allem zum Wochenende,  freitags und samstags, formieren sich vor der kleinen Verkaufsstelle am Grundstück Zur Mühle 8 die Wartegemeinschaften. Trotzdem ärgert sich der Meister über immer mehr Auflagen und Regeln, die seine Arbeit belasten. „An der Tankstelle geht es mit den Preisen auf und ab. Aber uns kleinen Handwerkern wird das Bestehen im Wettbewerb schwer gemacht“, schimpft er. Da sei es kein Wunder, wenn der Nachwuchs in der Branche ausbleibt.

700 Gäste am 3. Oktober beim traditionellen Hoffest der Bäckerei Paetsch in Bad Düben sprechen für sich. Heiko Paetsch, Chef des größten Bäckereibetriebes der Kurstadt mit sieben Verkäuferinnen, der Produktionsstätte und drei Verkaufsstätten, erholt sich gerade für einige Urlaubstage und war deshalb nicht erreichbar. Baut das Paetsch-Team aber auch bei diversen Volksfesten seinen mobilen Ofen auf, dann geht das eigene Backwerk weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln, was auch künftig Zuspruch garantieren dürfte. Ein Renner ist der Speckkuchen.

Für die Produkte der Bäckerei von Eveline Nagorny im Zscheppliner Ortsteil Glaucha, die außerdem eine Filiale am Bad Dübener Markt betreibt, nehmen sogar Kunden aus Leipzig den Weg auf sich, um dort einzukaufen. „Halten Sie durch“, höre sie dann immer mal wieder. Auch im Hause Nagorny wird alles mit entsprechener Qualität selbst gebacken, was vor allem die Kundschaft ab ungefähr 30 zu schätzen weiß. Aber auch hier, bedauert die Chefin, fehlen Lehrlinge und Fachkräfte. Verkäuferinnen zu bekommen, sei weniger ein Problem. Auf zwei Gesellen, die hier gelernt haben und geblieben sind, setzen die Nagornys auch künftig.

Jürgen Beckert wünscht sich mehr Zuspruch fürs Selbstgebackene. „Wegen der günstigen Bäckerware aus dem Ausland geht auch unser Umsatz zurück“, sagt der dritte Dübener Vertreter seiner Zunft, der ebenfalls Nachwuchssorgen beklagt.

Karin Rieck und Andrea Schrader

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