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Eilenburg Bärchen in Eilenburg ist jetzt Schatzsuche-Kita
Region Eilenburg Bärchen in Eilenburg ist jetzt Schatzsuche-Kita
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06:00 30.03.2016
Lizenz für die Schatzsuche: Nadja Hasnuovi (links) und Lisa Gotthardt sind für die Eltern-Kurse qualifiziert. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Auf dem Boden liegt ein blaues Tuch, darauf ein betagter Reisekoffer. Eine Karte mit Meer und Inseln steht an der Wand. Es geht schon ein bisschen maritim zu, als das Schatzsuche-Projekt in der Eilenburger Kindertagesstätte Bärchen vorgestellt wird. Die Kita in der Röberstraße ist eine von zwölf, die sich in Sachsen als erste auf diese spezielle Expedition begeben. Die Idee: Erzieherinnen werden qualifiziert, Eltern weiterzubilden. Nadja Hasnuovi und Lisa Gotthardt, 31 und 25 Jahre jung, besuchten den Lehrgang in Dresden, sie werden Ende April das Zertifikat in den Händen halten. Die Kindertagesstätte kann sich schon jetzt mit dem Schild Schatzsuche-Kita schmücken, das erklärt: „In dieser Einrichtung wird das Elternprogramm Schatzsuche durchgeführt.“ Im zweiten Halbjahr sollen die Kurse in der Kita starten.

Zweck und Inhalte wurden jetzt den Kolleginnen vor Ort sowie im Anschluss Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) und der Leiterin des Bereichs Bürgerservice Annett Krause vorgestellt. Denn die Stadt ist Träger der Kita. „Ein Vorteil des Projekts: Erzieherinnen haben, anders als externe Dozenten, schon eine gewisse Vertrauensbasis zu den Eltern aufgebaut“, erklärte Kerstin Schnepel vom Verein Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung das Vorgehen. Die Pädagoginnen, die Kinder und Eltern jeden Tag vor Augen haben, sehen schließlich auch, mit welchen Fragen sich alle immer mal wieder konfrontiert sehen: „Wann sage ich ja, wann nein? Oft gibt es die Angst, dass das Kind irgendwelche psychischen Schäden davontragen könnte, wenn ihm Grenzen gesetzt werden. Oder dass es Defizite haben könnte, wenn es nicht drei Angebote am Nachmittag wahrnimmt“, nannte Kita-Leiterin Antje Heyde Beispiele. Unsicherheiten gibt es viele: Was ist noch gut in Sachen Medien-Nutzung? Welche Entwicklungsschritte sind normal? Wo gibt es Erfahrungen mit welchen Ritualen? Schließlich kennen viele das „Ich hab so Durst“, wenn für den Nachwuchs eigentlich Nachtruhe und für die Eltern etwas Entspannung angesagt sein sollte.

Der Name „Schatzsuche“ betont es: Bei diesem Projekt soll nicht nach Fehlern gesucht, sondern es sollen Potenziale gefunden werden. So wurde auch das Geheimnis des Reisekoffers gelüftet: In ihm ist bei jedem Treffen ein Umschlag mit einem neuen Reiseziel zu finden, gilt es, eine neue Schatzinsel zu entdecken: Da geht es mal um die seelische Widerstandsfähigkeit und Schutzfaktoren. Dann wieder darum, zu verstehen, wie sich Kinder entwickeln, wie sich Ressourcen und Entwicklungschancen erkennen und nutzen lassen. Es wird dem nachgegangen, was Gefühle sagen, wie sie zum Ausdruck kommen. Es geht um Streitkultur und respektvolles Miteinander, oder darum, wie jeder in der Familie Freiräume für Eigenes und Gemeinsames findet und wie mit Ritualen umgegangen werden kann.

„Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten, ist manchmal gar nicht so einfach. Häufig sehen wir vor allem das, was schwierig ist, was Stress macht und uns besorgt. Was macht unsere Kinder stark? Was hilft ihnen, gesund aufzuwachsen und sich wohl zu fühlen? Was können wir tun, damit uns Erziehung Spaß macht und weniger stresst?“, so wird die Einladung aus der Kita Bärchen an die Eltern gehen. Werden sie die Kurse, die da kostenlos und in kleinen Gruppen laufen sollen, annehmen? „In Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein, wo das Projekt schon seit einiger Zeit läuft, sind Kurse voll“, konnte Kerstin Schnepel berichten.

Von Heike Liesaus

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