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Eilenburg Basketball – und der Eilenburger Isen im Rollstuhl ist mittendrin
Region Eilenburg Basketball – und der Eilenburger Isen im Rollstuhl ist mittendrin
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00:38 19.05.2018
Schüler der Karl-Neumann-Schule spielen im Rollstuhl Basketball, dabei ist an sich nur Isen (im hellblauen T-shirt) auf dieses Hilfsmittel angewiesen. Quelle: Ilka Fischer
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Eilenburg

Isen Ameti ist mit 14 Jahren nicht nur der Jüngste in der Werkstufenklasse der Karl-Neumann-Schule in Eilenburg. Er sitzt aufgrund einer Muskelschwundkrankheit auch als einziger im Rollstuhl. Jetzt war der Roma aus Mazedonien, der seit anderthalb Jahren an der Schule für geistig Behinderte lernt, aber mal nicht nur dabei, sondern richtig mittendrin.

Wie ein ganz normaler Junge sein

Denn am Dienstag packte Jürgen Wicka, Präsident des Behindertensportclubs Zwickau, gleich ein Dutzend Rollstühle für Isens Mitschüler aus. Und Isen hatte plötzlich dank seines Rollstuhlfahrerkönnens Vorteile. „Er ist in dieser Stunde einfach mal einer von vielen. Und richtig aufgeblüht“, beobachtete Alexandra Petzold, die als pädagogische Fachkraft das Integrationsprojekt an die Schule holte. Überhaupt hätte der Junge in den vergangenen Monaten eine richtig gute Entwicklung genommen. Er strotzt zwar auch noch heute nicht vor Selbstbewusstsein. Doch er geht inzwischen auf die Leute zu, lernt schwimmen und „ärgert mich immer“, so Alexandra Petzold mit einem Schmunzeln. Beim Basketballspiel war Isen jedenfalls einfach ein ganz normaler Junge, der sich mit den anderen so manchen harten Fight lieferte.

Für das eigentliche Basketballspiel, das so lange dauerte, bis es 10:10 Unentschieden ausging, hatte der 41-jährige Arian Krug so manchen Tipp. Der Jugendtrainer beim Behindertensportclub Zwickau sitzt selbst seit seinem 18. Lebensjahr im Rollstuhl und spielt in der 2. Bundesliga. Schnell hatten die 14- bis 19-Jährigen den Bogen raus, ließen die Reifen der Rollstühle quietschen und den Ball durch die Halle fliegen.

Schüler haben viel Spaß

Das freute auch Jürgen Wicka: „Unser Verein bietet das Projekt auf Ehrenamtsbasis an. Lediglich die Transportermiete und die Spritkosten müssen bezahlt werden.“ Dass dieser in diesem Fall der Förderverein der Schule übernommen hat, davon hat nicht nur Isen profitiert, denn auch Marcel, Sven und alle anderen hat der Rollstuhl-Basketballsport viel Spaß gemacht. Am Schluss rollten sie jedenfalls alle glücklich bis kleinen Buffet – gemeinsam mit Isen.

Von Ilka Fischer

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