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Eilenburg Baulärm stört Trauerfeiern am Eilenburger Ost-Friedhof
Region Eilenburg Baulärm stört Trauerfeiern am Eilenburger Ost-Friedhof
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09:16 22.11.2016
Der Fußweg vor dem Friedhofseingang wird nun bereits gepflastert. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Die Baustelle Sprottaer Landstraße ist nicht allein für Anlieger und Passanten der Straße selbst und der Umleitungsstrecke eine Belastung. Auch Besucher des Friedhofs Ost sind mit Erschwernissen konfrontiert. Wie beurteilen Eilenburger Bestattungsunternehmen die Situation? „Es ist schon ein bissel unmöglich“, fasst es Nicole Tschiersch vom Bestattungshaus Steinbach zusammen. Sie meint damit in erster Linie den Baulärm. Die Arbeiten werden bei einer Trauerfeier zwar unterbrochen, „aber nur wenn wir die Mitarbeiter noch einmal direkt ansprechen. Dabei werden doch die Termine vorab an die Firma durchgestellt. Und es ist doch zu sehen, wenn sich eine Trauergemeinde versammelt“, so die Bestatterin. Gerade wenn eine große Feier ansteht, sei im Vorfeld viel zu tun und da falle der extra Gang, um Ruhe zu bitten, ins Gewicht. Problematisch sei zudem für Trauernde, den Weg zum Friedhofs-Parkplatz zu finden. Normalerweise gibt es die Zufahrt über die Sprottaer Landstraße, aber dort ist nun Baustelle. Der Umweg führt über August-Bebel-Straße und Straße An der Heide. „Aber das ist nicht ordentlich ausgeschildert“, beschreibt Nicole Tschiersch die Situation. „Natürlich weisen wir die Angehörigen im Vorfeld darauf hin, aber sie haben nun mal anderes im Kopf und stehen dann vor einem Rätsel.“

Das sieht auch Axinia Jentzsch vom gleichnamigen Eilenburger Bestattungshaus als Problem. „Generell haben wir uns aber mit der Baufirma arrangiert“, erklärt sie. „Wir sagen Bescheid und sie setzt die Arbeiten aus, wenn eine Trauerfeier ansteht.“ Die Zufahrt für die Bestatter sei gewährleistet. Wenn Angehörige mit Behinderung an einer Beerdigung teilnehmen, seien diese berechtigt, die Zufahrt durchs Tor des Haupteingangs zu nutzen. Diese sei jedoch wegen der Baustelle derzeit „Millimeterarbeit“, so Nicole Tschiersch. Das mache gerade bei Verabschiedungen am Sarg Probleme. „Der Tod ist nun mal nicht vorhersehbar, auf der anderen Seite muss die Straße gebaut werden“, zeigt sie Verständnis. „Doch gerade für ältere Menschen, die auf Rollstuhl oder Rollatoren angewiesen sind ist, es unmöglich. Das hätte das doch bei so einer Planung berücksichtigt werden müssen.“ Sie hofft nun einfach, dass die Zufahrt bis zur Winterpause wieder möglich ist.

„Generell sind die Bauleute aber sehr entgegenkommend“, lobt eine Anwohnerin, die vor Ort anzutreffen ist. „Der Baulärm ist ganz normal und außerdem ist ja ab 17 Uhr Schluss.“ Jedoch war die Vollendung des Straßenausbaus, der unter Regie des Landkreises läuft, bis 30. November geplant. Wegen der langen Lieferzeit für ein Bauteil des Stauraumkanals ist eine „unvorhergesehene technologische Pause“ nötig. Über den Jahreswechsel wird auf alle Fälle Ruhe sein: Die Baustelle schließt spätestens zum 22. Dezember und nimmt die Arbeiten frühestens am 16. Januar wieder auf. Wann es im neuen Jahr tatsächlich weitergeht, ist abhängig vom Wetter. Spielt das mit, soll in diesem Jahr der Abschnitt ab Rosa-Luxemburg-Straße bis zur Kreuzung „An der Heide“ und der August-Bebel-Straße komplett fertig werden. Somit wäre das Problem mit dem Zugang zum Friedhof dann Geschichte. Der Kreuzungsbereich und weitere 30 Meter in Richtung Bahnübergang wären nächstes Jahr dran und die Straße über die Feiertage befahrbar. Für das Reststück wird mit vier Wochen Bauzeit gerechnet.

Die Umleitung für den überörtlichen Verkehr in Richtung Sprotta ist derzeit über die B 87 ausgewiesen. Aus Richtung Sprotta ist für Lkw bis Teppichfreund frei. Wer zu Autotag, Teppichfreund oder zur Wasserskianlage möchte, wird auf die Umleitung verwiesen. Die August-Bebel-Straße ist mit Halteverbot und als 30er-Zone ausgeschildert. Bushaltestellen in der Sprottaer Landstraße werden derzeit nicht bedient.

Von Heike Liesaus

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