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Eilenburg Bauschutt verschandelt Muldeufer bei Glaucha
Region Eilenburg Bauschutt verschandelt Muldeufer bei Glaucha
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00:50 27.04.2018
Der Bauschutt wurde einfach die Uferböschung runtergekippt. Foto: privat
Glaucha

Im Muldebogen bei Niederglaucha herrscht Idylle pur. Der Fischadler kreist über den Wiesen, eine Zauneidechse huscht ins Gebüsch und in der Ferne tuckert ein Traktor über die Muldewiesen. Doch Mitarbeiter des nordsächsischen Umweltamtes können die schöne Umgebung diesmal nur bedingt genießen. Sie sind inmitten des sensiblen Naturschutzgebietes einer Umweltsünde auf der Spur. „In diesem Fall“, so lobte die Mitarbeiterin, deren Namen das Landratsamt nicht veröffentlicht wissen will, „hat uns eine Bürgerin informiert.“ Zwar nicht die richtigen Gedanken, aber viel Arbeit hat sich der Müllvandale schon gemacht. Denn immerhin hat er den Bauschutt aufgeladen, ein Gelände befahren, das nicht befahren werden darf und den Bauschutt direkt an einem Steilufer runtergekippt. Wie lange die Ziegel, die einzelnen Fliesen und der Beton mit Armierung den etwa vier Mal sieben Meter großen Bereich des Ufers bereits bedecken, ist ungewiss.

Landwirt kann nicht helfen

Die Mitarbeiterinnen des Landratsamtes im Gespräch mit dem Landwirt. Quelle: Ilka Fischer

Auch Hans-Helmut Wolf vom Landwirtschaftsbetrieb Wolf, der gerade in unmittelbarer Nähe das Grünland abschleppt und bei dem die beiden Frauen nachfragen, kann nicht weiter helfen. Er nutzt aber die Chance, seinem Ärger Luft zu machen. „Ich hoffe, dass da hart durchgegriffen wird“, und meint das nicht nur in diesem konkreten Fall. Die Bauern hätten beispielsweise auch immer wieder mit auf ihren Feldern illegal entsorgtem Grünschnitt zu kämpfen.

Doch zurück zu diesem Fall. Die beiden Mitarbeiterinnen des Landratsamtes können da nur versprechen, dass in jedem Fall versucht wird, den Verursacher zu finden. Aufgrund der Lage im Uferbereich des Gewässers und im festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Vereinigten Mulde droht dann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit einer Strafe von bis zu 10 000 Euro. Außerdem muss er die Kosten der Müllbeseitigung tragen.

Wer weiß, wo es solche Fliesen gab?

Allerdings, so wissen die beiden auch, sei die Aufklärungsquote gering. „Doch vielleicht hilft in dem konkreten Fall die doch sehr auffällige Fliese weiter?“, möchten die beiden Mitarbeiterinnen die Hoffnung nicht ganz aufgeben und wollen diesen Beitrag auch als Zeugenaufruf verstanden wissen.

Gelingt es nicht, den Verursacher der illegalen Abfallablagerungen zu finden, trägt in der Regel die Allgemeinheit die Kosten für die Entsorgung. Wie teuer das wird, lässt sich auch in Niederglaucha nur schwer abschätzen. Doch es dürfte einige Zeit und Ressourcen kosten, jeden einzelnen Ziegel von dem Steilufer zu bergen. Umso ärgerlicher: Einmal auf den Hänger geladen hätten die geschätzt fünf Tonnen Bauschutt bei den nordsächsischen Entsorgern circa 150 Euro gekostet.

Landratsamt bittet um Hinweise zu illegalen Müllablagerungen

Das Landratsamt möchte eindringlich alle Einwohner bitten, aufmerksam und wachsam durch die Umwelt zu gehen. Jeder Hinweis zu illegalen Abfallablagerungen oder anderen Umweltverstößen mit Angaben zur Tatzeit, Ort und gegebenenfalls Fotos der Tat oder Ablagerung können bei der Ermittlung hilfreich sein. Dabei ist jedoch immer auf die Eigensicherung zu achten.

Die Mitarbeiter des Umweltamtes im Landkreises Nordsachsen nehmen unter der Telefonnummer 03421/7584102 gern sämtliche Hinweise entgegen.

Von Ilka Fischer

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