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Baustopp bei Gordemitzer Biogasanlage: Investorenfirma ist insolvent

Baustopp bei Gordemitzer Biogasanlage: Investorenfirma ist insolvent

Es sollte eine der größten Biogas-Anlagen der Region werden. Doch jetzt ist die Baustelle weitgehend verwaist. Um die sieben riesigen Behälter, die in Sichtweite der B 87 bei Gordemitz in den vergangenen Monaten errichtet wurden, ist es ruhig geworden.

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Die Kräne sind weg. Dabei fehlen die Dächer auf den Fermentern. Die Baustelle der Biogasanlage Gordemitz ist verwaist.

Quelle: Heike Liesaus

Gordemitz. - Der Grund: Die Investorenfirma AC Biogas Gordemitz ist insolvent. Nur im Bereich der Übergabestation waren dieser Tage Bauarbeiter zu sehen, die Pflasterarbeiten ausführten. An den grünen Containern, in denen der Druck des erzeugten Gases erhöht und dieses dann ins Netz eingespeist werden sollte, funktionierte auch die Außenbeleuchtung.

Die Gasnetzbetreiberfirma Ontras, die in den vergangenen Monaten bereits die Leitung unter der B 87 hindurch bis an die Baustelle gelegt hat, will ihre Arbeiten offenbar abschließen. "Wir machen dort Sicherungsmaßnahmen, stellen die Zuwegung her", bestätigt Ontras-Sprecher Ralf Borschinsky auf Nachfrage. "Die Verträge sind nicht gekündigt." Allerdings könnten die Container bei Bedarf auch schnell wieder demontiert werden.

Bei der AC Biogas in Münster will man derzeit keine Auskünfte geben, ob und wie das Projekt vollendet werden soll. Es wird um Geduld gebeten. Für die AC Biogas Gordemitz, die in Chemnitz ansässig ist, wurde mittlerweile ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Die bisherigen Planer können nicht sagen, wie es weitergeht. Die AC Biogas hatte im September Insolvenz angemeldet. Im Oktober war dann zur Restrukturierung der Ausstieg aus zwölf der über 100 zur Gruppe gehörenden Anlagen vermeldet worden. Damit mussten diese zwölf Gesellschaften den Weg in die Insolvenz antreten.

Die meisten der betroffenen Projekte stehen in Brandenburg, das Gordemitzer ist das einzige in Sachsen. Die AC Biogas verspricht sich durch die "Konzentration auf profitable Anlagen mit einer soliden Finanzierung" die Verbesserung der Sanierungsperspektive.

Mittlerweile müssen Material und Leistungen im Wert von mehreren Millionen Euro in den Bau in Gordemitz geflossen sein. Schließlich sei der größte Teil fertig, erklären Insider. Sollten die geänderten Bedingungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zum 1. Januar den Ausschlag gegeben haben? Allerdings war geplant, die Anlage bereits bis zum Jahresende in Betrieb zu nehmen.

Noch am 21. August wurde eine Stellenausschreibung für einen Bewirtschafter veröffentlicht. Dienstantritt: 15. November. In der Anlage sollte in der Region anfallender Hühnermist verwertet werden, 14 000 Tonnen jährlich, vor allem aber große Anteile an Pflanzenmasse, Mais-, Gras- und Ganz- pflanzensilage, - rund 56 000 Tonnen pro Jahr insgesamt waren ange- kündigt.

Pläne zur Verwertung des Hühnerdungs hatte ein junges Unternehmen bereits vor acht Jahren gemacht. Damals sollte Strom erzeugt werden. Es wurde ein erster Bebauungsplan aufgestellt. Dann war es still geworden ums Projekt. 2011 war mit der agri.capital ein neuer Investor da, der Aufräumarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Containerdienstes startete und die AC Biogas Gordemitz gründete.

Begeisterung hatte die dann viel größer dimensionierte Anlage im Umfeld nicht ausgelöst. Für Empörung sorgten zwischenzeitlich Pläne, die Lagerung von Ein- und Ausgangsstoffen sechs Kilometer entfernt bei Ochelmitz vorzunehmen. Doch auch dem Antrag zur Aufstellung des Bebauungsplanes, der Lagerflächen auf einem benachbarten Areal, ermöglichte hatte der Gemeinderat eine Absage erteilt. Allerdings hätte das nach damaligen Aussagen der Planer den Bau nicht grundsätzlich in Frage gestellt, die Lagerung sollte nun dort erfolgen, wo die Biostoffe anfallen und die Transporte in anderen Zeiträumen stattfinden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.12.2014
lis

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