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Begegnungszentrum für Sprotta

Begegnungszentrum für Sprotta

855 Jahre Sprotta - eigentlich kein Grund, diese Jahreszahl so explizit in den Vordergrund der dörflichen Feierlichkeiten zu stellen. Doch dafür hatten sich die Heimatfreunde diesmal bewusst entschieden, denn aus der Kindertagesstätte "Storchennest" soll ein Begegnungszentrum werden.

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Erheben das Glas auf das geplante Begegnungszentrum: Bürgermeister Roland Märtz (links), Gisela Herrmann (Zweite von links) und Uwe Storek vom Kultur- und Heimatverein und Kita-Leiterin Anja Schickert.

Quelle: Nico Fliegner

Sprotta. Ein besonderer Anlass also. Und dafür fiel am Sonnabend im feierlichen Rahmen der Startschuss.

Hier geht doch was! Wenn man am Wochenende durch Sprotta gefahren ist, kam man an bunten Wimpelketten, hübsch geschmückten Häusern und bäuerlich dekorierten Vorgärten unweigerlich vorbei. Sprotta war mal wieder in Feierstimmung - und nach der 850-Jahr-Feier vor fünf Jahren konnte jetzt noch eins draufgesetzt werden. Kultur- und Heimatverein sowie Gemeinde wollen aus dem Kindergarten ein Begegnungszentrum machen; Vertreter enthüllten unter musikalischer Begleitung des Posaunenchores eine Informationstafel vor dem Kita-Gebäude.

"Die Idee hatte unsere ehemalige Kindergarten-Chefin Frau Hermann", erzählt der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (CDU). Alte wie Junge sollen künftig unter einem Dach zusammen kommen. Dahinter steckt ein ganz praktischer Gedanke. "Wir haben seit vielen Jahren dafür gekämpft", erzählt Gisela Herrmann. "Sprotta hatte bisher keinen Treffpunkt, es gibt kein Bürgerhaus, wir hatten quasi nichts." So gab es ursprünglich die Idee, aus dem verwaisten Konsum einen Bürgertreff zu machen. Doch der bauliche Aufwand und letztlich die Betriebskosten wären ein teures Unterfangen geworden. So habe man sich entschieden, die Kita zu erweitern, um Platz für Kinder, Senioren und Vereine aus dem Dorf zu schaffen. "Dann können wir uns austoben, haben viel Platz und größere Veranstaltungen sind auch möglich", ergänzt Kita-Chefin Anja Schickert.

Wie Bürgermeister Märtz sagt, werden in den nächsten Wochen die Vorarbeiten beginnen. Nadelgehölze vor dem "Storchennest" müssen weichen, um Platz für den neuen, 55 Quadratmeter großen Anbau zu machen. 62 000 Euro wird die Gemeinde Doberschütz investieren, rechnet mit etwa 40 000 Euro Fördermitteln aus dem EU-Programm Integrierte Ländliche Entwicklung. "Das ist eine der letzten Maßnahmen. Wir haben Glück gehabt. Ich hoffe, auch noch für das Sportlerheim in Doberschütz Mittel zu bekommen", so Märtz weiter. Bis zum Winter soll der Rohbau stehen, im Februar der komplette Anbau fertig sein.

Die Dorfgemeinschaft freut sich über das Engagement von Heimatverein und Gemeinde, die hier Hand in Hand arbeiten. "Wir haben wieder viele junge Familien mit Kindern bei uns", sagt Einwohner Günter Bernstädt. Es gebe einen guten Zusammenhalt, nachbarschaftliche Bande und nachwachsende Generationen, was wichtig sei für funktionierendes dörfliches Leben.

Und so waren auch am Samstag Jung wie Alt gleichermaßen auf den Beinen, schauten sich die Vorführungen der Feuerwehr an, die ein spezielles Hochdruckgerät zum Löschen von Entstehungsbränden präsentierte. Das kostet etwa 8000 Euro, die Floriansjünger hätten es gern und warben schon mal für die Anschaffung bei Gemeinderäten.

Geöffnet hatten auch die Landwirtschaftsbetriebe im Dorf, darunter der Schwarzbachhof Stichel, wo Kinder reiten oder Ziegen und Hühner füttern konnten, und die Agragenossenschaft Heideglück, die zum Probe-Melken einlud. In Stellung hatten sich zudem die Männer von den Lanzfreunden Sachsen mit ihren wuchtigen Maschinen gebracht, luden zu Rundfahrten ein. Tagsüber und am Abend konnten die Sprottaer und Gäste schließlich in gewohnter Manier viel Sport und ein buntes Dorffest-Programm auf dem Festplatz erleben, das gestern Abend endete.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2013

Nico Fliegner

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