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Bei Mörtitz wird wieder gerammt: Zehn-Millionen-Euro-Projekt läuft noch bis 2018

Deichbau Bei Mörtitz wird wieder gerammt: Zehn-Millionen-Euro-Projekt läuft noch bis 2018

Dem Naturschutz ist Genüge getan. Der Deichbau bei Gruna geht weiter. Für zehn Millionen Euro wird der Deich auf etwa acht Kilometer Länge mit Spundwänden ertüchtigt. Damit besteht ab 2018 Schutz vor einem sogenannten 25-jährigen Hochwasser. Doch der Bau muss auch danach noch weiter gehen.

René Puziak (rechts) und René Renner von der Bau- und Haustechnik Bad Düben beim Brunnenbau an der ehemaligen Pumpstation Mörtitz. Insgesamt geht es elf Meter tief. Damit wird das Grundwasser in diesem Bereich temporär abgesenkt, um nicht mehr benötigte Rohrleitungen, die durch den Deich hindurchführen, zurückbauen zu können.

Quelle: Wolfgang Sens

Laußig/Mörtitz. Es ist unüberhör- und unübersehbar. Die im März aus naturschutzrechtlichen Gründen anberaumte Deichbau-Pause endete jetzt. „Die Baufirmen sind damit an die Mulde bei Laußig zurückgekehrt“, so Stefan Hain, der das Projekt vor Ort für die Landestalsperrenverwaltung (LTV) leitet. Bereits von November bis Februar war bei Gruna gerammt worden, was das Zeug hielt. Zwei Firmen hatten hier zeitgleich an verschiedenen Orten das rund zehn Millionen Euro teure Vorhaben der LTV begonnen. Sie stabilisieren den insgesamt acht Kilometer langen Deich zwischen Laußig über Gruna bis Mörtitz, mit Ausnahme der Ortslage Gruna, komplett mit Spundwänden.

Zwei Problemstellen bei Mörtitz

Für die südlichen 3,5 Deichkilometer hatte im Vorjahr die sächsische Firma Heinz Lange den Zuschlag erhalten. Bis zur Pause im März hatte sie auf 1,4 Kilometer Länge die bis zu 15 Meter langen Spundwände in den Deich bekommen. „Seit vorigen Dienstag rammen wir nun an den zwei Schadstellenbereichen“, so Geschäftsführerin Janet Lange. Dies betrifft zum einen den Bereich direkt bei Mörtitz. Hier waren beim Jahrtausendhochwasser 2002 als erste Deichbruchsicherung unter anderem Betonelemente und sonstige „gerade verfügbaren Materialien“ verbaut worden, die nun erst mal entfernt werden müssen.

Alte Leitung im Deich muss raus

Zum anderen handelt es sich ein Stück stromabwärts um die ehemalige Pumpstation Mörtitz. „Hier muss eine durch den Deich führende stillgelegte Bewässerungsleitung ausgebaut werden“, so Stefan Hain. Dabei arbeitet auch die Firma Bau- und Haustechnik als Subunternehmer. René Puziak und René Renner waren in diesen Tagen gerade dabei, einen von der Deichkrone aus gemessenen elf Meter tiefen temporären Brunnen zu bauen. Dieser ermöglicht dann eine Grundwassersabsenkung und damit den Rohrleitungsausbau. „Wenn diese beiden Schadstellen mit je 100 bis 150 Meter Länge fertig sind, fehlen noch rund 1,5 Kilometer Spundwand“, rechnet Stefan Hain vor. Diese werden bis 2018 gerammt. Mit der Fertigstellung sind die Anlieger dann zumindest wieder vor einem Hochwasser geschützt, wie es statistisch alle 25 Jahre auftritt. Bei einem noch größeren Hochwasser wird der Deich zwar überströmt, bleibt aber standhaft.

Im Norden wird Deich schon begrünt

Die nördlicheren 3,1 Kilometer, die von Laußig über Gruna reichen, hatte die sächsische Bietergemeinschaft mit den Firmen Reinhold Meister Wasserbau GmbH und V&C Metzner GmbH bereits bis März komplett gerammt. „Hier“, so Stefan Hain, „muss jetzt nur noch der Deich begrünt werden. Außerdem fehlen noch zwei Überfahrten.“ Die Baufirma ist vor Ort und wird bis Ende August alles abgeschlossen haben.

Die LTV baut in Laußig aber nicht nur Deiche. So müssen hier auch noch etwa drei bis vier weitere Millionen Euro in den Ersatzneubau des Sieles Ziegelgraben sowie in ein Auslaufbauwerk mit zwei sieben Meter breiten Stemmtoren investiert werden. Für dieses Vorhaben wird derzeit die Genehmigungsplanung erstellt. Läuft alles glatt, kann im Herbst 2018 losgelegt werden.

Warten auf den Ringdeich Gruna

Der Ringdeich Gruna, der die 175-Einwohner zählende Ortschaft dann sogar vor einem 100-jährigen Hochwasser schützt, lässt aber weiter auf sich warten. Im März hatten die vom Ringdeich betroffenen Gemeinden Laußig und Doberschütz die kompletten Planungsunterlagen erhalten. Inzwischen findet die Auswertung der Stellungnahmen und Einwände statt. Ein Baubeginn vor 2019/2020 ist aber nicht realistisch.

Von Ilka Fischer

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