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Eilenburg Besucher staunen über die Awo-Werkstatt in Eilenburg
Region Eilenburg Besucher staunen über die Awo-Werkstatt in Eilenburg
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19:35 18.10.2017
Nico Stechemesser zeigt die Türschließanlagen, die er und seine Kollegen in der Elektroabteilung montieren. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Livemusik gleich am Eingang. So wurden am Mittwoch die Besucher des Tags der offenen Tür in der Eilenburger Zweigwerkstatt der Arbeiterwohlfahrt empfangen. „Das ist unser Gitarrenkurs“, erklärt Chef Jörg Zschörnig. Jens Sperling leitet die Gruppe, aber sonst den Bereich Elektromontage. Und nach dem letzten Lied empfiehlt er mit einem Augenzwinkern den Rundgang: „Es macht sehr viel Spaß, unseren Kollegen bei der Arbeit zuzugucken.“ Auf der Tour zeigt Jörg Zschörnig auch den Förderbetreuungsbereich, in dem es in erster Linie darum geht, Menschen mit schwerer Behinderung eine Tagesstruktur zu vermitteln und ihnen, wenn möglich, langfristig den Weg in einen der Arbeitsbereiche zu ebnen.

Viele Eilenburger nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen der Awo-Werkstätten im Gewerbegebiet auf dem Schanzberg zu gucken. Den ganzen Tag über konnten die Besucher den Mitarbeitern über die Schultern schauen und viele Fragen stellen.

Gleich darauf sind auch Jens Sperling und seine Mitarbeiter wieder zu sehen. In der Elektromontage wurden in den vergangenen drei Jahren Industrieleuchten montiert. „Aber wenn Not am Mann ist, helfen wir auch anderen Abteilungen“, erläutert Sperling, warum gerade Verpackungen für die Delitzscher Schokoladenfabrik gefaltet und beklebt werden.

Null-Fehler-Quote

Weiter hinten hantieren Mitarbeiter mit Metallbauteilen und Kabeln: „Das sind Türöffner. Das, was so summt, wenn aufgemacht wird“, erklären Dietmar Sachert und Nico Stechemesser. Und in der Abteilung nebenan? „Wir machen Dichtungen für Türzargen“, beschreibt es Mitarbeiterin Birgit Lux. „Sie werden auf bestimmte Länge zugeschnitten. Dann werden sie aufgespult und je nach Auftrag mit Zubehör und Montage-Anleitung in Beutel gepackt.“ In der Metallwerkstatt geht’s lauter zu, laufen Bohrmaschinen und Metallsägen. „Das sind Arbeitsplätze mit teils sehr hohen Anforderungen“, erklärt Jörg Zschörnig. Winzige Bohrungen werden in Stecker für Computer gesetzt. „Sie werden bis nach Japan geliefert. Es gilt eine Null-Fehler-Quote. Heißt: Wenn sich in einer 10 000-Stück-Lieferung ein fehlerhaftes Teil findet, würde alles zurückgeschickt.“

Nicht jeder Mensch ist für jede Tätigkeit geeignet. Die Mitarbeiter werden individuell nach ihren Fähigkeiten eingesetzt. Sie durchlaufen dazu für zwei Jahre eine Berufsbildung. Dafür wurde von den Werkstätten Sachsen-West extra ein Kompetenzzentrum eingerichtet. Martina Czako, eine der Besucherinnen, ist nachdem sie auch Keramikwerkstatt und Tierpension gesehen hat, beeindruckt: „Wir vom Stadtseniorat waren schon öfter hier, es ist immer wieder erstaunlich, was hier gemacht wird.“

Von Heike Liesaus

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