Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Bienen sind die Stars im Eilenburger Tierpark
Region Eilenburg Bienen sind die Stars im Eilenburger Tierpark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 08.07.2018
Jürgen Weinert zeigt dem siebenjährige Elias Hein eine Drohnenbrut und erklärt dem Jungen die Besonderheiten. Bildergalerie: www.lvz.de/Region/Eilenburg Quelle: Foto: Anke Herold
Anzeige
eilenburg

Ein gedrungener Körper, Fühler, Facettenaugen und nicht größer als 18 Millimeter und sie sieht auf den ersten Blick einer Arbeiterbiene sehr ähnlich: Aber dieses kleine Flügeltier hat im Gegensatz zur Artgenossin keinen Stachel. Die Rede ist von einer Drohne.

Am Wochenende wurde das Bienenfest im Tierpark Eilenburg gefeiert.

Dieses possierlichen Tierchen gab es am Wochenende neben den anderen Bienen zu bewundern. Besonders der kleine Elias Hain aus Langenreichenbach hatte das nützliche Insekt in sein Herz geschlossen und beobachtete genau, was das Gliedertier auf seinem Arm tat.

„Ich habe eine Drohne auf der Hand. Eine Drohne ist nämlich eine männliche Biene“, klärt der tierbegeisterte Siebenjährige auf. „Eigentlich könnte sie wegfliegen aber das tut sie nicht, vielleicht mag sie mich ja“, überlegt er weiter und beobachtet, wie das Insekt seinen orangefarbenen Rüssel ausstreckt.

Drohne hat keinen Stachel

„Angst, dass er gestochen wird, muss der Junge nicht haben, denn eine Drohne hat keinen Stachel“, weiß Jürgen Weinert. Er ist Vorsitzender und mit der zweiten Vereinsspitze Christine Prautzsch im Tierpark Eilenburg vor Ort, denn am Wochenende lud der ortsansässige Imkerverein zum Bienenfest ins hintere Terrain des Kleinzoos ein.

Die junge Frau und der Herr sind noch in Schutzkleidung, als sie die Bienenstöcke öffnen und die Wabenscheiben herausholen. Hier ist langsame Bewegung, Geduld und etwas Vertrauen gefragt. Mit einem Smoker, in dem getrocknetes Gras verräuchert wird, werden die Bienen außerdem leicht zurückgedrängt. „Durch den Qualm wird ein kleiner Waldbrand simuliert, die Biene bereitet sich auf eine Flucht vor und füllt ihren Magen mit einem Vorrat. Sie ist nun so sehr damit beschäftigt, dass der Imker in Ruhe seine Arbeiten verrichten kann“, erklärt die Imkerin. Während die Arbeitsbienen mit der Brutpflege beschäftigt sind, kümmern sich die Sommerbienen um das Nektarsammeln. Sechs Wochen lang dauert der Prozess. Dem gesammelten Nektar wird in den Waben immer wieder Wasser entzogen, bis letztlich nur der Honig übrig beliebt und mit nur maximal 18 Prozent Wassergehalt dauerhaft haltbar ist.

Magazine werden geöffnet

Am Sonntag war es nun Zeit, die Magazine zu öffnen und die Ernte herauszuschleudern. Der Bienenstock im Tierpark wird von den Imkern seit dem Jahr 2005 betreut. Wie der Honig aus den Waben ins Glas kommt, wird vor Ort anschaulich gezeigt. Vor dem Schauhäuschen drängen sich inzwischen die Besucher. Marcel Schöne nimmt eine Wabe nach der anderen unter die Lupe und befreit die Waben vom Wachs, bevor sie in den Schleuderautomaten kommen. Dieser Vorgang heißt entdeckeln, denn die fleißigen Bienen haben jede einzelne Wabe mit Bienenwachs gut verschlossen. Vier Waben passen in das Gerät. Mittels Zentrifugalkraft wird der Honig nun aus der Wabe gewonnen. Aus der Schleuder fließt der goldene und dickflüssige Saft noch durch ein Sieb und wird in einem Eimer aufgefangen.

Schleudervorgang ist ein echtes Erlebnis

Für die vielen Kinder war der Schleudervorgang ein echtes Erlebnis und so drängen sich hier die jüngsten Besucher und sehen aufmerksam zu, wie das gesunde Lebensmittel zutage gefördert wird. Beim Schleudervorgang heißt es vor allem mit der Nase schnuppern und sofort breitet sich der Duft von frischen Lindenhonig aus. Wer nun Appetit bekommt, kann sich an den Imkerständen im Imbissbereich des Tierparks durch die verschiedensten Honigsorten schlecken. Außer dem Honig bieten die Vereinsmitglieder Propolis und Kerzen aus eigener Produktion zum Verkauf an. „Wir freuen uns über das große Interesse der Besucher“ resümiert Christine Prautzsch und fügt hinzu: „Das Wetter an diesem Wochenende ist natürlich ideales Honigschleuderwetter.“ In den Bienenstöcken kehrt nach kurzer Aufregung nun wieder Ruhe ein. Für die Besucher aber wird das Bienenfest noch lange in Erinnerung bleiben.

Von anke herold

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

An diesem Wochenende mussten die Freiwilligen Feuerwehren zu zahlreichen Bränden in der Region um Eilenburg ausrücken.

08.07.2018

Lange hat es gedauert: Am Dienstag fällt der Startschuss für das Wohngebiet Sprottaer Bucht. Die Gemeinde Doberschütz rechnet mit einer großen Nachfrage für das Bauland.

10.07.2018

Es ist unübersehbar: Der Eilenburger Ratskeller ist dicht. Pächter Peter Steinberg wirft das Handtuch – und hat mehrere Gründe dafür.

10.07.2018
Anzeige