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Biogasanlage in Gordemitz: Gärtürme wachsen in die Höhe

Biogasanlage in Gordemitz: Gärtürme wachsen in die Höhe

Es ist nicht zu übersehen: Nahe der B 87 bei Gordemitz, einem Ortsteil der Gemeinde Jesewitz, wachsen die Gärbehälter einer Biogasanlage aus dem Boden. Dort baut die AC Biogas, die ihren Hauptsitz in Münster, aber auch Niederlassungen in Chemnitz und Berlin hat.

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Sechs Behälter von der neuen Anlage sind zu sehen. An einem siebenten im Hintergrund arbeitet die Betonpumpe.

Quelle: Heike Liesaus

Gordemitz. Hühnerdung aus den Ställen der Region und Pflanzen sollen zu Biomethan werden, das ins Netz geht.

Längst sind auf der Baustelle nahe des Schwarzen Berges die Reste des ehemaligen Containerdienstes abgebrochen. Dank des milden Wetters konnte seit Februar gebaut werden, ist vor Ort zu erfahren. Sechs der riesigen Behälter sind bereits zu sehen, auch an einem siebenten wird betoniert. Sie haben die endgültige Höhe noch nicht erreicht. Es soll aber auch noch ringsum Erde angefüllt werden.

Seit 2006 wird am Projekt Umwandlung von Hühnerdung in Energie in Gordemitz gearbeitet. Zuerst wollte die Leipziger Firma Biogas-Anlagen ein neues Verfahren zur Umwandlung von Hühnerdung in Gas und Strom umsetzen. Vor einigen Jahren übernahm die agri.capital die Anlage. Sie will hier ein anderes Verfahren, bei dem auch Pflanzen eingesetzt werden, anwenden und erweiterte zudem den Umfang der Anlage. Das führte nicht nur zu Änderungen von Grenzen auf dem Bebauungsplan, sondern brachte auch Probleme bei der Ausweisung von Lagerflächen. Nachdem ein Silo-Projekt im etwa vier Kilometer entfernten Ochelmitz wegen Anwohner-Protesten nicht umgesetzt wurde, war die immissionsschutzrechtliche Genehmigung 2012 mit der Auflage erteilt worden, die Flächen nachträglich auszuweisen.

Eine Antwort auf eine aktuelle Anfrage dieser Zeitung der agri.capital-Pressestelle zum Projekt steht noch aus. Aktuell baut sich das Unternehmen selbst um. Seit knapp einer Woche heißt agri.capital AC Biogas und hat ein neues Konzept. Die Energiewende soll "proaktiv" mitgestaltet werden. Ein wesentlicher Baustein sei die Nachhaltigkeit des gesamten Rohstoffmanagements, das mit dem 2013 gegründete Schwesterunternehmen AC Agrar, sichergestellt werde: Zum einen soll Biomasse eingesetzt und parallel dazu Getreide als Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung angebaut werden, so die Pressemitteilung anlässlich der Umfirmierung. "Dafür wurden eigens Flächen in Deutschland, Russland und Rumänien erworben oder gepachtet, die größtenteils jahrelang als Brachland still lagen und nun zum Anbau von Lebensmitteln rekultiviert werden", informiert die AC Biogas. So leiste die AC Agrar einen Beitrag zur Balance zwischen Anbau von Energiepflanzen und Lebensmittelproduktion. Der Anspruch an Nachhaltigkeit beinhalte zudem den verstärkten Einsatz alternativer Rohstoffen wie Hirse und Rüben, landwirtschaftlichen Reststoffen sowie von Abfällen aus der Lebensmittelindustrie.

Dabei wird Biogas als Gegenpol zu den anderen erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne gesehen. "Dieser Bedarf an Grundlast und Regelenergie kann aus Kohle, Erdgas oder Bioenergie bereitgestellt werden. Wenn es Deutschland mit der Erfüllung von Klimazielen noch ernst meint, sollte Biomethan als höchst effizienter und vollständig speicherbarer Energieträger hier seinen Beitrag leisten", so Dr. Anton Daubner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Holding.

AC Biogas zählt zu den größten dezentralen Energieerzeugern auf Biogasbasis in Deutschland. Das Unternehmen betreibt Anlagen an derzeit zirka 100 Standorten. Neben der Erzeugung von Strom und Wärme betreibt AC Biogas zwölf Anlagen von Biomethan in das Erdgasnetz. Dieses Geschäftsfeld solle weiter wachsen. So forciert AC Biogas, wie bereits in Gordemitz geschehen, die Akquisition von Bestandsanlagen sowie den Zukauf realisierungsreifer Biogasprojekte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.04.2014
lis

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