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Eilenburg Bootfahren, Campen, Vogelschutz - Was ist im Mulde-Tourismus möglich?
Region Eilenburg Bootfahren, Campen, Vogelschutz - Was ist im Mulde-Tourismus möglich?
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14:03 19.05.2015
Zwei Kanuten auf der Mulde. Der Abschnitt zwischen Eilenburg und Bad Düben ist bei Wassertouristen beliebt, darf aber nicht immer befahren werden. Quelle: Privat

Zudem stehe der Mulde-Tourismus quasi auf drei Säulen. Neben dem auf dem Wasser der Fahrrad- und Pilgertourismus. Der Tourismusverband Sächsisches Heideland habe nun die nötigen Eigenmittel bestätigt. Die Studie soll zirka 50 000 Euro kosten. Die Unterlagen auf 60-prozentige Förderung soll bis zum 24. April bei der Landesdirektion eingereicht werden. Dabei muss, so die Kriterien, eine Kommune den Hut auf haben. Diese Rolle hat Eilenburg übernommen. "Es ist wichtig, dass sich die Anlieger-Kommunen zusammenschließen, um die Potenziale zu nutzen", so Leihe. Bisher verfolge jede Stadt ihr eigenes Konzept. Doch hier soll ein Gebiet untersucht werden, das von Döbeln bis zur Mündung in den Muldestausee hinter Löbnitz reicht, 117 Kilometer Fluss. Dazu kommen elf Kilometer Eilenburger Mühlgraben.

Gerade die Erschließung des Leipziger Neuseenlandes und der fließenden Gewässer in Leipzig hätten gezeigt, dass die Fokussierung auf bootstouristische Nutzung zu eng gefasst ist. Die Gewässer und ihre Integration ins städtische oder dörfliche Umfeld bestimmen auch die Lebensqualität, so die Projektbeschreibung für die Machbarkeitsstudie. Das organisierte und unorganisierte Wasserwandern nehme zu, aber eine gesonderte Erschließung für Wasserwanderer fehlt. Auch ist die Mulde nicht durchgängig schiffbar. Nutzungskonflikte gibt es mit den Wasserkraftnutzern und mit dem Naturschutz. Das Naturschutzgebiet Vereinigte Mulde Eilenburg-Bad Düben ist fast durchgängig als Flora-Fauna-Habitat und spezielles Schutzgebiet für Vögel (Special protected Area, SPA) ausgewiesen. Konflikte mit Schutzbelangen entstehen zunehmend durch wildes Campen, Crossfahren im Gelände, aber auch durch Vermüllung, Zerstörung diverser Ausstattungen oder Lagerfeuer. Der Mulderadweg indessen erlangt zunehmend überregionale Bedeutung. Und er sei aufgrund seines Verlaufs durch die vielgestaltige Landschaft und das kulturelle Umfeld dafür prädestiniert, als Radfernweg von der Quelle bis zur Mündung ausgebaut und vermarktet zu werden. Im Untersuchungsgebiet sei der Weg sogar bereits nach neuesten Anforderungen ausgeschildert.

In der Machbarkeitsstudie soll geklärt werden, wo der Fluss für Boote geeignet ist, wo besondere Maßnahmen wie die Beseitigung von Hindernissen und Gefahrenstellen nötig sind. Die Studie kann aber auch zeigen, wo zum Schutz der Ufer Ein- und Aussetzstellen einzurichten wären. Gerade in diesem Jahr sollen, sowohl ja bereits in Eilenburg als auch in Bad Düben Bootsanleger gebaut werden. Überhaupt könnte untersucht werden, welche Möglichkeiten für Erlebbarkeit der Mulde es innerhalb der Schutzgebiete überhaupt gibt. Denn Unverträglichkeiten müssten zeitig festgestellt werden, damit sicher investiert werden kann. Das Nutzungskonzept soll zeigen, wie mit vertretbarem wirtschaftlichem Aufwand der wassertouristische Reiz des Flusses zu steigern ist.

"Wir sind über die Eigenmittel aus dem Tourismusverband dabei und als beantragende Gemeinde", erläutert Leihe. Extra müsse nichts für die Studie gezahlt werden. Die Stadt überweist jährlich 15 000 Euro für die Mitgliedschaft im Tourismusverband und profitiert dafür von vielen Projekten. Das sei gut angelegtes Geld, auch im Sinne der Wirtschaftsförderung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2015
Von Heike Liesaus

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