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Bürgermeister Märtz: „Mit billigem Geld gefährden wir unsere Eigenständigkeit “

Doberschütz Bürgermeister Märtz: „Mit billigem Geld gefährden wir unsere Eigenständigkeit “

Die nächste Bürgermeisterwahl am 12. März 2017 in Doberschütz ist eines der Themen, die Amtsinhaber Roland Märtz für kommendes Jahr bewegen. Weitere erklärt er im Interview mit der LVZ zum Jahreswechsel.

Roland Märtz (rechts) stellt sich im März zum sechsten Mal der Bürgermeister-Wahl in Doberschütz.

Quelle: LVZ

Doberschütz. Die Bürgermeisterwahl am 12. März in Doberschütz ist eines der Themen, die Amtsinhaber Roland Märtz (57, CDU) in diesem Jahr bewegen. Im LVZ-Interview spricht er zudem über geplante Investitionen, zum Beispiel ein Dorfgemeinschaftshaus für Mölbitz.

Worauf freuen Sie sich 2017?

Auf viele neue Herausforderungen, darunter natürlich die Bürgermeisterwahl. Aber auch auf die Wahl des neuen Bundestages. Ich bin gespannt, wie sich die Wähler positionieren. Ob eine stabile Regierung gewollt ist oder das Risiko, etwas zu bekommen, von dem man die Zukunft nicht kennt.

Es ist bereits bekannt, dass Sie eine siebte Wahlperiode als Gemeindeoberhaupt ansteuern und damit noch einiges zu Ende bringen wollen. Was sind dabei die Schwerpunkte?

Jeder, der eine solche Aufgabe ansteuert, sollte sich Ziele setzen. Bereits 1996 war das bei mir der Fall, da sollte die Gemeinde, wenn ich die Bühne verlasse, infrastrukturell gut aufgestellt sein. Seinerzeit war das die kleine Gemeinde Wöllnau, wo ich als Bürgermeister anfing. Jetzt sind für Doberschütz noch der Ortsteil Mölbitz und Teile von Battaune in Ordnung zu bringen. Alle elf Ortsteile sollten dann den gleichen Standard haben wie im Westteil der Republik. Und ich hoffe, dass mir die Bürger die Chance geben, diesen Weg zu Ende zu gehen. Zugleich hatte ich 1996 erklärt, dass es uns gelingen muss, den Schuldenberg, den der Gemeindezusammenschluss der unterschiedlichen Orte mit sich brachte, abzutragen. Das ist die einzige Chance, die Eigenständigkeit der Gemeinde zu bewahren. Neue Schulden sind zwar zurzeit zu günstigen Zinssätzen zu haben. Doch die Tilgung ist für uns in dieser schnelllebigen Zeit nicht zu schaffen. Nur so haben wir die Chance, etwas Eigenes zu gestalten. Sonst tun das andere für uns.

Die Haushaltsdebatte steht auch in Doberschütz noch bevor. Was können Sie aus jetziger Sicht dazu sagen? Was geht da noch mit entsprechenden Fördertöpfen?

Auch 2017 soll es wie in den vergangenen Jahren einen runden Haushalt geben, inklusive der Tilgungspflichten. Die Sanierungen in Mölbitz sollen abgeschlossen werden – in der Salzstraße, der Wendepunkt am Mittelweg, die Straße Försterteich und Zur Koppel, der Kirchweg. Nach dem letzten Treffen mit den Einwohnern und Jugendlichen des Ortes soll auch das Dorfgemeinschaftshaus entsprechend der gemeinsamen Vorstellungen kommen. Mit ganz viel Glück könnte es spätestens um diese Zeit im nächsten Jahr sichtbar sein. Die Einweihung werden wir aber erst 2018 schaffen, denn auch die Anschlüsse müssen ordentlich herangeführt werden. Nach dem Abwasserleitungsbau steht die Fußwegsanierung in Battaune an. Die Heizungs- und Sanitärsanierung sowie eine neue Spielkombination für die Kita Sprotta-Siedlung und eine neue Heizung in Battaune zählen ebenfalls zu den Aufgaben.

Noch ein Blick zurück aufs Jahr 2016: Was stimmt Sie da froh, was weniger?

Weniger froh stimmen mich Meinungen, man könne in der Gemeinde jetzt mit billigem Geld mehr investieren. Doch damit würden wir, wie gesagt, die Eigenständigkeit der Gemeinde gefährden. Das wäre nicht gut. Doch sollte das mehrheitlicher politischer Wille sein, würde ich mich dem anschließen.

Worum geht es dabei?

Um die Errichtung eines zentralen Hortes. Sollte es dafür Mehrheiten geben, müssen wir sehen, wo es dafür ein geeignetes Grundstück gibt. Dabei sollten wir aber nicht vergessen: Was wir heute schaffen, müssen wir morgen auch unterhalten können. Ich freue mich schließlich über den Abschluss einer Reihe von Straßenbauten, wozu das Wetter beigetragen hat. Das betrifft eine ordentliche Straße runter ins Dorf Mörtitz, die Straße zum See in Sprotta-Siedlung, wofür es dankenswerterweise zusätzliche Landesmittel gab. Sollte es das 2017 noch einmal geben, könnten noch andere Projekte dieser Art abgeschlossen werden. Der nächste Bürgermeister hätte dann das zu erhalten, was wir in den letzten 26 Jahren geschaffen haben.

Was wünschen Sie sich persönlich für das neue Jahr?

Der Zusammenhalt in der Gemeinde sollte bewahrt werden, genauso wie es gilt, in Wahlkampfzeiten einen anständigen Umgang miteinander zu pflegen. Persönlich wünsche ich mir ein Stück Glück und vor allem Gesundheit.

 

Von Karin Rieck

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