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Bürgermeister Märtz: „Wer bis 2019 ordentlich gewirtschaftet hat, überlebt“

20 Jahre Gemeinde Doberschütz Bürgermeister Märtz: „Wer bis 2019 ordentlich gewirtschaftet hat, überlebt“

Am Sonntag erinnert die Gemeinde Doberschütz beim Stoppelfest an ihre Gründung vor 20 Jahren. Im LVZ-Interview spricht Bürgermeister Roland Märtz (CDU) über die Anfangszeit, Befürchtungen einer weiteren Gemeindegebietsreform und Schwachpunkte, die es nach wie vor gibt.

Blick auf die Dorfkirche in Doberschütz.

Quelle: Wolfgang Sens

Doberschütz. Die Gemeinde Doberschütz gibt es seit 20 Jahren. Im Interview spricht Bürgermeister Roland Märtz (CDU) über die Anfangszeit, Befürchtungen einer weiteren Gemeindegebietsreform und Schwachpunkte, die es nach wie vor gibt.

Beim Stoppelfest werden Sie am Sonntagnachmittag anlässlich 20 Jahre Gemeinde Doberschütz sicher ein Stück zurückblicken. Waren Anfang und Mitte der 1990er Jahre sechs ehemalige Heide-Gemeinden ihrer Zeit nicht durchaus schon ein Stück voraus?

Was unser Glück war, sonst wären wir heute vielleicht zum Teil Eilenburger (scherzt Märtz). Dass sich Anfang 1996 die damaligen Räte von Battaune, Doberschütz, Mörtitz, Paschwitz, Sprotta und Wöllnau einstimmig zum Namen Doberschütz bekannten, war nur folgerichtig. Bereits ab Juni 1991 arbeiteten die sechs Gemeinden mit Unterstützung des Bürgermeisters a. D. Theo Bollenbach aus Edenkoben in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen. Dafür gab es zu der Zeit noch kein Gesetz. Im Dresdner Innenministerium wurde nach einer Lösung nach Rheinland-Pfälzischem Modell gesucht. So konnten am 1. Februar 1992 die sechs Ortsverwaltungen mit Sitz in Doberschütz zusammengelegt werden und die ehrenamtlichen Bürgermeister übernahmen parallel die Leitung einzelner Ämter in der neuen Struktur. Im August 1993 wurde das Gesetz zur kommunalen Zusammenarbeit verabschiedet. Der Verwaltungsgemeinschaftsausschuss beschloss am 19. März 1994 die Umwandlung in den Verwaltungsverband Heideland. Mit der zweiten freien Wahl der Gemeinderäte wurden in Sachsen die Weichen für die Gemeindegebietsreform bis 1999 gestellt. Dem kamen wir zuvor und schlossen uns schon zum 1. Januar 1996 zur neuen Gemeinde Doberschütz zusammen.

Damit sind Sie ebenfalls Bürgermeister im 20. Jahr in dieser Gemeinde. Was macht Sie bis hierher noch nicht so glücklich, was halten Sie für gelungen?

Wir konnten in den 20 Jahren, Dank der Förderung durch den Freistaat Sachsen, den Bund und die EU, über 28 Millionen Euro investieren. Auch die Infrastruktur in Battaune und Mölbitz wird in den nächsten drei Jahren so hergestellt wie im gesamten Gemeindegebiet. Dass das noch nicht eher gelungen ist, macht mich nicht froh. Im Zuge der Kanalbauten sind in Battaune noch Fußwege instandzusetzen. Für Mölbitz hat es mit der EU-Leader-Förderung nicht so funktioniert, wie erhofft. Für den Ausbau der Salzstraße mit dem dazugehörigen Fußweg bekommt die Gemeinde einen Teil aus dem Sanierungsprogramm für die Straßendecke, so dass dadurch keine Anliegerbeiträge fällig werden. Wegen des neuen Leader-Antrags können die Fußwege erst Anfang 2017 gebaut werden. Ein Ärgernis ist auch das Gewerbegebiet Paschwitz-Sprotta, für das wir keine neuen Ansiedlungen bekommen.

Mit etwa 4100 Einwohnern zählt die Gemeinde Doberschütz zu den kleineren. Machen Sie sich für die Zukunft Sorgen?

Eigentlich weniger. So lange die Gemeinde wirtschaftlich stabil aufgestellt ist, kann ich mir politisch nicht vorstellen, dass der Freistaat wegen zehn Gemeinden in der Größenordnung eine Eingemeindung anstrebt. Mit Laußig gibt es Überlegungen, in bestimmten Verwaltungsbereichen zusammenzuarbeiten. Wer bis 2019 ordentlich gewirtschaftet hat, überlebt. Wer sich übernommen hat, wird neu zugeordnet. 1996 starteten wir mit zirka 3800 Einwohnern, waren zu Glanzzeiten mal bei 4800. Zur Zeit hat sich die Situation stabilisiert. Der Grund für den Rückgang liegt nicht in der Abwanderung, sondern in der Zahl der Sterbefälle begründet. Zurzeit gibt es etwas Zuwachs, worauf wir die Kitas und die Grundschule einstellen müssen.

Von Karin Rieck

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