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Bundespolizei erregt Aufsehen

Bundespolizei erregt Aufsehen

Drei Helikopter landeten, zig Bundespolizisten stürmten gestern Vormittag Hobbywerkstatt und alte Turnhalle auf dem Gelände der längst abgerissenen Grundschule an der Eilenburger Puschkinstraße.

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Festnahme: Einer der Verdächtigen wird am Boden festgehalten, als er versucht, zu fliehen.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg/Bad Düben. Sie fanden Drogen, Waffen, Falschgeld, nahmen Dealer fest. Zuvor hatten ihre Kollegen einen Fanbus vom Bahnhof nach Bad Düben begleitet. Ein beeindruckendes Szenario für Passanten und Anwohner. - "Das alles gehört zur regelmäßigen Fortbildung, keine große Sache eigentlich", sagte dagegen Michael Marx, Pressesprecher der Bundespolizeiabteilung Bad Düben.

Gestern Vormittag auf der gesperrten Bundesstraße 173, zwischen Bad Dübner Heide Spa und Stahnisch-Stadion: Eine Hundertschaft Bundespolizisten begleitet rund 70 grölende Fußballfans. "Unsere Polizisten haben sie am Bahnhof Eilenburg in Empfang genommen und sie auf der Busfahrt nach Bad Düben begleitet. Die letzten Meter geht es zu Fuß ins Stadion. Hintergrund ist das Üben von Einsätzen unter möglichst realistischen Bedingungen", erklärt Pressesprecher Michael Marx. Die Fans, die von Polizisten gespielt werden, legen sich immer wieder mit ihren Kollegen an. Die "echten" Polizisten müssen ihr ganzes Können beweisen: Da gibt es Ausbrüche, werden Flaschen geworfen, Knaller gezündet. Dazu die Stimmen aus den Lautsprechern, die die Fans auf vernünftiges Verhalten hinweisen. Auch am Stadioneingang wird durchgegriffen. Die Beamten trennen die größten Störenfriede von friedlichen Fans. Waffen werden beschlagnahmt, Störer einer Leibesvisitation unterzogen, zwei von ihnen festgenommen.

Währenddessen herrscht an der Eilenburger Puschkinstraße so etwas wie Aufregung vor einer Premiere: Kollegen aus anderen Hundertschaften haben Rollen im Szenario Unterstützungseinsatz für den Zoll, Durchsuchung, Festnahme übernommen. Da legt zum Beispiel einer mit Sonnenbrille, Basecap und Lederjacke Maschinenpistolen zurecht und steckt Packen mit Spielgeldscheinen in die Tasche. In der Turnhalle nebenan spielen vier andere Tischtennis, so wie es ansonsten die Aktiven des hiesigen Vereins tun. Thomas Rotter und Sabine Schräpler sind in Berufskittel und mit bunter Schürze deutlich als Hausmeister und Putzfrau zu erkennen. "Wir wollen den Kollegen schon Authentizität bieten. Das machen sie ja im umgekehrten Fall auch für uns." Diesmal passiert alles sogar unter internationaler Beobachtung: Vier Beamte aus dem tschechischen Pardubice sind da. Sie hospitieren beim Training, das auch der Vorbereitung des Wettbewerbs zum Tag der Bundespolizei in Deggendorf dient, an dem die Bereitschaftspolizisten aus dem Nachbarland als Gastmannschaft teilnehmen werden.

Dann dröhnt die Luft: Drei Helis, ein Eurocopter EC 155 und zwei PUMA drehen ein, landen. Männer und Frauen, die herausspringen, tragen Kampfanzüge. Sie sperren das Gelände ab, nehmen protestierende Verdächtige in der Garage fest. Einer der Männer wehrt sich, wird am Boden fixiert, gefesselt. Ein Drogensüchtiger, der sich in der Turnhallentoilette gerade einen Schuss setzt, erklärt den Männern mit den Maschinenpistolen deutlich respektlos, was er von ihnen hält. Sie bleiben ruhig. Zwei Sportler liegen erstmal mit Händen über dem Kopf auf dem Hallenparkett. Später sitzen sie gemeinsam mit Hausmeister und Putzfrau im Vorraum."Es muss in solch einer Situation festgestellt werden, wer wozu gehört", erklärt Marx.

Fanbegleitung und Drogen-Einsatz sind nicht alles für diesen Fortbildungs-Tag. Am Nachmittag geht es im ehemaligen Bad Dübener Gymnasium weiter: Amoklauf. "Eine Person mit Problemen im privaten Umfeld hat sich mit Munition und Waffen verschanzt, Schüler als Geiseln genommen. Die Erstürmung des Gebäudes und das Außerkraftsetzen des Amokläufers wird trainiert", so Marx.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Heike Liesaus und Steffen Brost

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