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Burgberg-Bewohner protestiert gegen zu viel Moderne auf historischem Grund

Burgberg-Bewohner protestiert gegen zu viel Moderne auf historischem Grund

Matthias Erler hat sich auf dem Eilenburger Burgberg, gleich hinter dem Burgtor, für die Familie ein Stück Sorbenburg-Idylle geschaffen. Mit Ideen und Muskelkraft bemüht sich der gelernte Maurer darum - auch auf privatem Gelände, das nicht unter Denkmalschutz steht - ein Stück Geschichte seiner Heimatstadt zu bewahren.

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Für Anwohner Matthias Erler passen die An- und Zusatzbauten (gestrichelte Linie) am ehemaligen Gefängnis auf dem Burgberg nicht ins historischen Umfeld.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Die an dieser Stelle bekanntlich bis zu den Wurzeln des Adelshauses Wettin sowie des Landes Sachsen zurückreicht. Dafür wünscht sich der 40-Jährige auch in der Nachbarschaft mehr Sensibilität. Beim aktuellen Umbau eines der noch vorhandenen historischen Gebäude, des ehemaligen Gefängnisses zur Radler-Herberge (wir berichteten), vermisst der 40-jährige davon ein ganzes Stück.

Die moderne Architektur für Pensions-Anbau, Nebengebäude mit Toiletten und Radunterstellmöglichkeiten, sowie die Stahlträger-Pergola integriere sich aus seiner Sicht "absolut nicht in die historische Bausubstanz". Das hat er nicht nur Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) mitgeteilt. Auch Sachsens Ministerpräsidenten Stanislav Tillich, der im vergangenen Sommer den Burgberg auf seiner Landtagswahlkampftour besuchte, bat er zu prüfen, ob denkmalschutztechnisch hier alles mit rechten Dingen zugehen würde. "Ich hatte beim Gespräch mit dem Sorben Tillich das Gefühl, dass er sich für die Historie der Anlage, auch Sorbenburg genannt, sehr interessiert", blickt Matthias Erler zurück. Ein gemeinsames Erinnerungsfoto mit dem Ministerpräsidenten schmückt gar den Empfangsbereich des Erler-Hauses.

Eine erste Antwort aus Dresden dürfte die Hoffnung, trotz lange abgeschlossener Planungen sowie bereits errichteter Rohbauten noch etwas korrigieren zu können, dämpfen. Michael Kirsten. Leiter der Abteilung Gebietsdenkmalpflege, bestätigt zwar, dass es sich bei der Eilenburger Burganlage um ein "hochrangiges Denkmal" handele, das im Landesamt bereits seit 1911 mit mehr als fünf dicken Aktenordnern archiviert sei. Auch die Millionen, die seit der politischen Wende unter anderem in die Sanierung des Sorbenturms, großer Teile der Burgmauer, des Burgtors, des Bergfrieds sowie in die Hangsicherung flossen, werden aufgezählt. Die Sanierung des ehemaligen Gefängnisses, ursprünglich als Domizil für den Burgverein gedacht und nunmehr außerdem als Beherbergungsstätte für den Fahrradtourismus in Arbeit, erfolge "im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege". Das zuletzt als Wohnhaus genutzte Gefängnis stehe zwar auf den Kellern der historischen Burg. Es wird als "einfacher Bau aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts" offenbar aber nicht so hoch bewertet wie sich das Matthias Erler vorstellt. Die umstrittene Pergola, heißt es weiter, diene schließlich "der Sicherung der auch außerhalb des Gebäudes gelegenen Kellerreste, die von den bereits im 17. Jahrhundert zerstörten Burg-Gebäuden stammen". Bei umfangreichen Grabungen im Zuge der Baumaßnahmen (wir berichteten) habe das Landesamt für Archäologie zudem sichergestellt, "dass keine archäologische Substanz zerstört wird".

"Man könnte den Anbau an die Pension mit einem Schleppdach versehen, das Nebengebäude in die ehemalige Museumsmauer einbinden, auf Solarplatten verzichten und ein Spitzdach mit angedeutetem Walm errichten", schlägt der Baufachmann dem OBM unter anderem vor, um mehr Einklang mit historischer Bausubstanz herzustellen. Für heutigen Dienstag, sagt er, habe er eine Verabredung mit der Verantwortlichen des Baubereiches im Rathaus. Alle Hoffnung sei deshalb noch nicht versiegt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.03.2015
Von Karin Rieck

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