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Café International: Kontaktbörse in Eilenburg stößt an ihre Grenzen

Flüchtlingshilfe Café International: Kontaktbörse in Eilenburg stößt an ihre Grenzen

Nicht nur Ehrenamtler und Sozialarbeiter, wie jüngst beim Treffen der Arbeitsgruppe des Netzwerks Migration in Delitzsch konstatiert, stoßen mit den steigenden Flüchtlingszahlen an Grenzen. Auch unterm Dach des Eilenburger Gemeindehauses der evangelischen Kirche am Nikolaiplatz wird es langsam eng.

Blick ins Eilenburger Café international. In den Räumen der Arche treffen sich Migranten und Helfer einmal im Monat.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Torsten Pötzsch, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, dachte im wiederum gut besuchten Arche-Treff laut darüber nach, „ob wir hier monatlich eine weitere Veranstaltung dieser Art anbieten sollten“. Im Dezember vor einem Jahr riefen die Rinckart-Gemeinde, Stadtverwaltung und weitere Helfer hier für den ersten Freitag im Monat das Café international ins Leben. „Wir waren bislang immer gut besucht“, zog Pötzsch, stadtbekannter Sozialarbeiter, der für die SPD außerdem im Stadtrat sitzt und Chef des Ortsverbandes der Sozialdemokraten ist, eine kleine Bilanz. Die Räume der Arche seien in Eilenburg momentan die wichtigste Stelle, wo Asylbewerber und hilfsbereite Bürger direkt in Kontakt kommen können. Das werde rege genutzt. Und während die einen die Getränke spendieren, stellen andere Kostproben aus der internationalen Küche auf das kleine Büfett dazu.

Diesmal waren für die Gäste, darunter zahlreiche Migrantenfamilien, neue Deutschkurse im Angebot. „Jeder, der meint, er könne Asylbewerbern die deutsche Sprache vermitteln, ist willkommen. Es sind nicht nur ausgebildete Lehrer gefragt. Wir benötigen jede Hilfe“, war von Annett Krause von der Stadtverwaltung zu erfahren. Auf der Internet-Webseite der Muldestadt unter dem Link „Asylsuchende und Flüchtlinge in Eilenburg“ sind für Flüchtlingshelfer und -paten diverse Kontaktdaten aufgelistet. „Über einen Beitrag in der LVZ zu dieser Problematik habe ich mit Flüchtlingsbetreuer Stefan Krippendorf von der Diakonie Kontakt bekommen und von ihm erfahren, welche Leute Unterstützung benötigen“, gibt der Eilenburger Konrad Hörnig einen kleinen Einblick in seine Aktivitäten als Flüchtlingshelfer. Da sei nicht nur Beistand bei Behörden gefragt. Auch in der Nachbarschaft würde er ab und zu vermitteln, wenn deutsche Alltagsgewohnheiten noch nicht bekannt sind oder Missverständnisse aus der Welt geschafft werden müssten. „Als Beobachter am Rand kommt man nicht weiter. Vielmehr sollte man den Zugewanderten zeigen, wie es im Land läuft und wie Probleme gelöst werden können.“ Seine Erfahrungen seien bislang „durchweg positiv“, so der 24-Jährige.

„Wir brauchen mehr Leute, die das ehrenamtliche Engagement koordinieren“, richtete Krippendorf, der in der Region Eilenburg wirkt, auch von hier aus den Appell an die Kommunalverwaltungen. Er war ursprünglich bei der Diakonie für eine 35-Stunden-Woche und als Betreuer für 150 Asylbewerber angestellt worden, berichtete der Hallenser. Inzwischen kümmere er sich um fast 300 Personen, was an sieben Stunden pro Tag nicht mehr zu schaffen sei. Leute, die ebenfalls gern helfen würden, seien aus dem Bereich zahlreicher Ehrenamtler da. Doch freiwillig sei nicht alles abzufangen. Auch für die Finanzen gebe es Klärungsbedarf.

Von Karin Rieck

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