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Eilenburg Café International öffnet in der Eilenburger Rinckartstraße
Region Eilenburg Café International öffnet in der Eilenburger Rinckartstraße
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Zwei Café-Besucher: Die Eilenburgerin Birgit Kuntze schaut, was der fünfjährige Yasin aus Syrien malt. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Damit gibt es jetzt neben dem Café in der Arche einen zweiten Treff dieser Art in Eilenburg. Aber vor allem startet am kommenden Montag der Deutschkurs für Asylbewerber. Zirka 20 Neuankömmlinge hatten sich in den Räumen in der Rinckart- straße zusammengefunden. Raovadi Fethi, ein 31-jähriger Tunesier, der bereits seit sieben Jahren in Eilenburg lebt, war als Dolmetscher stark gefragt. Er konnte dann auch in arabische Schrift und Worte übersetzen, was zuerst in Deutsch ans Bord geschrieben wurde: die Daten der Unterrichtszeiten. Vier Stunden montags bis freitags, jeweils vormittags oder nachmittags, soll der Sprachlehrgang stattfinden. "Offen ist nur noch die Frage der Kinderbetreuung. Aber da finden wird auch noch eine Lösung", erklärte die Eilenburger SBH-Chefin. Das Café sollte ebenso zum einen den Asylbewerbern, die in Eilenburg dezentral untergebracht sind, Gelegenheit geben, sich zusammenzusetzen. Und zum anderen soll es ermöglichen, mit Einheimischen Kontakt aufzunehmen. Nicht allein Pädagogen der SBH waren gekommen.

Birgit Kuntze, Eilenburgerin und Lehrerin in Krostitz, wollte zum Beispiel einfach mal sehen, wie es den Flüchtlingen geht, auch weil es sicher an ihrer Schule bald Asylbewerber-Kinder geben wird. "Es ist für alle Neuland. Da hilft nur der Austausch. Viele Dinge sind für uns kaum vorstellbar. Aber eins ist klar: Es muss schon einiges passieren, bevor jemand alles aufgibt, um sich in ein völlig fremdes Land zu flüchten", fasste im Nachhinein auch Saskia Bohlen ihre Eindrücke zusammen. "Die Einstiegskurse, die wir nun anbieten können, werden über die Agentur für Arbeit finanziert."

Die Nachfrage nach Deutsch-Unterricht ist groß und auch das Café International in der Jugendarche platzt aus den Nähten. Das war der Ausgangspunkt. Für die erwachsenen Flüchtlinge, die derzeit in Eilenburg wohnen, gab es bisher vor allem Sprachkurse, die an der Volkshochschule liefen. Ein Angebot, das der Landkreis freiwillig offerierte, um Integration überhaupt voranzubringen. In der Volkshochschule startete bereits einer der neuerdings von der Arge finanzierten 320-Stunden-Lehrgänge. "Teilnehmen können Syrer, Eritreer, Iraker und Iraner", berichtet Mitarbeiter Thomas Liegau, Laut Arge-Infos sind das diejenigen, bei denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist.

Heike Liesaus

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