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CertiLingua: Eilenburger Rinckarts haben Besuch aus Tschechien

CertiLingua: Eilenburger Rinckarts haben Besuch aus Tschechien

Eilenburg. Das Zertifikat CertiLingua bescheinigt exzellente mehrsprachige, europäische und internationale Kompetenzen. Seit 2008 haben bereits 20 Absolventen des Eilenburger Rinckart-Gymnasiums ein solches erhalten.

Zur Ausgabe der Abiturzeugnisse wird es diesmal sogar sechs Absolventen überreicht. Grund für Männer und Frauen aus dem Nachbarland Tschechien, sich gemeinsam mit Thomas Rechentin vom Sächsischen Kultusministerium über diese Ausbildung vor Ort näher unterrichten zu lassen. Im Rahmen einer sächsisch-tschechischen Fachkonferenz waren sie in Leipzig und Eilenburg zu Gast.

Das Nachbarland startete vor einigen Jahren ebenfalls in Sachen CertiLingua. Das Gymnasium in Stare Mesto gehörte zu den ersten Schulen, die sich für das CertiLingua-Programm in Tschechien angemeldet haben, ist von Lehrer Pavel Turcin zu erfahren. Der erste Schüler konnte nun in diesem Jahr sein Zertifikat in der Hauptstadt Prag in Empfang nehmen. Kontakte aus dem mährischen Stare Mesto ins sächsische Eilenburg sollen auch im Sinne des Fremdsprachenunterrichts ausgebaut werden. "Wir haben bereits über Austausch gesprochen", erklärt er. Für tschechische Schüler sei es immer interessant, die Arbeitsweise hier kennenzulernen.

Erik Kusch indessen ist einer der sechs Eilenburger CertiLingua-Absolventen des Jahres 2013. "Der bilinguale Unterricht zum Beispiel hat einfach geholfen, die Unterrichtssprache Englisch besser als Kommuniktionstechnik einzusetzen, man bekommt ein anderes Gefühl dafür, lernt mit der Fremdsprache in der Praxis besser umzugehen. Ich weiß zum Beispiel, dass es gut ist, wenn man sich vor einem Gespräch zu einem bestimmten Thema in zehn Minuten einfach nochmal etwas Vorlauf verschafft, um dann die richtigen Wörter parat zu haben." Die Hoffnung darauf, dass die Prüfung im Fach, das zweisprachig gehalten wird, eventuell einfacher würden, wäre zwar nicht aufgegangen, "aber es war zu schaffen", erklärt der Abiturient lachend.

Was der Erwerb des Exzellenzlabels von den Schülern abfordert, zeigt aber die Tatsache, dass nach wie vor diejenigen in der Minderheit sind, die das Zertifikat zum Abitur tatsächlich in den Händen halten. Es nehmen aber in diesem Jahr an die 30 Gymnasiasten am bilingualen Sachunterricht teil. "Zwei Sprachen auf dem Niveau B2 zu beherrschen, ist ein hohes, aber mögliches Ziel", so die Einschätzung des Ministerialdirigenten Thomas Rechentin. Für die Schulen wiederum sei CertiLingua eine Möglichkeit, auf eigener Basis Sprachausbildung auf hohem Niveau anzubieten. Schön wär's natürlich, nicht allein Englisch, sondern auch die Sprache des Nachbarn zu sprechen, fügt er hinzu. Alena Faberova vom Pädagogischen Institut für Weiterbildung der Tschechischen Republik, weiß jedoch, dass das wiederum nicht so einfach ist: eine Frage der Motivation. Tschechisch sei keine Weltsprache. In der unmittelbaren Grenzregion sei es zumindest einfacher, weil sich dort alltägliche Kontakte ergeben, bei denen die andere Sprache gebraucht wird. Das Institut widme sich seit vielen Jahren auch der sprachlichen Fortbildung, in der vergangenen Zeit besonders der Förderung der Mehrsprachigkeit: "In der heutigen Welt kommt man nicht ohne aus", stellte Faberova fest. Da sei es einfach gut, sich im Nachbarland umzusehen, wie es hier gemacht wird, das anzuwenden, was möglicherweise schon gut läuft. "Lehrer brauchen Partner, ein Programm und Geld", zählt sie auf. "Wenn sie sich schon um die Organisation kümmern, wenn sie jede Menge Zeit in die Vorbereitung des zweisprachigen Unterrichts investieren, sollten sie in materieller Hinsicht Unterstützung haben."

Europa rückt zusammen. Dank neuer Autobahn sei Prag mittlerweile von hier aus in zwei Stunden zu erreichen, rechnete Landrat Michael Czupalla (CDU) vor, wie nahe das Nachbarland heute ist. Gemeinsam mit dem Ministerialdirigenten Rechentin konnte er das Schild, das das Eilenburger Gymnasium nun öffentlich als CeritLingua-Schule in Sachsen ausweist, übergeben. Czupalla nutzte die Gelegenheit ebenfalls, um ein Formular für die Mitarbeit im Förderkreis CertiLingua für den Landkreis zu unterschreiben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2013

lis

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