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Eilenburg Comeback für die Eilenburger Band Privileg
Region Eilenburg Comeback für die Eilenburger Band Privileg
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05:15 08.11.2018
Ralf Arendt und Gerd Angermann gehören zur Eilenburger Band Privileg. Am Sonnabend spielen sie nach fast 40 Jahren wieder zusammen in der Galerie Bader. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Ein ganz normaler Sonnabendabend Mitte der 1970er-Jahre, beim Jugendtanz in der Stadthalle in Eilenburg, in der Kneipe im Dorf, irgendwo in der Region Leipzig oder zwischen Ostsee und Harz. Wenn lokale Bands Musik-Größen wie Deep Purple, Status Quo oder die Rolling Stones covern, sind die Tanzflächen voll. Privileg aus Eilenburg ist eine solche Band, die quer durch die Republik reist. 1979 aber trennen sich die Wege. Bis zu diesem Sonnabend um 20 Uhr. Dann tritt Privileg erstmals wieder gemeinsam in der Bader-Galerie auf.

Privileg im Jahre 1975 (v. li.): Ralf Arendt, Steffen Rietze, Mick Rother und Gerd Angermann. Quelle: privat

Mit einer Schülerband geht es los

Anfang der 70er ist es, als Gerd Angermann und Ralf Arendt, beide Neuntklässler der Schiller-Oberschule, beschließen: Lasst uns eine Schülerband gründen. Eine durchaus hehre Vorstellung, wenn man bis dato gar kein Instrument spielen kann. Doch lokale Größen wie die Gruppe 69, die Zscheppliner, die Dübener Magneten oder Variantos inspirieren, stacheln den Ehrgeiz an.

„Über ein paar Titel haben wir uns rangetastet, uns das Gitarrenspiel selbst beigebracht.“ Steffen Rietze kam als Schlagzeuger, später stießen Jürgen Glaeser (violine), Manfred (Mick) Rother (voc.) und Wilfried Ihme (drums) hinzu. Das Ganze gipfelte 1974 in der Gründung der Band. „Das war am 16. November“, weiß es Angermann ganz genau. „Den Namen Privileg fanden wir gut, wir hatten schließlich das Privileg, Musik zu machen.“ Klassische Beatmusik war das, alles das, was in den Hitparaden rauf und runter lief.

Im Oktober 1979 trennen sich die Wege

Im Oktober 1979 das Aus. Studium, Armee, Familiengründung, Umzug – die unterschiedlichen Lebenswege ließen das gemeinsame Band-Leben nicht mehr zu. Das Musikmachen aber schon. Mit der Leipziger Band Scartaris, in der sie noch zusammen zwei Jahre gemeinsam spielten, schafften sie gar das Einstufungsprädikat Sonderklasse. Über die Jahre wurde der Kontakt weniger, jeder verfolgte seine Projekte, besuchte die Musikschule, spielte in eigenen Bands. Im Mai 2003 war es, als sich die Wege erstmals wieder kreuzten. Beim vom Kulturschock-Verein organisierten 1. Generationentreffen im Bürgerhaus. Dort spielten neben Privileg alle, die einst oder später die Säle der Region füllten: Zollfrei, Moment, Uli Hesse, einstiger Frontmann der Matadors aus Eilenburg und die Gruppe 69.

Vor zwei Jahren gab es die Idee zum Neustart

An ein Comeback dachte damals niemand. Schon, weil die Entfernungen viel zu groß waren. Ralf Arendt, heute 63, arbeitet im Eichsfeld, Gerd Angermann (62) lebt in Rödgen, ist als Versicherungsmakler viel auf Achse. Dann die Wende vor zwei Jahren. Ralf Arendt war es, der bei einem Treffen mal so ganz lax in die Runde warf: „Lass uns doch mal Privileg wieder aufleben.“ Gerd Angermann fand das gar nicht so abwegig: „Warum eigentlich nicht?“ Irgendwann vor einem Jahr wurde es noch konkreter, als Thomas Bader vorschlug: „Wir wär es denn mit einem Konzert in unserer Galerie?“. Seitdem wird geprobt.

Als Gruppe Privileg funktioniert es noch immer

Weiter entwickelt haben sie sich über all die Jahre, doch als Privileg – das passt noch immer. So gut, dass die Idee von weiteren Konzerten so unmöglich gar nicht ist: Acht- bis zehnmal im Jahr wären durchaus denkbar. Mit dem Papierwerker Ronald Müller haben sie den passenden Drummer an ihrer Seite. Das Konzert am Sonnabend – „natürlich live“ – ist ein ernsthafter Versuch. Entscheiden wollen sie es aber später. Trotz der Bühnenerfahrung der letzten Jahrzehnte, ungewohnt sei es schon: „Momentan sind wir noch ganz ruhig. Wir müssen uns nichts beweisen, wir wollen musizieren, es soll Spaß machen. Wir haben das Privileg, auch mal einen falschen Ton zu treffen“, nehmen es die beiden locker.

Drei Generationen treffen am Samstag aufeinander

Was sie von diesem Samstag erwarten? – „Ein Klassen-,Freunde-, Familientreffen“. Die Kunde vom Comeback hat sich schnell herumgesprochen. Einige Restkarten an der Abendkasse gibt es aber noch. Und ein Drei-Generationen-Treffen wird es allemal. Denn der Sohn von Gerd Angermann, Sebastian, spielt bei den Rokkers. Und auch die sind in der Galerie mit dabei.

Von Kathrin Kabelitz

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