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Eilenburg Computer-Nutzung in Eilenburger und Bad Dübener Schulen ist Alltag geworden
Region Eilenburg Computer-Nutzung in Eilenburger und Bad Dübener Schulen ist Alltag geworden
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06:00 25.10.2016
Geometrie kann auch am Tablet gelernt werden. Quelle: Andreas Friedrich
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Eilenburg

Der digitale Wandel in der Bildung soll mit „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ vorangetrieben werden. Dafür hat das Bundesministerium einen Digital-Pakt mit den Ländern vorgeschlagen. Aber wie werden die Möglichkeiten in Schulen der Region derzeit genutzt? Wie sind sie mit dem Stand zufrieden?

Sprache lernen

„Unsere Ausrüstung in Sachen digitaler Technik ist recht gut“, schätzt Dieter Mannel, Leiter des Eilenburger Gymnasiums, ein. „Erneuerungen sind in einigen Punkten nötig und auch in Planung. Kontinuierlich auf dem neuesten Stand zu sein, das stellt sich eigentlich als das größte Problem dar.“ Ein Allheilmittel in der Bildung sei die Digitalisierung nicht: „Statt der zweiten Fremdsprache eine Programmiersprache zu lernen, halte ich für falsch. Es stimmt auch nicht, dass Deutschland in diesem Bereich anderen Ländern hinterherhinkt. Ich bin oft genug in Skandinavien unterwegs. In Finnland spielt die Informatik-Ausbildung in den Schulen nicht die große Rolle. Die Ausbildung des Menschen funktioniert, indem er liest und schreibt. Nur so lässt sich Wissen verdichten, behalten und festigten.“ Gerade im Frühjahr wurde am Gymnasium das Projekt „Young Engineers“ vorgestellt. Mit ihm soll Begeisterung für Ingenieurwesen und angewandte Naturwissenschaften geweckt werden, so läuft an der Bildungsstätte im Eilenburger-Osten auch der Kurs Elektronik, wo sich Fünf- bis Siebtklässler mit Schaltkreisen löten oder Bluetooth gesteuerten Automodellen beschäftigen.

Kein Schulbuch mehr

Recht zufrieden in puncto Ausstattung ist auch Matthias Schuster, Leiter der Oberschule Bad Düben und selbst Informatik-Lehrer. Dies beträfe sowohl den Internetzugang als auch das Vorhandensein von Computern, Beamern und elektronischen Tafeln in der Schule. Gerade für den Einsatz letzterer seien die Lehrer entsprechend geschult worden. Zudem gäbe es eine Kollegin, an die sich die Lehrkräfte mit Fragen auch jederzeit wenden könnten. Bereits seit seinem Amtsantritt 1999 habe er Wert darauf gelegt, dass jeder Raum in der Schule verkabelt wird. „Bei uns erhalten die Schüler ab der 5. Klasse ein Passwort, mit dem sie sich in das interne Netzwerk einloggen können“, so Schuster. Sie werden so langsam an das Thema rangeführt. Gilt es, Power-Point-Präsentationen oder Vorträge anzufertigen, können sie sich so von jedem Raum der Schule aus einloggen und arbeiten. Noch greifen die Pädagogen weitgehend auf Bücher als Unterrichtsmaterial zurück. „Wir haben aber in diesem Jahr auch schon eine Gruppe mit Lehrern gebildet, die in Erfahrung bringt, was es an elektronischen Schulbüchern vorhanden ist“, blickt Schuster voraus.

In der Grundschule Eilenburg-Berg gibt es für den Mathe-Unterricht der dritten Klasse kein Schulbuch aus Papier mehr. „Ausschlaggebend war für mich, dass viele Inhalte sich mit dem der Arbeitshefte doppelten“, erklärt Uta Scherbacher, Mathelehrerin und Leiterin der Grundschule. Die Eltern haben Zugang zu den digitalen Schulbüchern, in der Schule gibt es drei interaktive Tafeln, mit denen die Inhalte im Unterricht angezeigt werden. „Dadurch schreiben die Kinder mehr mit. Für die Übungen sind die Arbeitshefte da. Vonseiten der Eltern gab es kein Problem. Es funktioniert gut. Die Leistungen der Schüler sind auch nicht abgefallen.“ Ansonsten sei die Schule mit einem Klassensatz von 26 Tablets ausgestattet, in den Klassenzimmern stehen je zwei Computer, zählt Scherbacher auf. „Wir haben ja kein extra Computer-Kabinett.“

Zwölf neue Laptops

Über das verfügt wiederum die Grundschule in Jesewitz. Die Gemeinde hatte kürzlich für zwölf neue Laptops gesorgt. „Sie hat diese Technik selbst finanziert, weil das Medios-Förderprogramm ausgelaufen ist und die Anschaffung als absolut notwendig erachtet wurde“, erklärt Schulleiterin Kerstin Bröse. „Seit zwei Jahren haben wir ein Smartboard, eine elektronische Schultafel, in einem Klassenraum. Damit wurde dort die Kreidetafel entfernt. Die Tafelbilder werden auf der elektronischen Tafel ebenso aufgebaut. Aber es können auch Inhalte, die Lehrer auf Datensticks mitbringen, wiedergegeben und Inhalte aus dem Netz abrufen werden.“ Die Laptops werden auch für die Arbeitsgemeinschaft und für das Leseförderprogramm gebraucht, an dem die Schule teilnimmt. „Die digitalen Medien unterstützen den Unterricht“, so die Jesewitzerin. „Aber wie der PC zu nutzen ist, wie er angeschaltet wird, das alles ist auch Inhalt des Lehrplans ab der ersten Klasse.“

Von Heike Liesaus und Kathrin Kabelitz

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