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Eilenburg Dafür gibt Doberschütz 2018 Geld aus
Region Eilenburg Dafür gibt Doberschütz 2018 Geld aus
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13:49 11.03.2018
In der Gemeinde Doberschütz wurde mit jedem Cent gerechnet. Jetzt steht der Haushaltsentwurf für 2018. Quelle: Wolfgang Sens
Doberschütz

Das Geld ist knapp. Der Doberschützer Kämmerer Rainer Klewe bringt dies so auf den Punkt: „Ich bin kein Zauberer.“ Die Gemeinde könne nur versuchen, das Geld zusammenzuhalten, wobei seiner Ansicht nach „zwischen Wünschenswertem und objektiv Notwendigem“ noch strenger zu unterscheiden sei. Was ist aber damit in der aus acht Dörfern bestehenden Gemeinde in diesem Jahr alles möglich?

Hier fließt überall Geld hin

Baugrundstücke: Zumindest aus finanzieller Sicht liegt der Fokus ganz klar auf den neuen Baugrundstücken, für die die Gemeinde 600 000 Euro neuen Kredit nimmt. Denn Kosten von jeweils über 200 000 Euro für die Erschließung der Wohnbaugebiete Krautgärten in Doberschütz sowie für die Sprottaer Bucht könnte die Gemeinde sonst nicht stemmen. Hinzu kommen 107 000 Euro, die für den Grunderwerb des Wohngebietes Windmühlenbreite in Mörtitz benötigt werden.

Mölbitz: Auch an der Begegnungsstätte Mölbitz hält die Gemeinde fest, obwohl sie mit insgesamt 238 000 Euro teurer wird als gedacht. Zudem sind für Mölbitz noch 54 000 Euro für den Wendehammer Mittelweg im Haushalt vorgesehen, der auf der Sitzung im April beschlossen werden soll.

Straßen- und Wegebau: 44 000 Euro fließen in die Wiesenstraße in Battaune. Im gleichen Ortsteil sollen zudem in der Hauptstraße sowie in der Sprottaer Straße die Gehwege für insgesamt 72 000 Euro auf Vordermann gebracht werden. Einen langgehegten Wunsch hat die Gemeinde zudem mit dem Radweg zwischen Sprotta und Eilenburg im Blick. Dieser soll, beginnend in diesem Jahr und bis 2020, Wirklichkeit werden. 2018 ist jedenfalls ein Viertel der Gesamtsumme von 400 000 Euro eingeplant.

Tischtennishalle Mörtitz: Lange darauf gewartet – das gilt auch für den Sanitärtrakt an der Tischtennishalle in Mörtitz. Für diesen sind nun 100 000 Euro eingestellt.

Feuerwehr: Ihr wird in den nächsten Tagen unter anderem das 104 000 Euro teure neue Einsatzleitfahrzeug übergeben. Außerdem stehen für sie ein Mannschaftstransportwagen und ein Tragkraftspritzenfahrzeug im Plan.

Saal Wöllnau: Zumindest angeschoben werden soll 2018 der Umbau des Saales Wöllnau zum Dorfbegegnungszentrum. Hierfür sind in diesem Jahr 24 000 Euro eingeplant, weitere 96 000 Euro im nächsten.

Kindertagesstätten: Abschließen möchte Doberschütz zudem die Sanierung der Kindertagestätten. Schwerpunkt ist dabei Doberschütz. Hier kosten das Erfüllen von Brandschutzauflagen, das Trockenlegen des Kellers und die Heizungs-Erneuerung insgesamt 125 000 Euro. Für 50 000 Euro wird zudem der Sanitärtrakt in Sprotta-Siedlung saniert.

Gemeinde lebt „von der Substanz“

Kämmerer Klewe machte aber klar, dass für die meisten Maßnahmen gilt: Gebaut und gekauft wird nur, wenn dafür Fördermittel kommen. Denn die Gemeinde kann auch weder Investitionen noch die Abschreibungen aus Überschüssen finanzieren. Im Gegenteil, „wir leben hier von der Substanz“, so der Kämmerer.

Den 5,5 Millionen Einnahmen stehen im Doberschützer Verwaltungshaushalt jedenfalls 5,8 Millionen Ausgaben gegenüber. Mit der eingangs erwähnten Kreditaufnahme klettert der Schuldenstand bis zum Ende des Jahres zudem auf 1,65 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 404 Euro entspricht.

Von Ilka Fischer

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