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Dank und Anerkennung für 150-Jährige

Dank und Anerkennung für 150-Jährige

Gegründet am 30. April 1863, feierte die Freiwillige Feuerwehr Eilenburg, die zweitälteste in Sachsen, am Freitagabend im Bürgerhaus ihr 150-jähriges Bestehen.

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Stadtbrandmeister Gunter Kneiß ernennt Landkreisdezernentin Angeliga Stoye zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Eilenburg.

Quelle: Thomas Jentzsch

Eilenburg. Auf der Festveranstaltung würdigten Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos), Landrat Michael Czupalla (CDU) und zahlreiche Gäste mit ihren Reden und Grußworten die Arbeit und das Jubiläum der Feuerwehr, sorgte die Käss-Light-Show-Band für Unterhaltung. Am Einlass begrüßte Stadtbrandmeister Gunter Kneiß die Gäste und beschenkte sie mit dem Buch "Freiwillige Feuerwehr Eilenburg". Auf 94 Seiten gibt es einen detaillierten und umfangreich beschriebenen und bebilderten Einblick in die Geschichte der Wehr.

 

 

Die Geschichte war auch Inhalt der Laudatio von Moderatorin und LVZ-Regionalverlagsleiterin Kerstin Friedrich. Sie blickte zurück bis ins Jahr 1413, als ein Brand die Hälfte der Stadt auslöschte. Als Bürgermeister Emil Schrecker 1863 die Gründung der Feuerwehr verkündete, hatte der Rat der 10000-Einwohner-Stadt Eilenburg650 Taler (heute etwa 21000 Euro) in die Anschaffung einer Spritze und die Ausrüstung von 40 Feuerwehrleuten investiert. Mit Bier stieß Friedrich abschließend mit den Anwesenden an: "Es bietet Dreifachschutz: Wasser, Schaum und Kohlensäure. Und dieses hier ist regional gemacht, für wahre Helden. Auf Ihr Wohl!"

Für den obersten Dienstherren der Feuerwehr und Oberbürgermeister der Stadt, Hubertus Wacker, ist das stolze Jubiläum vor allem ein Grund, um Danke für das unermüdliche Engagement zum Wohle der Bürger zu sagen. "Mein Amtsvorgänger Emil Schrecker erkannte vor 150 Jahren die dringende Notwendigkeit zur Gründung der Wehr. Seitdem können sich die Eilenburger immer auf sie verlassen." Wacker sieht die Feuerwehr heute gut aufgestellt. Er wünscht sich, dass der Idealismus auch in Zukunft erhalten bleibt. Seinem Stadtbrandmeister Gunter Kneiß überreichte er eine Anerkennungsurkunde.

In Nordsachsen gibt es 5702 ehrenamtliche Kameradinnen und Kameraden, die sich in 30 Gemeindefeuerwehren mit 166 Ortsfeuerwehren engagieren. Eilenburg zählt 92 aktive Kameraden und 24 Kameradinnen und Kameraden in der Feuerwehrjugend. Der Landrat hob hervor, dass die ehrenamtliche Arbeit von Enthusiasmus und Aufopferungsbereitschaft geprägt ist. Und gerade auf dieses Engagement für das Gemeinwohl ist eine Gesellschaft angewiesen, die auf den lebendigen Austausch zwischen allen Mitmenschen setzt. "Ich freue mich deshalb sehr, den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Eilenburg heute dafür danken zu können, dass Sie in ihrer Freizeit hochprofessionell und hochmotiviert Verantwortung für den Schutz ihrer Mitmenschen in Krisenfällen übernehmen", so Czupalla.

Die Eilenburger Feuerwehrleute haben mit rund 300 Einsätzen im Jahr statistisch gesehen fast täglich einen Einsatz. In den meisten Fällen rücken die Kameraden jedoch nicht zu Bränden aus, sondern als Helfer in der Not bei Verkehrsunfällen und Naturereignissen, wie Sturm und Hochwasser. Sie sperren Unfallstellen ab, bergen Verletzte und beseitigen Ölspuren, räumen Straßen von Windbruch frei oder kontrollieren die Hochwasserschutzanlagen.

Der Landkreis hat in diesem Jahr für die Kosten der Kreisausbildung 50000 Euro im Haushalt eingestellt. Zudem erhalten die beiden Kreisfeuerwehrverbände Delitzsch und Torgau 33000 Euro Unterstützung. Czupalla: "Wir konnten die Feuerwehr der Stadt Eilenburg im Zeitraum 2004 bis 2011 mit Fördermitteln in der Höhe von 318300 Euro unterstützen."

Danach war das Mirko im Saal freigegeben. Ein Auszug: "Eilenburg ist Gründungsmitglied und fester Bestandteil des KFV. Ich hoffe, dass es auch die nächsten 150 Jahre so bleibt", sagte Peter Schwenckner, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) Delitzsch. "Wir hatten anfänglich ein sehr schüchternes Verhältnis. Inzwischen ist es so entflammt, dass ich mir wünsche, dass es noch viele Jahre so weiter geht", so Hans-Jörg Kamprath, Chef der Ortsgruppe Eilenburg des Technischen Hilfswerkes. "Schön, dass wir uns mal hier treffen und nicht bei einem Brand in unserem Papierlager. Danke für ihren Einsatz, danke, dass nie Schlimmeres passiert ist", so Marcus Vogler von Stora Enso. "Ich habe Gunter Kneiß vor 17 Jahren zufällig in Leipzig getroffen. Seitdem ist eine feste Freundschaft zwischen uns und den Wehren gewachsen, auch was Ausbildung und Einsätze betrifft. Danke und dass diese Freundschaft noch lange anhält", wünschte sich Dieter Franze, der Delitzscher Wehrleiter.

Neben Blumen und guten Worten gab es auch reichlich Geschenke. Die Sparkasse Leipzig überreichte beispielsweise einen 3000-Euro-Scheck für die "überdurchschnittliche Jugendarbeit" in Eilenburg.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2013

Frank Pfütze

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