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Eilenburg Das ist Eilenburgs ältester Sprachkurs
Region Eilenburg Das ist Eilenburgs ältester Sprachkurs
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00:25 11.04.2018
Helen Künne (Mitte) gibt den ältesten Sprachkurs an der Volkshochschule. Senioren im Alter zwischen 64 und 85 lernen hier seit 16 Jahren Französisch. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Diesmal liegt ein Kartenspiel auf dem Tisch „comment ça va“, „Wie geht es Dir?“ steht auf dem Karton. Beim Brettspiel mit den 132 Spielkarten geht es darum, fit ins Ziel zu kommen. Vor allem aber lernen die Spieler, „ihr Befinden zu beschreiben und sie verbessern so Wortschatz und Grammatik“, so die Beschreibung in einschlägigen Verkaufsportalen. Denn darum geht es beim ältesten Sprachkurs der Eilenburger Volkshochschule (VHS). Hier vervollkommnen derzeit sechs Senioren ihre Französisch-Kenntnisse, manchmal kommen noch ein, zwei Schüler dazu, die ihre Sprachfertigkeiten auffrischen wollten.

16 Jahre lang dabei

Alle sind mindestens 16 Jahre dabei. Sie zählen zwischen 64 und 85 Lenze. Am 12. September 2001 hieß es zum ersten Mal „Französisch für den Urlaub“ mit Helen Künne. 17 Jahre. Insgesamt starteten 34 Kurse. Denn diese beginnen in jedem Semester neu. Bei den aktuellen „Franzosen“ ist es schon Routine, am Ende des Semesters den Aufnahmebogen für den neuen Lehrgang auszufüllen. Warum alle so lange dabei bleiben? „Das liegt natürlich an der Lehrerin“, kommt es aus den Reihen. Aber offenbar liegt es auch an den Schülern. Für Helen Künne hat dieser Kurs quasi persönlichen Bestandsschutz. Denn er gehört zu den beiden, die sie auch noch fortführte, als sie vor einigen Jahren die feste Stelle als Lehrerin am Freien Gymnasium Borsdorf bekam.

Lernen im Ruhestand

„Man lernt immer wieder Neues“, erklärt Sigrid Dietze. „Aber leider hat man ja zu wenig Praxis, um die Sprache fließend zu beherrschen“, stellt Hedda Niedrig bedauernd fest. Sie ist die älteste im Reigen, hatte einst auch als Lehrerin gearbeitet und ist hier nicht die einzige mit diesem beruflichen Hintergrund. Etwas zu lernen gehört für alle im Ruhestand einfach dazu. Inge Haase hat es schon öfter geschafft, nach Frankreich zu kommen. „Wenn man muss, dann geht es schon“, sagt sie zu den Urlaubsherausforderungen. „Auf alle Fälle habe ich auf dem Markt die Kirschen bekommen, die ich verlangt hatte“, freut sich Sigrid Dietze. „Und im Restaurant wurde das gebracht, was bestellt war.“ Dabei können Franzosen manchmal streng sein, steuert Ursula Weber eine Erfahrung bei. „C’ est tout?“ – „Ist das alles?“, erinnerte eine Verkäuferin schon etwas barsch daran, dass der Betrieb weitergehen sollte, auch wenn die Touristin gerade noch am Entscheiden und bei der Wortsuche war. Doch bei einer anderen Reise wurde eine Adresse gesucht. Der Mann, bei dem um Rat gefragt wurde, nahm den Zettel, auf dem sie notiert war, mit ins Lokal, wo sich die Einheimischen gemeinsam lange und wortreich über den Weg berieten.

Reise nach Frankreich

Die Kursteilnehmer reisten aber auch schon gemeinsam mit ihrer Dozentin ins Nachbarland. Etwas näher lagen die Kino-Ausflüge nach Leipzig, wo natürlich Filme im Originalton besichtigt wurden. Klar, wird auch Weihnachten zelebriert. „Mit Spezialitäten und mit Liedern. Die hat uns Helen auch beigebracht“, erzählen die Teilnehmerinnen.

Nun ist der Lehrgang mit Helen Künne ihren fünf Schülerinnen und dem einen Schüler nicht allein der älteste Sprachkurs an der Volkshochschule Eilenburg, sondern auch der einzige für Französisch. Es müsste wieder mal ein Anfängerkurs starten. In den vergangenen Jahren standen die Angebote dafür auch im Programmheft, berichtet Florin Stroe, pädagogischer Mitarbeiter bei der VHS. „Aber es kam dann nicht die erforderliche Teilnehmerzahl zusammen.“

Von Heike Liesaus

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