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Eilenburg Daumen hoch für Eilenburg-Slogan, Online-Gemeinde gefällt Spruch nicht
Region Eilenburg Daumen hoch für Eilenburg-Slogan, Online-Gemeinde gefällt Spruch nicht
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10:09 09.06.2016
Eilenburg von oben: Die Stadt will mit dem markigen Spruch „Lieblingsstadt Eilenburg – das beste an Leipzig“ im Rahmen einer Kampagne neue Einwohner gewinnen. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

„Lieblingsstadt Eilenburg – das Beste an Leipzig“ – so heißt der Slogan der Wohnstandort-Kampagne, die im Herbst startet. Eilenburg zeigt sich damit ziemlich selbstbewusst. Der Spruch soll vielleicht auch provozieren. Auf jeden Fall sorgt er schon mal für reichlich Gesprächsstoff, wie unsere Umfrage in der „Lieblingsstadt“ und auf LVZ-Online ergab:

„Es lohnt sich, hier zu wohnen“, lobt Franziska Holtorff ihr Eilenburg. „Aber es ist schon nötig, für die Stadt zu werben, damit am Ende nicht nur die ältere Generation in der Stadt lebt. Denn die jüngeren finden die Großstadt oft attraktiver. Aber in Eilenburg ist man mittendrin: Mit der S-Bahn geht’s schnell nach Leipzig, mit dem Auto ist es auch nicht weit. Und dann sind da noch viele kleinere Städte im Umfeld für Ausflüge.“ Die 20-jährige Sozialassistentin, die bald die Ausbildung zur Erzieherin starten will, ist mit diesem Phänomen aus der Berufsschulzeit in Leipzig vertraut: „Viele kennen Eilenburg nicht. Der Slogan regt vielleicht an, doch einmal näher nachzuschauen.“

Ronny Köpl (39) ist Kfz-Lackierer bei Porsche und Ureilenburger, hat die Lieblingsstadt-Seite auf Facebook schon entdeckt: „Und natürlich gleich geliked. Die Stadt und ihr Umfeld sind einfach schön. Ich würde aus freien Stücken niemals wegziehen. Höchstens wenn es wegen der Arbeit nicht anders geht. Deshalb mussten viele in den vergangenen Jahren fort.“

Nur unter Rentnern leben, möchte Gabriele Windisch nicht. „Da sollte gegengesteuert werden“, wünscht sich die 66-Jährige. „Den Slogan für die Kampagne finde ich sehr gut. Gerade jetzt: Durch die S-Bahn kommt man schnell von hier aus zur Arbeit nach Leipzig. Es lebt sich gut in Eilenburg. Und neulich sagte mir jemand, der schon im Umland wohnt: ’Ich genieße die Ruhe der Kleinstadt und die Nähe zur Kultur in Leipzig.’ Das kann doch für Eilenburg auch funktionieren.“ Mit mehr jungen Einwohnern könnte auch das Kulturangebot wachsen. Das kommt Michaela Horn in den Sinn, als sie von den Bestrebungen der Kampagne hört. „’Lieblingsstadt Eilenburg’ – den Slogan finde ich natürlich gut. Eilenburg ist doch meine Heimatstadt“, so das spontane Urteil der 49-jährigen Kundenberaterin. „Bei ’Das Beste an Leipzig’ muss ich etwas nachdenken. Es ist wichtig, dass das nicht vielleicht in eine falsche Richtung geht. Es soll ja für unsere Stadt werben.“

Generell sei es gut, für Eilenburg Reklame zu machen, stellt Thomas Weber fest. Er findet das Verhältnis von Mietpreisen und Nähe zur Großstadt vorteilhaft. „Mit dem S-Bahn-Anschluss ist man in ein paar Minuten mitten auf dem Leipziger Markt.“ Aber auch Eilenburg habe Trubel zu bieten. „Auf dem Stadtfest. Da habe ich eine Gulaschkanone. Drei Tage Stress. Aber positiver. Das ist mein Hobby“, freut sich der 56-Jährige. Das können auch Lutz Reinecker und seine vierköpfige Familie miterleben. Die Thüringer sind hier im Urlaub. „Wir kennen Sprotta, sind auch gern mal zum Ausflug in Eilenburg“, erklärt der 32-jährige Logistiker. „Ich kann mir vorstellen, dass Leute herziehen. Uns gefallen die Seen in der Umgebung. Auch eine Schwimmhalle ist da. Wir wohnen selbst in einem Häuschen am Rand von Arnstadt. Das Wichtigste ist natürlich die Arbeit.“

Hier geht’s zur Online-Umfrage

Von Heike Liesaus

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