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Deichgraf Bobbe bekommt Platz im Ehrenbuch

Deichgraf Bobbe bekommt Platz im Ehrenbuch

Als er darauf angesprochen wurde, konnte er erst einmal gar nichts damit anfangen: ein Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Eilenburg? "Schließlich ist das, was hier gemacht wurde, nicht das Werk eines einzelnen", sagt Axel Bobbe.

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OB Hubertus Wacker (li.) und Axel Bobbe.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Er ist Leiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV). Doch die Eilenburger wissen, was sie ihm und seinem Team zu verdanken haben. Irgendwer hat so ein "Denkmal" schon an den Hochwasserschutz am Mühlgraben gesprüht: "Danke, Mauer" steht dort. Denn die Anlagen, die nach der Flut 2002 entstanden waren, hatten den Großteil der Innenstadt vor Schäden bewahrt, als das Wasser vor genau zwei Jahren wieder so hoch stand. Und so gab es jetzt den Termin für dieses offizielles Dankeschön. Bobbe setzte seine Unterschrift ins Ehrenbuch. "Die Stadt ist mir ans Herz gewachsen", erklärt der 52-Jährige, was er mit Eilenburg verbindet. Es sei ja schon vor 2002 bemerkt worden, dass es Defizite beim Hochwasserschutz gibt. Erste Planungen waren bereits gemacht, als die Natur auf so beeindruckende Art zeigte, wie dringend die Umsetzung nötig ist. "Fast 40 Millionen Euro wurden dann innerhalb von zehn Jahren verbaut. Das ist eine enorm kurze Zeit ", so Sachsens oberster Deichhüter.

Eilenburg war die erste Stadt, für die der Hochwasserschutz derart hergerichtet war. Auch wenn bei der Juni-Flut vor zwei Jahren bemerkbar wurde, wo es noch Schwachstellen gibt. "Wenn jemand auf diese Weise danke sagt, wird klar, dass man nicht so viel falsch gemacht haben kann", stellt Bobbe beim Treffen im Büro des Oberbürgermeisters fest. Denn letztlich ließen sich all diese Projekte nur mit Hilfe einer Stadtverwaltung umsetzen, die die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft. Oft seien Anwohner erst einmal skeptisch. Die Errichtung einer Schutzmauer bedeutet in der Bauzeit Lärm und Dreck. Und dann kann es passieren, dass auch noch der liebgewordene Ausblick dem Hochwasserschutz zum Opfer fällt. Da sei es am Bürgermeister einer Stadt, die richtigen Worte zu finden, so Bobbe. "Wenn sich die Stadtverwaltung nicht zu uns bekennt, können wir uns mühen, und es geht trotzdem nicht voran." Denn allein, um alle Baugenehmigungen zu erhalten, seien die Hürden groß. Das gilt nun auch für den Flügeldeich im Eilenburger Ortsteil Hainichen, wo der alte Damm 2013 gehalten hat. Dort müssen jetzt erst die Naturschutzgutachten vorliegen. Ebenso müssen die Grundstücksfragen geklärt sein. "Wir brauchen einfach jemanden, der die Ampeln auf Grün schaltet", verdeutlicht Bobbe die derzeitige Situation. Dann könne die LTV mit ihren Planungen durch.

In Eilenburg sei der OBM Zugpferd gewesen. Das sei nicht überall so. Grimma soll nun den Hochwasserschutz 2018/19 bekommen, Döbeln erst nach 2020.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.06.2015
Heike Liesaus

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