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Eilenburg Demos geplant: Lehrer an Gymnasien und Mittelschulen wollen wieder Vollzeit arbeiten
Region Eilenburg Demos geplant: Lehrer an Gymnasien und Mittelschulen wollen wieder Vollzeit arbeiten
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05:00 03.04.2010
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Kreisgebiet

Sie arbeiteten weniger und bekamen geringeren Lohn. So musste kein Pädagoge wegen sinkender Schülerzahlen entlassen werden. 

„Es war garantiert, dass bei Auslaufen des Tarifvertrags wieder Vollzeit gearbeitet wird“, erklärte Dieter Mannel, der Leiter des Eilenburger Gymnasiums, dazu. „Das ist einfach Vertragsbruch.“ Die Sachsen seien verwöhnt: kleine Klassen, Ganztagsangebote und dazu noch Spitze im Pisa-Test. Doch das sei auch dem verstärkten Einsatz der Lehrerschaft zu verdanken, die über die bezahlte Stundenzahl hinaus arbeitet. „Das ist doch demotivierend. Wenn Änderungskündigungen ausgesprochen und die Kollegen gezwungen werden, Teilzeitverträge zu unterschreiben, sind von ihnen keine Zusatzleistungen zu erwarten“, stellt Mannel fest. Schließlich sei die geringere Stundenzahl, mit der sich die Pädagogen vorübergehend arrangierten, nicht allein eine Frage des derzeitigen Einkommens, sie wirken sich auch auf die Rente aus.

Auch an der Mittelschule Krostitz waren die gescheiterten Tarifverhandlungen in dieser Woche ein viel diskutiertes Thema. Wie Personalratschef Heiko Wittig auf Anfrage informierte, wurde am Montag eine Personalversammlung durchgeführt. Dort habe man sich verständigt, dass man an den geplanten Arbeitskampfmaßnahmen im Mai teilnehmen werde. Unter anderem ist eine Großdemonstration der Lehrerverbände und der Gewerkschaft angekündigt, die sich gegen die Sparpläne der Landesregierung richten soll. Laut Wittig fordern die Krostitzer Gewerkschaftsmitglieder Altersteilzeitregelungen, Klassenleiterstunden und Lehrerstunden für den Ergänzungsbereich beziehungsweise für Ganztagsangebote. „Wird dies berücksichtigt, sollte die Gewerkschaft wieder in Verhandlung treten“, sagt Wittig.

Und er bringt noch einen weiteren Aspekt ins Spiel: „An Förder- und Berufsschulen fehlen derzeit Lehrer. Deshalb sollte geprüft werden, inwieweit ein Wechsel von Pädagogen aus Mittelschulen an diese Bildungseinrichtungen möglich ist“. Zudem widerspricht er der Aussage des Kultusministeriums, dass die Lehrer nur in den letzten fünf Jahren Einschnitte hinnehmen mussten. „Seit 1992 existieren die Teilzeitregelungen an sächsischen Mittelschulen. Die Lehrer verhalten sich also seit 18 Jahren solidarisch, weil sie verkürzt arbeiten“, argumentiert der Gewerkschaftler und formuliert einen kühnen Gedanken. „Warum sollte jetzt, wo es noch zu viele Lehrer gibt, als Dank für diese Solidarität für eine gewisse Zeit nicht die Pflichtstundenzahl von 26 auf 24 abgesenkt werden?“

In diesem Zusammenhang weist Wittig darauf hin, dass die sächsischen Lehrer seit Jahren die am schlechtesten bezahlten Deutschlands sind. „Fast alle sind nur angestellt und nicht wie in anderen Bundesländern verbeamtet“, so der Krostitzer Mittelschullehrer. Aus der ganzen Diskussion heraus hält sich derweil Bernhard Wirth, Leiter der Mittelschule Delitzsch Nord. „Zurzeit gibt es genug Gerüchte und Spekulationen. Da muss ich nicht noch eins draufsetzen. Wir sollten die Entscheidungen abwarten.“

Thomas Steingen und Heike Liesaus

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