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Eilenburg Denkmal-Doc lässt die erste Fassade am alten Gutshaus erstrahlen
Region Eilenburg Denkmal-Doc lässt die erste Fassade am alten Gutshaus erstrahlen
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00:36 18.03.2018
Detlef Bölke, Ortsvorsteher von Langenreichenbach, steht vor dem Rittergut Langenreichenbach. Die Sanierung hat begonnen. Quelle: Bärbel Schumann
Langenreichenbach

Frank Pastille ist ein Mann mit einer besonderen Leidenschaft. Der diplomierte Bauingenieur rettet historische Bauten. Vor allem jene haben es ihm angetan, die bereits als hoffnungslos gelten und dem Abriss geweiht sind. Ein Glücksumstand brachte ihn mit dem Langenreichenbacher Ortsvorsteher Detlef Bölke im November 2014 zusammen. In dem zur Gemeinde Mockrehna gehörenden Dorf stand der Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Gutshauses auf der Tagesordnung. Der Denkmalsschutz war bereits bei einer Wirtschaftlichkeitsanalyse überzeugt worden, dass das Gutshaus nicht zu retten sei. Der Zustand war zu marode. Fördergelder für das Vorhaben waren bereits genehmigt worden.

Gutshaus war Schule und Kita

„Das Haus ist prägend für unseren Ort“, sagt Bölke. Er wollte sich wie viele andere Einwohner nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass das Gutshaus plötzlich nicht mehr da sein sollte. „Über 50 Jahre war es ein Zentrum für Langenreichenbach. Schade nur, dass über 50 Jahre lang nichts daran gemacht wurde“, erklärt der Ortsvorsteher. Das Gutshaus wurde als Schule und Hort genutzt, ab 1975 war es Kindergarten, ab 1990 Jugendklub. „Fast alle Langenreichenbacher haben deshalb eine besondere Beziehung zu dem Gebäude“, so Bölke. Durch einen Beitrag in einem Magazin wurde der Langenreichenbacher auf Frank Pastille in sprichwörtlich letzter Minute aufmerksam, stellte einen Kontakt zu ihm her und vereinbarte einen Vor-Ort-Termin. Am Ende konnte der Ortsvorsteher und seine Mitstreiter den Denkmal-Doktor aus Grimma überzeugen. „Wir haben dann aber noch eine ganz schöne Portion an Überzeugungsarbeit gemeinsam beim Bürgermeister in Mockrehna leisten müssen, ehe ich das Grundstück zu einem symbolischen Preis erwerben konnte“, blickt Frank Pastille zurück.

Neue Fassade

Wer heute auf der Langenreichenbacher Dorfstraße spaziert, der sieht einen Teil des im Jahr 1460 errichteten Gebäudes in neuem Glanz. Die zur Straße gewandte Seite erstrahlt in neuem Putz mit reichen Verzierungen. „Wir haben nach alten Fotos und anderen Unterlagen alles hergerichtet. Sogar die Farben sind historisch belegbar“, erzählt Frank Pastille. Für dieses Jahr plant er, den Eingangsbereich im hinteren Gebäudeteil abzureißen. Eine historische Tür soll eingesetzt werden. Der Denkmal-Doktor arbeitet dabei mit dem ortsansässigen Tischler und Schmied zusammen. Außerdem will er den Sockelbereich erneuern. Keine leichte Sache, denn an den Ecken hatte das Gebäude ursprünglich kleine Türmchen.

Pastille nimmt sich Zeit für die Arbeiten, finanziert alles selbst. Er nutzt keine Fördergelder. Parallel sucht er Interessenten, künftige Eigentümer und Nutzer. Deshalb wird man schon bald auch das Langenreichenbacher Gutshaus auf seiner Internetseite präsentiert finden. Der Denkmal-Doktor ist überzeugt, dass es ihm wie schon bei anderen hoffnungslosen Fällen gelingt. Zeitlich festlegen will er sich nicht, rechnet aber mit gut fünf Jahren. Aber dann wird auch noch genügend Arbeit vorhanden sein, bei der sich die künftigen Besitzer selbst verwirklichen können.

Von Bärbel Schumann

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