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Eilenburg Thomas Pertzsch ist der Geschichte von Mörtitz auf der Spur
Region Eilenburg Thomas Pertzsch ist der Geschichte von Mörtitz auf der Spur
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00:22 12.02.2018
Thomas Pertzsch ist Ortschronist im Doberschützer Ortsteil Mörtitz. Quelle: Matthias Klöppel
Doberschütz/Mörtitz

Im Doberschützer Ortsteil Mörtitz gibt es kaum ein Ereignis, bei dem Thomas Pertzsch nicht anwesend ist. Mit der Kamera hält der 43-Jährige alles fest, was ihm für die Nachwelt bedeutsam erscheint. Das Geschehen in der Region ist ihm eine Herzensangelegenheit. Seit 2003 führt er die Ortschronik, ist zudem Mitglied im Denkmalverein Mörtitz-Mensdorf sowie aktiver Sänger im Männerchor Lyra 1890.

Thomas Pertzsch ist Ortschronist im Doberschützer Ortsteil Mörtitz. Quelle: Matthias Klöppel

Begonnen hat die Leidenschaft für die Historie in der Jugend. Damals fing Pertzsch an, sich für die Zeitgeschichte zu interessieren. Eine starke Heimatliebe verspürte er schon immer. Diesem Gefühl durch eine Chronisten-Tätigkeit Ausdruck zu verleihen, darin bestärkte ihn der frühere Mörtitzer Ortsvorsteher Albert Reiche, mit dem ihm eine Freundschaft verbindet. „Er wusste von meinen vielen historischen Interessen und motivierte mich, das Amt anzunehmen“, erzählt der hochgewachsene Brillenträger.

Die Jahrhundertflut – eine bleibende Erinnerung

Seitdem hält er den Ablauf aller großen und kleinen Ereignisse im Dorf handschriftlich und digital fest, trägt alles zusammen für eine lückenlose Dokumentation. Ein Vorfall, der ihm noch immer vor Augen steht, ist die Jahrhundertflut von 2002. „Teile der Thomas-Müntzer-Straße und der Anger waren überflutet“, erinnert sich der Heimatfreund, der damals alles fotografiert hat.

Pertzsch, in Eilenburg geboren und in Mörtitz aufgewachsen, wo er seitdem wohnhaft ist, verweist auf das besondere Gepräge der Ortschronik: Das Original sei im Zweiten Weltkrieg abhanden gekommen. Ein ehemaliger Lehrer habe daraufhin in Eigeninitiative alles gesammelt, was er über die 1260 erstmals urkundlich erwähnte Ortschaft finden konnte. Den Wissensspeicher gab er weiter, bis schließlich Pertzsch damit beauftragt wurde, diesen zu bearbeiten.

Ehrenamtlicher Sterbe- und Trauerbegleiter

Von Geburt an gesundheitlich eingeschränkt, ist der gelernte Industriekaufmann als Mitarbeiter für den Einkauf in der hiesigen Papierfabrik von Stora Enso beschäftigt. Daneben engagiert er sich als ehrenamtlicher Sterbe- und Trauerbegleiter in der Region. „Ich habe meine Mutter zehn Jahre lang gepflegt,“ erläutert Pertzsch seine Motivation. „Als sie starb, habe ich entschieden, Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen.“ Um bei dieser Tätigkeit abschalten zu können, vertraut er auf diverse Rituale. So hört er häufig Musik, geht spazieren oder besucht das Grab seiner Mutter auf dem Friedhof. Das Singen im Männerchor sei ebenfalls eine Abwechslung.

Was ihn freut, ist die große Dankbarkeit, die er von Angehörigen zurückbekomme. Pertzsch betont: „Das Ehrenamt gibt mir sehr viel.“ Genauso wie das starke Zusammengehörigkeitsgefühl, durch das sich Mörtitz auszeichne. Auch deshalb sei es ein Leichtes, als Chronist dem Ort etwas wiederzugeben.

Von Matthias Klöppel

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