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Eilenburg Der Schandfleck muss weg – Haus in der Eilenburger Ziegelstraße sorgt für Ärger
Region Eilenburg Der Schandfleck muss weg – Haus in der Eilenburger Ziegelstraße sorgt für Ärger
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00:35 25.03.2018
Seit Jahren ein Schandfleck: das Gebäude Ziegelstraße 1. Eine Sanierung lohnt wohl wirtschaftlich nicht, bleibt nur ein Abriss. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Eilenburg

Schwarze, verkohlte Balken ragen aus dem Dachstuhl, das Dach fällt in sich zusammen, in vielen Fenstern fehlt das Glas, einige Stellen sind notdürftig gesichert, Müll und Dreck liegt herum. Das ehemalige Wohnhaus in der Ziegelstraße 1 in Eilenburg, fast vis a vis des ehemaligen ECW-Verwaltungsgebäudes, liegt so kurz vor der Mulde gewissermaßen am Tor zur Stadt. Als solches macht es schon längst nicht mehr von sich reden, vielmehr als Schandfleck. Nachfragen wie zuletzt zur Einwohnerversammlung in Stadtmitte gibt es immer wieder, vor allem aber den dringenden Wunsch, die Stadt möchte doch endlich regulierend eingreifen.

Kein sofortiger Handlungsbedarf

Die will schon, kann aber nicht. Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) würde die Ruine lieber heute als morgen wegreißen. Das Gebäude aber ist noch immer im Privatbesitz. Mit dem Eigentümer habe er jetzt erst telefoniert, sagt Scheler. Vor gut einem Jahr gab es dessen Aussage, dass ein Notartermin anstehe, weil er das Objekt selbst veräußern möchte. Passiert ist seit dem aber nichts. „Ich habe ihn jetzt erneut angeschrieben und werde auch nochmal anrufen. Es sieht schlimm dort aus, ich kann ihn aber nicht zwingen“, so Scheler.

Auch Stadt hatte Kaufabsichten

Auch Verkaufsgespräche mit dem Eigentümer hatte es in der Vergangenheit und schon zu Amtszeiten von Schelers Vorgänger Hubertus Wacker (parteilos) einige gegeben. Auf einen Preis hatten sich beide Seiten aber nicht einigen können. Die Stadt hatte sich zudem, um selbst eine Änderung der Situation bewirken und den Abriss realisieren zu können, bei einer Versteigerung vor einigen Jahren um den Zuschlag bemüht, war aber knapp überboten worden.

Das Bauordnungsamt überwache das Ganze, der Eigentümer muss jährlich ein Gutachten zur Bestätigung der statischen Sicherheit erbringen. Absicherungsmaßnahmen von Seiten des Besitzers sind erfolgt. Deshalb gibt es ja das Problem: Solange keine Gefahr von dem Gebäude ausgeht, können die Behörden nichts machen. „Sollte es so sein, könnten wir sofort eine Ersatzvornahme machen“, so Scheler. 2011 hatte der Dachstuhl des Gebäudes gebrannt. Aufgrund der Baufälligkeit konnten die Kameraden der Feuerwehr nicht innerhalb des Hauses an den Brandherd gelangen, sondern mussten von außen löschen.

Baldige Lösung nicht in Sicht

Ein Lichtblick oder gar baldige Lösung ist nicht in Sicht. „Wir haben als Stadt ausschließlich nur ein Interesse – der Schandfleck muss weg“, so Heiko Leihe, Leiter des Oberbürgermeisterbereiches.

Von Kathrin Kabelitz

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