Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Der Wöllnauer Maler Volker Pohlenz malt mit Bezug zur Reformation
Region Eilenburg Der Wöllnauer Maler Volker Pohlenz malt mit Bezug zur Reformation
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:08 01.06.2016
Volker Pohlenz mit dem Entwurf zur Siegesfeier im Roten Hirsch, das als privates Auftragswerk mit den Besitzern vor einigen Jahren auszog. Quelle: Alexander Prautzsch
Anzeige
Eilenburg/Wöllnau

Der Maler Volker Pohlenz kennt sich in Regionalhistorie bestens aus. Ist vor allem aber bekannt dafür, dass er sich mit seinen Bildern auch die künstlerische Freiheit nimmt, Figuren und Ereignissen der Zeitgeschichte nicht nur Leben einzuhauchen, sondern die Geschehnisse auch auf seine ganz eigene Art zu interpretieren. Dafür stehen zurzeit die drei Leihgaben, mit denen der Wöllnauer im Eilenburger Stadtmuseum die Sonderausstellung „Martin Luther und der kulturelle Wandel im konfessionellen Zeitalter“ bereichert.

Glaube und Macht

Das erste ist ein Entwurf für das zwei mal drei Meter große Ölgemälde, das er vor fast vier Jahren für die Schlosskirche in Torgau schuf. Und auf dem Martin Luther zu sehen ist, wie der Reformator vor einer höfischen Gesellschaft predigt, die es in dieser Zusammensetzung bei der Weihe des ersten protestantischen Kirchenneubaus im Jahr 1544 so nie gegeben hätte. Luther bezieht dabei das Cranach-Gemälde von „Elias und die Baalspriester“ in die Predigt ein, das einst die Schlosskirche schmückte und dessen Repro gerade auf 1,25 mal 2,40 Meter die letzten Pinselstriche im Wöllnauer Atelier bekommt. Wie auf keinem anderen Kunstwerk werden hier Glaube und Macht thematisiert, dargestellt im Wettstreit des Propheten Elias mit den Baalspriestern, die beweisen wollen, ihr Gott sei der einzig wahre. Und was die eben noch Verehrten mit dem Leben bezahlen. „Wo das Bild künftig seinen Platz bekommen wird, ist noch nicht entschieden“, so der Maler. Die Pohlenzsche Schlosskappellen-Weihe illustriert übrigens neuerdings auch das Geschichtsbuch der Klasse 7 vom Klett-Verlag.

Schlacht zu Breitenfeld

Der zweite Bildentwurf zur Siegesfeier nach der Schlacht zu Breitenfeld im Dreißigjährigen Krieg ruft ein Auftragswerk der früheren Gastwirtsfamilie Schneider anlässlich des 450-jährige Bestehens des ältesten noch intakten Gasthauses im Zentrum von Eilenburg im Erdgeschoss des Stadtmuseums in Erinnerung. Für den Hintergrund beim dritten lohnt sich ein Blick ins Internet zum Oschatzer Vogtshaus, für das Pohlenz das Original zum Ende der Wurzener Fehde schuf und das ebenso Bezüge sowohl zur Region als auch zur Reformation aufweist.

Lutherstadt Eilenburg

„Beinah wäre Eilenburg Lutherstadt geworden“, weiß Volker Pohlenz schließlich zu seinen anderen Luther-Werken in der Dauerschau des Museums zu berichten. In der „gesegneten Schmalzgrube“ an der Mulde, zu der es den Reformator laut jüngster Ausgabe des „Sorbenturms“ mit heimathistorischen Geschichten gleich 14 Mal hinzog, habe er kurz vor seinem Tod in Eisleben einen Alterssitz erwogen. Wittenberg sei ihm zu hektisch geworden. Pohlenz schuf ihm auch mit einem Triptychon zu den Ereignissen der Reformation in Eilenburg ein Denkmal. In einer der nächsten Sonntagsschulen im Museum will der Wöllnauer Kunst- und Historienfreunde erneut auf die Reise in eine spannende Zeit mitnehmen.

Von Karin Rieck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für Radfahrer gibt es in Eilenburg zwar gut ausgebaute Wege, aber auch etliche Hürden und Gefahrenstellen. Thomas Sigismund kennt sich damit aus. Er hält besonders die Bahnunterführung in Richtung Wedelwitz für gefährlich.

31.05.2016

So klein waren Borna, Wurzen und Co. noch nie: Mit der sogenannten Tiltshift-Fotografie verwandelt sich die Welt in eine Modelleisenbahn-Landschaft. Die LVZ hat der Region rund um Leipzig jetzt einen neuen Look verpasst. Mit ein paar Kniffen kann jeder aus Motiven, die aus der Vogelperspektive aufgenommen sind, eine Miniaturwelt schaffen.

18.08.2016

Seit dem Wochenende hat Erhard Klein die Saison auf seinem Erdbeerfeld an der Eilenburger Winkelstraße eröffnet. Der Rentner will nicht von seinem Hobby lassen. Dabei ist es gar nicht so einfach, die roten Früchte von der Staude an den Mann und die Frau zu bringen.

30.05.2016
Anzeige