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Der Wöllnauer Maler Volker Pohlenz malt mit Bezug zur Reformation

Ausflug in die Historie Der Wöllnauer Maler Volker Pohlenz malt mit Bezug zur Reformation

Das Werk des Wöllnauer Künstlers Volker Pohlenz ergänzt nicht nur die aktuelle Sonderschau im Eilenburger Museum zum Reformationsjubiläum. Auch die Dauerausstellung mit vielen einzigartigen Bezügen zu dieser Zeit illustriert er mit seinen Bildern. Zurzeit arbeitet er außerdem an einer Cranach-Reproduktion.

Volker Pohlenz (hinten links) erklärt Museumsbesuchern den Landsknecht am Eingang zum Roten Hirsch, bevor es auf die Spuren seiner anderen Werke zur Reformationszeit ins Haus geht

Quelle: Stadtmuseum

Eilenburg/Wöllnau. Der Maler Volker Pohlenz kennt sich in Regionalhistorie bestens aus. Ist vor allem aber bekannt dafür, dass er sich mit seinen Bildern auch die künstlerische Freiheit nimmt, Figuren und Ereignissen der Zeitgeschichte nicht nur Leben einzuhauchen, sondern die Geschehnisse auch auf seine ganz eigene Art zu interpretieren. Dafür stehen zurzeit die drei Leihgaben, mit denen der Wöllnauer im Eilenburger Stadtmuseum die Sonderausstellung „Martin Luther und der kulturelle Wandel im konfessionellen Zeitalter“ bereichert.

Glaube und Macht

Das erste ist ein Entwurf für das zwei mal drei Meter große Ölgemälde, das er vor fast vier Jahren für die Schlosskirche in Torgau schuf. Und auf dem Martin Luther zu sehen ist, wie der Reformator vor einer höfischen Gesellschaft predigt, die es in dieser Zusammensetzung bei der Weihe des ersten protestantischen Kirchenneubaus im Jahr 1544 so nie gegeben hätte. Luther bezieht dabei das Cranach-Gemälde von „Elias und die Baalspriester“ in die Predigt ein, das einst die Schlosskirche schmückte und dessen Repro gerade auf 1,25 mal 2,40 Meter die letzten Pinselstriche im Wöllnauer Atelier bekommt. Wie auf keinem anderen Kunstwerk werden hier Glaube und Macht thematisiert, dargestellt im Wettstreit des Propheten Elias mit den Baalspriestern, die beweisen wollen, ihr Gott sei der einzig wahre. Und was die eben noch Verehrten mit dem Leben bezahlen. „Wo das Bild künftig seinen Platz bekommen wird, ist noch nicht entschieden“, so der Maler. Die Pohlenzsche Schlosskappellen-Weihe illustriert übrigens neuerdings auch das Geschichtsbuch der Klasse 7 vom Klett-Verlag.

Schlacht zu Breitenfeld

Der zweite Bildentwurf zur Siegesfeier nach der Schlacht zu Breitenfeld im Dreißigjährigen Krieg ruft ein Auftragswerk der früheren Gastwirtsfamilie Schneider anlässlich des 450-jährige Bestehens des ältesten noch intakten Gasthauses im Zentrum von Eilenburg im Erdgeschoss des Stadtmuseums in Erinnerung. Für den Hintergrund beim dritten lohnt sich ein Blick ins Internet zum Oschatzer Vogtshaus, für das Pohlenz das Original zum Ende der Wurzener Fehde schuf und das ebenso Bezüge sowohl zur Region als auch zur Reformation aufweist.

Lutherstadt Eilenburg

„Beinah wäre Eilenburg Lutherstadt geworden“, weiß Volker Pohlenz schließlich zu seinen anderen Luther-Werken in der Dauerschau des Museums zu berichten. In der „gesegneten Schmalzgrube“ an der Mulde, zu der es den Reformator laut jüngster Ausgabe des „Sorbenturms“ mit heimathistorischen Geschichten gleich 14 Mal hinzog, habe er kurz vor seinem Tod in Eisleben einen Alterssitz erwogen. Wittenberg sei ihm zu hektisch geworden. Pohlenz schuf ihm auch mit einem Triptychon zu den Ereignissen der Reformation in Eilenburg ein Denkmal. In einer der nächsten Sonntagsschulen im Museum will der Wöllnauer Kunst- und Historienfreunde erneut auf die Reise in eine spannende Zeit mitnehmen.

Von Karin Rieck

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