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Die Eulenburgs in Eilenburg – Verhaltenes Interesse an Sonderausstellung

Kultur Die Eulenburgs in Eilenburg – Verhaltenes Interesse an Sonderausstellung

Die Schau „Ilburg, Eulenburg, Eilenburg und die Heinzelmännchen“ zeigt, wie die Eulenburg-Familie Stadtgeschichte prägte. Und so bescheren die zusammengetragenen Stücke über das Adelsgeschlecht und seine Verbindung zu den Sagengestalten selbst langjährigen Einwohnern neue Erkenntnisse. Doch das Besucherinteresse ist überschaubar.

Der Ring der Heinzelmännchen ist zentrales Element in der Ausstellung, zeigt Museumschef Andreas Flegel.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. So ein bisschen geht’s den Eilenburgern wie den Römern: Das von der Stadt aus beherrschte Gebiet hatte sich vor einiger Zeit stark ausgedehnt und dann wieder verkleinert. Dies wäre wohl eine der Erkenntnisse, die Besucher aus der Ausstellung „Eilenburg, Eulenburg, Ilburg und die Heinzelmännchen“ mitnehmen könnten. Seit Mai ist sie im Museum der Muldestadt zu besichtigen. Mittlerweile geht sie fast in die Halbzeit. Allerdings könnte das Interesse durchaus größer sein. Im Gegensatz zu den Touren durch die Bergkeller werden nicht alle Führungen unter Dach des Museums besucht, dabei ist selbst für die Eilenburger Neues zu erfahren: „Die Grafen zu Eulenburg besaßen Städte und Dörfer in einem Gebiet, das sich bis zur Oder erstreckte“, zeigt Museumsleiter Andreas Flegel auf der Landkarte. Dahlen, Kalau, Bad Muskau gehörten dazu. Es soll dann Zwistigkeiten mit den Markgrafen zu Meißen gegeben haben. Das bewog die Eulenburgs erst nach Böhmen und dann nach Ostpreußen zu ziehen. Vor zirka 450 Jahren verließen sie die Stadt. „Es gibt aber heute noch 102 Familienmitglieder. 41 davon tragen noch den Namen zu Eulenburg“, so Flegel.

25 Nachfahren waren bei der Eröffnung der Schau dabei. Weitere besuchten sie in den vergangenen Wochen. „Heute sehen wir die liebevoll zusammengestellte Ausstellung und freuen uns über alles“, schrieb Freda Naundorf, geborene Gräfin zu Eulenburg, ins Gästebuch.

Die springenden Heinzelmännchen

Überall springen Heinzelmännchen-Figuren durch die Ausstellung. Dafür wurden extra Grafiken entwickelt als optischer roter Faden, der sich durch die Schau zieht, in der auch mit Text und Bild aufgeklärt wird, aus welchen Quellen sich gleich mehrere Sagen entwickelt haben könnten. Nach denen hatten die kleinen Gesellen die Grafen mal spontan zum Hochzeitsfest eingeladen oder ihnen den Glück verheißenden Ring geschenkt. Zuwendungen, die leider jeweils mit strengen Auflagen verbunden waren. Bei Nichteinhaltung drohte Unglück.

Zu den Besuchern, die sich die Schau bereits ansahen, gehört der Eilenburger Andreas Beßler. Er war mit einer Gruppe des Weiterbildungsträgers Akademie für Informatik zu Gast. Hatte er vorab schon einmal von der Heinzelmännchen-Sage vernommen? „Gerade neulich konnten wir sie auf dem Schlossberg im Lauschberg hören“, überlegt der 26-jährige Eilenburger. Das einzigartige Kunstobjekt steht seit vorigem Jahr dort. „Auf dem Markt haben wir auch den Heinzelmännchen-Brunnen“, ergänzt Ronny Friedrich, ebenfalls Kursteilnehmer. „Aber in der Ausstellung ist viel Neues zu erfahren. Ich habe es nicht bereut, hierher gekommen zu sein.“

Familien-Schätze

Sogar einige Schätze aus ihrem Besitz haben Eulenburg-Familienmitglieder zur Verfügung gestellt. Adelsurkunde, Medaillen, ein wappenverziertes vollständiges Gedeck mit 13 Besteckteilen samt Silberteller werden in Vitrinen gezeigt. Ebenso ein extra gefertigtes Duplikat des schicksalbestimmenden Ringes. Am Rande der Führung wird mit Hilfe des Museumschefs auch geklärt: Im Unterschied zum Märchen finden sich in der Sage immer ein paar harte Fakten: Eilenburg gab es, die Grafen gab es. Noch so eine Erkenntnis: Warum sollte das nicht auch in anderen Familien funktionieren? Eine Sage mit Wohnort und Namen erdichten, sie an Enkel weitergeben, eine eigene kleine Tradition begründen? Die Eulenburgs sind da zwar nicht aufs Selbsterfinden angewiesen, aber sie pflegen die Tradition. Der Ring wird zu bestimmten Treffen getragen, die Geschichte erzählt. Die Ausstellung habe sie ebenfalls inspiriert, die zauberhafte Geschichte neu drucken zu lassen, verrät Andreas Flegel. Jedem neuen Familienmitglied könnte sie als Taufgeschenk auf den Lebensweg gegeben werden.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober im Museum zu sehen. Die nächsten Führungen finden am 1. und 3. August ab 10 Uhr statt. Weitere Infos unter Telefon 03423 652222.

Von Heike Liesaus

Eilenburg Torgauer Straße 40 51.46096 12.63491
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