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Eilenburg Die Glauchaer und der Flutschutz: "Wir kämpfen weiter!"
Region Eilenburg Die Glauchaer und der Flutschutz: "Wir kämpfen weiter!"
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15:51 19.05.2015

Das Gotteshaus in Niederglaucha bietet als größter Versammlungsort im Dorf gut 300 Personen Platz. Und doch reichte der symbolträchtige Raum für das große Interesse, auch aus umliegenden Orten, nicht aus. Hochkarätige Vertreter von überregionalen Planungs- und Verwaltungseinrichtungen beantworteten Fragen zum Flutschutz in der Gemeinde Zschepplin.

Der Debatte stellten sich vor allem Landrat Michael Czupalla (CDU), Andreas Berkner, Chef des Regionalen Planungsverbandes Westsachsen, der Chef der Landestalsperrenverwaltung Axel Bobbe. Abteilungsleiter Ulrich Kraus vom sächsischen Umweltministerium und Michael Feist, Vize-Präsident der Landesdirektion Leipzig. Es ging unter anderem um Flutschutz-Verfahren für Glaucha seit 2002, die Herabstufung von Schutzstandards in diesem Raum, Kosten-Nutzen-Faktoren, Bürgermitsprache, die Rolle der Talsperren, Gewässersanierung und vieles mehr. "Wir können heute nicht alles klären, werden manches mitnehmen", räumte Berkner ein. Vorerst solle eine "ehrliche Bestandsaufnahme" als Grundlage dafür dienen, wie es mit dem Flutschutz in diesem Bereich weitergeht. Dieser ist, wie berichtet, zurzeit auf einen durchschnittliche Standard HQ 25 ausgelegt. Was nicht ausreicht, wie zwei Fluten zeigten.

Die Gemeinde bekomme im Rahmen des Wiederaufbauprogramms für 21 gemeldete kommunale Projekte über zwei Millionen Euro bewilligt, sagte der Landrat, außerdem flossen Sofortpauschalen für die Kommune und über 300 Flutbetroffene. Neue Schutzbekleidung für die Feuerwehr und der Aufbau des Gerätehauses Glaucha werden zu 100 Prozent gefördert. "Das würden wir nicht tun, wenn der Ort keine Perspektive hätte", betonte Czupalla. All die anderen Fragen zum Hochwasserschutz, die in der Hoheit des Landes liegen, hätten "ihre Berechtigung". 6,2 Millionen Euro Bedarf hat die Bürgerinitiative für Glaucha ermittelt. Einer der Sprecher, der Schlossermeister Thomas Hartmann, verstand den 20- bis 30-köpfigen Kreis der Aktiven, die sich für mehr Flutschutz einsetzen, "nicht als Opposition, sondern als Partner der Gemeindevertretung. Da sollte nichts parallel laufen. Eilenburg ist ein gutes Beispiel."

Soziale Härtefälle sind weitere Themen, zu denen die meisten Teilnehmer auf den Kirchenbänken und im Podium im Kontakt bleiben wollen. Fast zwei Stunden dauert die Diskussion, anschließend wird das Angebot genutzt, persönliche Probleme, darunter mit dem Versicherungsschutz, vorzubringen. "Wir sind keine Bittsteller", so Hartmann, Hochwasser sei kein Schicksalsschlag, sondern Ergebnis menschlichen Versagens. Die Glauchaer wollen sich weiter wehren, bekunden sie in der Kirche. Dass sie bei 1600 Einzelmaßnahmen in Sachsen auf Rang 580 "mittlere Priorität" haben, akzeptieren sie nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.09.2013

Rieck, Karin

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