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Eilenburg Die Kiesseen um Eilenburg locken – doch der Sprung ins kühle Nass ist verboten
Region Eilenburg Die Kiesseen um Eilenburg locken – doch der Sprung ins kühle Nass ist verboten
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00:19 08.07.2017
An der Kiesgrube Laußig warnt der Betreiber vor dem Betreten und Baden. Wer dies dennoch tut, begebe sich in Lebensgefahr. Quelle: Steffen Brost
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Laußig/Zschepplin/Sprotta

Der See in Laußig lockt. Auf stolze 110 Hektar ist der Kiessee inzwischen angewachsen. Doch die Schilder verkünden nach wie vor: „Betreten verboten“. Das Baden ist darin natürlich inbegriffen. „Der komplette Kiessee steht nach wie vor unter der Bergaufsicht“, erklärt Christoph Arnold, Betriebsleiter des achtköpfigen Kieswerkteams in Laußig. Bis voraussichtlich 2018, so sagt er, sollen zwar zunächst Teile im Nordbereich aus dem Bergrecht entlassen werden. „Doch bis jetzt sind die Böschungen nicht abgenommen. Keiner kann daher dafür garantieren, dass das Baden ungefährlich ist.“

Das achtköpfige Team des Kieswerks Laußig, eins von acht aktiven Kieswerken der Mitteldeutschen Baustoff GmbH, kommt seiner Pflicht daher mit den Verbotsschildern nach. Die Zufahrtswege sind abgesperrt, „doch natürlich findet sich immer ein Weg“, weiß auch Christoph Arnold: „Wenn ich jemanden sehe, weise ich schon auf das Verbot hin“, so der Betriebsleiter. Doch permanent kontrollieren, das könne das Kieswerk nicht.

Die Kiesgrube Eilenburg liegt westlich von Sprotta. Zwar hat sie einen offiziellen Badestrand, der zum Freizeit und Erholungszentrum (FEZ) gehört; wer aber seine Ruhe haben will und abgeschiedenen Badespaß sucht, könnte auch die Ufer abseits des Erholungszentrums in Beschlag nehmen. An denen verhält es sich jedoch ähnlich wie am See in Laußig. Die Kiesgrube Eilenburg steht ebenfalls noch unter Bergrecht, das Baden ist also auch dort verboten.

Eigentümer des Sees ist die Gemeinde Doberschütz. „Wir können nur die Parkmöglichkeiten verhindern“, sagt Claus Heinrichsen, Bauamtsleiter der Kommune. „Dieses Jahr ist wetterbedingt noch nicht so viel festgestellt worden“, aber in den Hitzephasen der vergangenen Jahre sei es vorgekommen, dass das gesamte Dorf zugeparkt wurde. Mehr als die Falschparker abzustrafen, bleibe der Gemeinde derzeit nicht übrig. Die nicht für das Baden gedachten Uferbereiche seien zwar von den Straßenseiten mit einem Zaun abgetrennt, doch das halte nicht jeden Badegast ab. Die Kommune arbeite daher eng mit der Polizei zusammen. „Es finden laufend Kontrollen statt“, sagt der Bauamtsleiter. Verbotsschilder, die auf das illegale Baden hinweisen, seien jedoch nicht durch die Gemeinde aufgestellt worden.

Der nordöstliche Teil des Sees wird vom Kieswerk Niemeier genutzt. Dieser Bereich sei ohnehin von einem Zaun umgeben, sagt Mitarbeiterin Petra Günther. Das Baden sei daher verboten. „Das sagen auch die von uns aufgestellten Schilder aus“, erklärt sie. Ein Wachschutz kontrolliere das Gebiet. Wer es trotzdem versucht, werde vom Gelände verwiesen.

„Bitte Leute, badet nicht dort!“, appelliert Franz Rösl und meint den an der B 107 gelegenen See südwestlich von Zschepplin. Das Gewässer gehört der Gerhard Rösl GmbH, die dort Kies abbaut. Für den Zweck des Badens sei der See daher weder vorbereitet noch geprüft. Es ist ein reines Betriebsgelände. „Wir raten dringend davon ab, dort zu baden.“

Dafür stelle das Unternehmen regelmäßig Schilder auf. Doch genauso regelmäßig werden diese auch wieder durch die unerwünschten Badegäste entfernt. Wir dokumentieren unsere Maßnahmen, sagt Rösl, „nur so können wir unserer Aufsichtspflicht nachkommen.“ Wer dennoch angetroffen wird, erhalte ein Platzverbot.

Mehrere Abschnitte des Kiessees sind an den Anglerverband Leipzig verpachtet. Im Vertrag mit der Firma Rösl ist verankert, dass der Verband „ein offenes Auge“ auf den See hat, sagt der Bauunternehmer. „Das läuft wirklich gut.“

Franz Rösl kann sich eine Nachnutzung für den Kiessee gut vorstellen: „Wenn der See aus der Bergaufsicht entlassen wurde, kann über einen Gebrauch als Badesee nachgedacht werden.“ Dafür seien dann aber ein Konzept und ein Betreiber zwingend notwendig.

Von Ilka Fischer und Mathias Schönknecht

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