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Eilenburg Diskussionen um Pflege von Eilenburger Grabanlagen halten an
Region Eilenburg Diskussionen um Pflege von Eilenburger Grabanlagen halten an
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09:07 23.09.2017
Nach der Beräumung vor einigen Tagen haben schon wieder die ersten Blumen auf die Grabplatten zurückgefunden. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Darf gar keine Blume mehr auf der Grabplatte liegen? Der Umgang mit den Urnenreihengräbern auf dem Friedhof Eilenburg-Ost war eines der Themen, die bei der Einwohnerversammlung des Stadtteils kritisch angesprochen wurden. „Zwei Mal in der Woche werden dort die Blumen weggenommen, aber gemäht wird nicht. Und wenn sich das Besucher angucken, dann sieht es aus wie eine Hundewiese“, erzählte eine der Besucherinnen. „Da werden Sträuße runtergenommen, die lagen nicht einmal einen Tag dort.“ Sogar mit einem Kranz von einer gerade stattgefundenen Beerdigung sei das einmal passiert. „Und die Mähtermine wissen wir vorher nicht.“ Letztlich sei es doch für die beauftragten Bediensteten regelrecht unangehm,, solch einen Räumungsauftrag jedes Mal auszuführen.

Tatsächlich hat sich ein merkwürdiges Ritual auf dem Friedhof etabliert. Regelmäßig räumen Mitarbeiter der Stadtwirtschaft Blumentöpfe und -gebinde von den Grabplatten auf die Kiesfläche am Gedenkstein. In den Tagen darauf schaffen die Besucher die Sachen wieder zurück. Und nach einiger Zeit beginnt das Spiel wieder von vorn. Die Stadt hat Gründe fürs Durchsetzen der Friedhofsordnung: In vergangenen Jahren gab es immer wieder Differenzen um die Nutzung der Grabanlagen. Urnenreihengräber sind eine einfache Form der Bestattung. Die Urne wird auf einer Rasenfläche beigesetzt, nur eine ebene Platte soll die Grabstätte kenntlich machen. Und die soll laut Friedhofsordnung frei bleiben, damit auch die Pflege und damit die Grabstätte preiswert bleibt. Ärger gab es aber, weil bei Pflegearbeiten sehr große Ansammlungen von Beigaben vom Areal zu räumen waren. Dann war der Gedenkstein für die Ablage aufgebaut worden. Doch wirklich entschärft hatte das den Konflikt nicht. Viele der Angehörigen haben noch Bilder eines Flyers vor Augen, die solche Grabstätten mit Blumen zeigen. Der Flyer ist seit einigen Jahren zwar nicht mehr im Umlauf, aber die Verstorbenen wurden schon vorher dort beigesetzt.

Eigendynamik

Annett Krause, Leiterin des Bereichs Bürgerservice, sah keine Möglichkeit, Mahd-Termine einige Tage vorab bekanntzugeben. Sie werden kurzfristig in die Arbeits-Abläufe der Stadtwirtschaft eingetaktet. Dass ein Kranz von einer Beerdigung weggenommen wurde, sei ein Fehler gewesen, der nicht vorkommen dürfe. „Doch es fängt mit Blumen an, und bekommt eine Eigendynamik“, stellte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) fest.

„Die Bauart ist vermurkst“, fasste einer der Einwohner seinen Eindruck von der Urnenreihengrabanlage auf dem Ost-Friedhof zusammen. „Es gibt schönere Anlagen.“ Scheler schlug vor, sich das nochmal anzusehen. Auch wolle er das Gespräch mit dem Chef der Stadtwirtschaft suchen und klären, ob es nicht doch möglich ist, Termine der Rasenmahd vorab per Aushang bekanntzugeben.

Zu viel Friedhofsfläche

Um den Pflegezustand auf den Eilenburger Friedhöfen gibt es immer wieder Differenzen. „Wir sind auch selbst schuld. Das Grundübel ist doch, dass Eilenburg bei der Größe der Stadt nach wie vor vier große Friedhöfe unterhält. Deshalb ist generell zu wenig Geld da“, sagte Bernd Mensel, der eines der Urnenreihengräber pflegt, gegenüber der LVZ. „Ich lege prinzipiell keine Blumen auf die Platte und kürze einfach das Gras ringsum, egal ob die Stadtwirtschaft mäht oder nicht.“ Trotzdem sei auch er mit dem Zustand auf dem Friedhof nicht zufrieden. Zum Beispiel ,dass an der Friedhofskapelle, das Standrohr der Regenrinne so verstopft ist, dass das Wasser überläuft und den Putz schädigt. „Dass der Mitarbeiter, der gerade dort Rasen mäht, nicht zuständig ist, ist schon klar. Aber er müsste doch in der Stadt Bescheid sagen können.“

Derzeit befinden sich vier Friedhöfe in städtischer Obhut. Wobei der an der Bergstraße nicht mehr belegt wird. Der Betrieb soll auslaufen, Instandhaltung und Pflege sind dort bereits auf ein Minimum reduziert.

Von Heike Liesaus

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