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Eilenburg Doberschütz: Naturschutz-Ärger und Breitbandkosten
Region Eilenburg Doberschütz: Naturschutz-Ärger und Breitbandkosten
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08:54 12.01.2019
Blick auf das Gemeindeamt Doberschütz. Quelle: Wolfgang Sens
Doberschütz

Die Doberschützer blicken auf ein durchwachsenes Jahr zurück. So konnte die Gemeinde zwar ihre Einwohnerzahlen jenseits der 4000er-Marke stabilisieren, sieht sich andererseits aber bei Haushalt, Breitbandausbau, der Wöllnauer Senke und dem Schwarzbach mit Problemen konfrontiert. Die LVZ sprach mit dem 58-jährigen Bürgermeister Roland Märtz (CDU).

Der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz blickt auf ein durchwachsenes Jahr 2018 zurück. Quelle: Wolfgang Sens

Fangen wir positiv an. Doberschütz muss nicht mehr befürchten, bei der Einwohnerzahl unter die 4000er-Marke zu fallen.

Das ist tatsächlich so. Doch ausruhen können wir uns nicht. Aus meiner Sicht braucht es neben Arbeitsplätzen vor allem zwei Dinge, um vom Leipzig-Boom zu profitieren. Neben einem guten Angebot in Sachen Kinderbetreuung und Grundschule handelt es sich um Bauplätze. Gerade da haben wir 2018 einiges angeschoben, so dass wir 2019 nun zunächst sechs Grundstücke in der Sprottaer Bucht vermarkten können. Zudem soll im Frühjahr die Erschließung der Krautgärten in Doberschütz beginnen, wo zwölf Bauplätze entstehen. Für ein weiteres Baugebiet in Mörtitz läuft die Planung.

Sie sprachen den Nachwuchs an ….

In unserer Gemeinde leben derzeit 330 Kinder im Betreuungsalter. Bei den 300 Plätzen, die wir an den fünf Standorten in unserer kommunalen Kindertagesstätte haben, kommen wir derzeit auf eine Auslastung von rund 95 Prozent. Vorsorglich haben wir einen Aufnahmestopp für Fremdkinder ausgesprochen. Doch wir investieren auch in die Infrastruktur der Kitas. Obwohl die Trockenlegung der Doberschützer Einrichtung wegen fehlender Handwerker auf 2019 verschoben werden musste, haben wir trotzdem noch rund 110 000 Euro in die Sanitäranlagen in Sprotta-Siedlung, in die Heizung in Battaune sowie in die Außenanlagen von Sprotta gesteckt.

Dass Doberschütz 2018 keinen genehmigten Haushalt hatte, störte dabei nicht?

Ich bin dem Gemeinderat dankbar, dass er mit Grundsatzbeschlüssen die geplanten Investitionen ermöglicht hat. Was den Haushalt anbetrifft, sehe ich 2019 Land in Sicht. So hat die Gemeinde wegen der steigenden Kinderzahlen 2018 drei Erzieher eingestellt. Der Freistaat zahlt dafür seine Zuschüsse aber erst ab 2019. Zum anderen werden wir 2019 nur begonnene Sachen vollenden und ansonsten sehr maßvoll in den vorhandenen Bestand investieren.

2018 wurde aber noch einmal geklotzt?

So kann man es schon sehen. Mölbitz war als letzte Ortschaft innerhalb unserer Gemeinde, in der die Infrastruktur noch nicht dem gewünschten Standard entsprach. Ich bin sehr froh, dass der Straßenbau in Mölbitz nun abgeschlossen ist. Das neue Dorfgemeinschaftshaus werden wir im Frühsommer fertig stellen.

Doch nicht alles läuft zufriedenstellend. Stichwort: Breitbandausbau.

Es ist für die Bürger schlichtweg nicht nachvollziehbar, dass bei der großem Breitbandoffensive des Bundes nur Grundstücke kostenfrei angeschlossen werden, für die der Netzatlas der Bundesagentur weniger als 30 Mbit Übertragungsrate ausweist. Genau diese steht für viele Doberschützer nur auf dem Papier. Dennoch kommen in unserer gesamten Gemeinde nur eine Handvoll Haushalte in den Genuss des kostenfreien Breitbandanschlusses. Unsere einzige Chance ist daher das Unternehmen Deutsche Glasfaser. Die Entscheidung, ob das Unternehmen investiert oder nicht, fällt voraussichtlich im März.

Sie sprachen sich in den zurückliegenden Monaten gegen übergeordnete Planungen aus. Was stört Sie bei dem Vorhaben Erweiterung des Naturschutzgebietes Wöllnauer Senke und bei der Umgestaltung des Schwarzbaches konkret?  

Wir haben uns in den 1990er-Jahren als Gemeinde klar zum Naturschutzgroßgebiet Wöllnauer Senke bekannt. Aber wir wollen genauso klar vor allem im Interesse der Landwirte keine Ausdehnung über den Dorfrand Wöllnau/Battaune hinaus. Was die geplante Umgestaltung des Schwarzbaches bei Battaune betrifft: Da vertrete ich die Auffassung, dass man hier den gesamten Schwarzbach betrachten muss. Wenn man nur die geplanten 750 Meter bei Battaune mäandrieren lässt, würde beispielsweise oberhalb des Eingriffs das Grundwasser mit ungewissen Folgen steigen. Die Gemeinde hat jedenfalls ihren Einspruch bereits formuliert.

Zuletzt noch ein kurzer Ausblick. Was steht 2019 an?

Wie schon gesagt, werden wir Begonnenes weiterführen. 2018 haben wir die Planungen für fünf Leader-Projekte angeschoben. Hier wird 2019 dann auch vor Ort einiges passieren. Neben dem Sanitäranbau an der Tischtennishalle in Mörtitz, handelt es sich um den Umbau des Saales im Dorfgemeinschaftshaus Wöllnau sowie um die Fußwege in Battaune. Mit 90-prozentiger Förderung aus dem Programm Barrierefreiheit von Bushaltestellen werden wir zudem in Battaune, Sprotta, Paschwitz und Wöllnau investieren.

Von Ilka Fischer

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